Budapest wegen mangelnder Sauberkeit kritisiert – Touristen stufen die Stadt als die schmutzigste ein

Sprache ändern:
Budapest schnitt in einer internationalen Rangliste, die auf den Einschätzungen von Touristen zur Sauberkeit basiert, am schlechtesten ab. Viele Besucher beschrieben Teile der Stadt als schmutzig oder vernachlässigt, während eine separate Rangliste darauf hindeutet, dass sich die gravierendsten Probleme bei der Abfallentsorgung vor allem auf Großstädte in Südasien konzentrieren.
Wo Abfall zu einem ernsthaften städtischen Problem wird
Abfall wird besonders sichtbar, wenn eine Stadt schneller wächst, als die öffentlichen Dienste damit Schritt halten können. Genau das geschieht derzeit in mehreren großen asiatischen Städten: Immer mehr Menschen leben auf engstem Raum zusammen, der Konsum steigt und die Systeme zur Abfallsammlung und -verwertung haben oft Mühe, damit fertig zu werden. In diesen Fällen ist Müll nicht nur ein Schandfleck. Er kann auch die Luft, den Boden und das Trinkwasser beeinträchtigen.
Die Datenerhebung „CHART by Pénzcentrum“ untersuchte, welche Städte mit den größten Abfallproblemen zu kämpfen haben. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie schwierig es für eine Stadt ist, ihren Abfall zu sammeln, zu verwalten und zu verwerten. Laut der Zusammenfassung von Pénzcentrum liegen die am stärksten betroffenen Städte hauptsächlich in Südasien: Lahore führt die Liste an, während Kanpur, Delhi und Varanasi ebenfalls ganz oben zu finden sind. Auch mehrere Städte in China, Afrika und dem Nahen Osten sind in der Rangliste vertreten.
Laut dem globalen Abfallwirtschaftsbericht 2024 des UNEP könnte die Menge an Siedlungsabfällen von 2,1 Milliarden Tonnen im Jahr 2023 auf 3,8 Milliarden Tonnen bis zum Jahr 2050 ansteigen, was bedeutet, dass Städte weltweit mit einer immer größeren Belastung fertig werden müssen.
Diese Trends beim Abfallwachstum betreffen auch Budapest. In der Hauptstadt fallen mit steigendem Konsum immer mehr Abfälle an, während der Tourismus zudem plötzlichen Druck auf stark frequentierte Bereiche ausüben kann. In der Europäischen Union lag das Aufkommen an Siedlungsabfällen in den letzten Jahren im Durchschnitt bei rund 517 Kilogramm pro Person und Jahr, was zeigt, dass das Abfallaufkommen in entwickelten städtischen Gebieten weiterhin hoch ist.
In Budapest verarbeitet der öffentliche Abfallentsorger jährlich rund 700.000 Tonnen Siedlungsabfall, während der gesamte städtische Abfallstrom bei etwa 1,8 Millionen Tonnen pro Jahr liegt. Dies belastet ein System, das sich ständig an veränderte Konsumgewohnheiten und Zeiten erhöhter Nachfrage anpassen muss.
Falls Sie es verpasst haben: Gericht lässt den Budapester Kannibalen frei – er darf weiterhin menschliche Überreste sammeln
Touristen bewerteten Budapest in puncto Sauberkeit sehr kritisch
Das Ranking von Radical Storage stützte sich auf Google-Bewertungen von Touristen und nicht auf offizielle Abfalldaten. Das Unternehmen nahm die Städte aus dem „Euromonitor Top 100 City Destinations Index“ als Grundlage und untersuchte anschließend die Bewertungen von zehn wichtigen Sehenswürdigkeiten in jeder Stadt. Insgesamt wurden mehr als 70.000 englischsprachige Bewertungen aus den letzten 12 Monaten analysiert, wobei geprüft wurde, wie oft Besucher sich positiv oder negativ über die Sauberkeit äußerten.
In diesem Ranking belegte Budapest den letzten Platz. Laut Radical Storage waren 37,9 % der Bewertungen zur Sauberkeit in der ungarischen Hauptstadt negativ. Auf Budapest folgten Rom, Las Vegas, Florenz und Paris. Am anderen Ende der Liste standen die Städte, die als die saubersten wahrgenommen wurden, darunter Krakau, Sharjah, Singapur, Warschau und Doha.
Dies bedeutet natürlich nicht, dass Budapest objektiv gesehen die schmutzigste Stadt der Welt ist. Bei der Liste von Radical Storage geht es vielmehr um die Eindrücke, die Touristen an den meistbesuchten Orten gewonnen haben.
Warum das Ergebnis für die ungarische Hauptstadt von Bedeutung ist
Das Thema ist besonders relevant, da der Tourismus in Budapest weiterhin stark ist. Laut der Zusammenfassung des KSH für das Jahr 2025 verzeichneten die Beherbergungsbetriebe in Ungarn einen Rekordwert von 47,2 Millionen Übernachtungen, 5,1 % mehr als im Vorjahr. Auch aktuelle Zahlen zeigen ein deutliches Wachstum in der Hauptstadt: Budapest verzeichnete im Jahr 2025 einen Anstieg der Besucherzahlen um 12 %.
Das bedeutet, dass mehr Menschen dieselben innerstädtischen Räume, Bahnhöfe, Unterführungen und Touristenrouten nutzen. Infolgedessen fallen Müll, abgenutzte öffentliche Bereiche und vernachlässigte Ecken deutlich stärker ins Auge.
Für Budapest besteht die Herausforderung nicht nur darin, ein attraktives Reiseziel zu bleiben, sondern auch darin, den mit der Beliebtheit einhergehenden Druck zu bewältigen. Besucher mögen wegen der Donau, der Bäder, der Architektur und des Nachtlebens kommen, doch wenn sich die belebtesten Teile der Stadt schmutzig anfühlen, kann dies leicht zu der Erinnerung werden, die sie mit nach Hause nehmen.
Titelbild: depositphotos.com

