Budapest Pride: Ungarischer Verteidigungsminister löst mit Äußerungen zu Transgender-Bewerbern beim Militär Kritik aus

Sprache ändern:
Nur wenige Tage vor der 31. Budapest Pride geriet der ungarische Verteidigungsminister Romulusz Ruszin-Szendi in die Kritik, nachdem er angedeutet hatte, dass Menschen, die „nicht im Reinen mit sich selbst sind“ (transgender Bewerber für den Militärdienst), keine Waffen anvertraut werden sollten, was eine scharfe Reaktion von Amnesty International Ungarn hervorrief.
Ungarischer Verteidigungsminister zu Transgender-Bewerbern
In einem Interview mit „Kontroll“, einem der regierenden Tisza-Partei nahestehenden Medienunternehmen, sprach Ruszin-Szendi über Geschlechterrollen, militärische Eignung und die Rekrutierung innerhalb der ungarischen Streitkräfte. Im Verlauf des Gesprächs bezog er sich auf einen früheren Fall, in dem eine Transgender-Person sich um den Eintritt in das Militär beworben hatte.
Der Minister betonte, dass die Streitkräfte keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen machten, sofern diese in der Lage seien, die ihnen zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen. Er fügte hinzu, dass in manchen Fällen Soldatinnen erforderlich seien, da in bestimmten Kulturen des Nahen Ostens nur Frauen Leibesvisitationen bei anderen Frauen durchführen dürften.

Laut Ruszin-Szendi durchläuft jeder Bewerber gründliche medizinische und psychologische Untersuchungen, bevor er zum Militärdienst zugelassen wird. Er argumentierte, dass Fragen der Geschlechtsidentität keine systemische Herausforderung für die Streitkräfte darstellten, da die Diensttauglichkeit nach fachlichen Kriterien bestimmt werde.
Ruszin-Szendis Äußerungen lösen Kritik seitens Amnesty International aus
Als der Minister jedoch auf den Fall des Transgender-Bewerbers zu sprechen kam, machte er eine Äußerung, die seitdem breite Kritik hervorgerufen hat. „Wenn jemand nicht mit sich selbst im Reinen ist, dann halte ich es für ziemlich schwierig, ihm eine Waffe in die Hand zu geben“, sagte er.
Falls Sie es verpasst haben: Könnte die Budapest Pride verschoben werden? Veranstalter, Minister Hegedűs und die Polizei äußern sich
Amnesty International Ungarn wies die hinter dieser Aussage stehende Unterstellungzurück und argumentierte, dass Transgender-Personen nicht „verwirrt“ über sich selbst seien und dass es sowohl falsch als auch ausgrenzend sei, zu behaupten, sie seien aufgrund ihrer Geschlechtsidentität weniger fähig, ihrem Land zu dienen.

Die Menschenrechtsorganisation erklärte, solche Äußerungen verstärkten schädliche Stereotypen über Transgender-Personen und stellten deren Fähigkeit, öffentliche Ämter auszuüben, zu Unrecht in Frage.
Granate explodiert in den Händen einer 29-jährigen Frau: Verteidigungsminister Ruszin-Szendi ordnet Untersuchung an

