Ungarn verabschiedet sich von historischen Komitatbezeichnungen und führt moderne Formen wieder ein

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Das ungarische Parlament hat beschlossen, die Bezeichnungen „Komitat“ und „Regierungsbeauftragter“ wieder einzuführen und damit die umstrittene Umbenennung der Komitate und Regierungsbeauftragten rückgängig zu machen, die von der Fidesz-Regierung unter Viktor Orbán im Jahr 2022 eingeführt worden war.

Historische Bezeichnungen sind verschwunden

Das von der Tisza-Mehrheit dominierte Parlament verabschiedete das Gesetz am Dienstag mit 134 Ja-Stimmen und 52 Nein-Stimmen. Fidesz, die Christdemokraten (KDNP) und Mi Hazánk (Unsere Heimat) stimmten gegen den Vorschlag. Im Zuge der Änderungen werden Ungarns „vármegyék“ (wörtlich übersetzt: Burgkreise) offiziell wieder als „megyék“ bezeichnet, während „főispáns“ (Landräte) erneut als Regierungsbeauftragte bezeichnet werden.

Die Terminologie aus dem Jahr 2022 wurde im Rahmen der 11. Änderung des ungarischen Grundgesetzes eingeführt. Die Fidesz-Regierung argumentierte damals, dass die Wiederherstellung des historischen Begriffs „Vármegye“ die verfassungsrechtlichen Traditionen der tausendjährigen Staatlichkeit Ungarns bewahren, die nationale Einheit stärken und den nationalen Charakter der ungarischen Demokratie festigen würde.

Regierung verweist auf Klarheit und Praktikabilität

Die neu verabschiedete Gesetzgebung verfolgt einen anderen Ansatz und betont praktische sowie rechtliche Erwägungen. Dem Vorschlag zufolge wird die Abschaffung der Begriffe „vármegye“ und „főispán“ das Verwaltungssystem transparenter und verständlicher machen und gleichzeitig eine einheitliche Anwendung des Gesetzes fördern.

Die Änderungen sind in erster Linie terminologischer und technischer Natur. Sie berühren weder die Befugnisse noch die Zuständigkeiten der betroffenen Behörden, noch verändern sie den Inhalt der Beziehungen zwischen Verwaltung, Regulierungsbehörden und Kommunalverwaltungen. Das Gesetz tritt am Tag nach seiner Verkündung in Kraft, während Änderungen zur Anpassung der Terminologie in anderen Rechtsvorschriften am 1. Oktober wirksam werden.

Von historischer Tradition zu einer umstrittenen Wiederbelebung

Der Begriff „vármegye“ ist tief in der ungarischen Geschichte verwurzelt. Er bezeichnete seit der Gründung des ungarischen Staates bis 1949 eine grundlegende Verwaltungseinheit, obwohl sich das Komitatssystem über mehrere Jahrhunderte hinweg schrittweise entwickelte. Das System erfuhr im späten 19. Jahrhundert tiefgreifende Reformen, darunter eine umfassende Verwaltungsumstrukturierung zwischen 1876 und 1881.

Die Grenzen der Komitate änderten sich wiederholt, unter anderem bereits vor dem Vertrag von Trianon. Der historische Name überdauerte diese Veränderungen und blieb auch nach Trianon sowie in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg im Gebrauch. Er wurde 1949 offiziell durch „megye“ ersetzt, als Ungarn eine neue Verfassung nach sowjetischem Vorbild verabschiedete.

Lázár hatte sich einst gegen die Namensänderung ausgesprochen

Interessanterweise stimmte János Lázár, der in Orbáns fünfter Regierung als hochrangiger Minister tätig war, für die Umbenennung im Jahr 2022, obwohl er diese Idee zuvor kritisiert hatte. Als die Änderung 2011 während der Ausarbeitung des Grundgesetzes erörtert wurde, argumentierte Lázár, dass der historische Begriff für viele Ungarn negative Assoziationen wecke, insbesondere für diejenigen, deren Familien als Dienstboten oder Arbeiter tätig gewesen waren.

Letztendlich unterstützte er die Änderung von 2022 mit der Begründung, dass diese Teil der dem Parlament vorliegenden Verfassungsänderung sei. Die jüngste Abstimmung hebt diese Entscheidung nun auf und führt die offizielle Verwaltungsterminologie Ungarns wieder auf die zwischen 1949 und 2022 verwendeten Begriffe zurück.

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