Budapests veraltete Flotte des öffentlichen Nahverkehrs verliert den Kampf gegen die sommerliche Hitzewelle, da die Klimaanlagen rasch ausfallen

Sprache ändern:
Fahrgäste, die diesen Sommer mit den Bussen in Budapest unterwegs sind, müssen sich möglicherweise auf zunehmend unangenehme Fahrten einstellen, da viele der veralteten Fahrzeuge der Stadt bei extremer Hitze Schwierigkeiten haben, ihre Klimaanlagen am Laufen zu halten.
Nach Angaben des Budapester Verkehrsunternehmens BKV ist ein erheblicher Teil der Flotte mit Kühlsystemen ausgestattet, die sich automatisch abschalten, sobald die Temperaturen über 35 °C steigen. Da Ungarn erneut von einer schweren Hitzewelle heimgesucht wird und die Behörden eine Hitzewarnung der Stufe 3 ausgegeben haben, wird das Problem für Pendler immer deutlicher spürbar.
Alte Technik steht vor einer neuen Herausforderung
Bei einer kürzlich abgehaltenen Sitzung des Budapester Ausschusses für Klimaschutz, Verkehr und Stadtentwicklung erklärte László Szedlmajer, stellvertretender Geschäftsführer der BKV für den Bus- und Oberleitungsbusbetrieb, dass das Problem sowohl ältere als auch relativ moderne Fahrzeuge betreffe, berichtet VG.hu.
In Bussen, die älter als 20 Jahre sind, können Klimaanlagen oft nicht mehr effizient arbeiten. Viele dieser Anlagen haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und müssten vollständig ausgetauscht statt repariert werden. Die Nachrüstung eines einzelnen Fahrzeugs könnte jedoch rund 10 Millionen HUF (etwa 28.200 Euro) kosten – eine Investition, die sich die BKV derzeit nicht leisten kann.
Bei neueren Bussen sieht die Situation nicht viel besser aus. Bei extremer Hitze kann der Druck in herkömmlichen Klimaanlagen auf Werte ansteigen, die die eingebauten Schutzmechanismen der Fahrzeuge auslösen, wodurch die Kühlung automatisch abgeschaltet wird, um Schäden zu vermeiden.
Szedlmajer merkte an, dass Budapest letztendlich Fahrzeuge benötigen würde, die mit Klimaanlagen ausgestattet sind, die für tropische oder wüstenähnliche Bedingungen ausgelegt sind, wenn eine zuverlässige Kühlung während der immer häufiger auftretenden Hitzewellen gewährleistet werden soll.
Fast 200 Busse sind über zwei Jahrzehnte alt
Die Herausforderung wird durch das Alter der Budapester Busflotte noch verstärkt. Rund 190 der 862 Busse der Stadt sind älter als 20 Jahre, während mehrere Fahrzeuge sogar älter als 25 Jahre sind. Die BKV schätzt, dass etwa 39 % ihrer Busflotte veraltet sind.
Zwar wurden im vergangenen Jahr in Budapest rund 300 neue Busse in Betrieb genommen, doch die meisten davon wurden von Arriva angeschafft, einem privaten Betreiber, der mehrere Linien in der Hauptstadt bedient. Die BKV selbst konnte lediglich 65 neue Busse anschaffen, die über zuverlässigere Kühlsysteme verfügen, schreibt „Népszava“.
Der Vorsitzende der Verkehrsgewerkschaft, Gábor Naszályi, erklärte, die Kühlung von Stadtbussen sei besonders schwierig, da sich die Türen an den Haltestellen häufig öffnen und dadurch die gekühlte Luft entweichen kann. Fahrzeuge, die in direktem Sonnenlicht geparkt sind, können zudem so stark überhitzen, dass die Klimaanlagen während der Fahrt Mühe haben, die Temperaturen zu senken.
Falls Sie es verpasst haben: Budapests legendäre grüne Fahrräder sind zurück: Das neue MOL Bubi startet mit E-Bikes, einer größeren Flotte und kostenlosen Probefahrten
Die Kühlstandards sorgen für Unzufriedenheit bei den Fahrgästen
Die BKV führt während der Sommersaison Tausende von Temperaturkontrollen durch und gibt an, dass zwischen 60 % und 80 % der Klimaanlagen funktionsfähig sind. Diese Kontrollen bestätigen jedoch in der Regel nur, ob eine Anlage in Betrieb ist, nicht aber, wie effektiv sie den Fahrgastraum kühlt.
Gemäß dem öffentlichen Dienstleistungsvertrag der Stadt gelten Busse, die nach 2002 hergestellt wurden, als normkonform, wenn die Innentemperaturen bei Außentemperaturen über 29 °C mindestens 4 °C unter den Außentemperaturen liegen. In der Praxis bedeutet dies, dass die Innentemperatur in einem Bus an einem Tag mit 35 °C rechtlich gesehen bis zu 31 °C betragen darf.
Auch wenn diese Werte technisch gesehen den Vorschriften entsprechen, werden viele Fahrgäste solche Temperaturen kaum als angenehm kühl empfinden – was die wachsende Kluft zwischen einer Infrastruktur, die für das frühere Klima in Europa ausgelegt ist, und den heißeren Sommern, die mittlerweile zur Norm werden, deutlich macht.
Bleiben Sie auf dem Laufenden: Vermeiden Sie kostspielige Fehler – Taxi-Betrugsmaschen am Flughafen Budapest, die jeder Tourist kennen sollte

