Das chinesische Unternehmen Semcorp bestreitet Umweltverschmutzung, obwohl Tests eine 13.000-fach über dem Grenzwert liegende Kontamination ergeben haben: Die Behörden handelten umgehend

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Die Behörden haben die sofortige Einstellung des Betriebs bei dem chinesischen Unternehmen Semcorp in Debrecen angeordnet, nachdem Tests ergeben hatten, dass der Aluminiumgehalt im Grundwasser den gesetzlichen Grenzwert um mehr als das 13.000-Fache überschritt.
Das Bezirksamt Hajdú-Bihar ergriff Maßnahmen gegen die Semcorp Hungary Kft., die Separatorfolien für Lithium-Ionen-Batterien herstellt, nachdem eine Untersuchung eine schwerwiegende Kontamination des Untergrunds aufgedeckt hatte. Bei den Untersuchungen wurden zudem eine Reihe weiterer Schwermetalle nachgewiesen, während der Bürgermeister von Debrecen angekündigt hat, in diesem Fall Strafanzeige zu erstatten.
Das Unternehmen hatte zuvor behauptet, dass es sich bei einer austretenden, stechend riechenden, nicht identifizierten Substanz lediglich um Kondenswasser handele, das kein Umweltrisiko darstelle.
Chinesisches Unternehmen beharrte darauf, die Substanz sei harmlos
Die Untersuchung begann, nachdem im Februar nach einem Betriebsvorfall Proben aus einem Regenwasserabflusskanal in der Nähe des Industriegeländes entnommen worden waren. Bei einer Vor-Ort-Inspektion am 26. Februar stellten die Beamten fest, dass eine dampfende, stechend riechende, nicht identifizierte Substanz in den Boden sickerte.

Trotzdem behauptete das Unternehmen, bei dem Austritt handele es sich ausschließlich um Kondensat, das keine schädlichen Schadstoffe enthalte. Die Behörden ordneten dennoch eine Probenahme an – eine Entscheidung, die sich inzwischen als gerechtfertigt erwiesen hat.
Laborergebnisse zeigten eine unerwartet starke Kontamination. Die Aluminiumkonzentrationen im Grundwasser erreichten 2.676.000 Mikrogramm pro Liter, verglichen mit einem gesetzlichen Grenzwert von 200 Mikrogramm pro Liter – mehr als das 13.000-Fache des zulässigen Wertes, wie die lokale Zeitung „Debreciner“ berichtete.
Neben Aluminium wurden erhöhte Werte mehrerer Metalle festgestellt, darunter Arsen, Zink, Blei, Kobalt, Cadmium, Nickel, Barium, Chrom, Kupfer, Mangan, Lithium und Eisen. Nach Angaben der Behörden sind die meisten dieser Stoffe nicht natürlichen Ursprungs – eine Schlussfolgerung, die durch Umwelt-Basisdaten aus dem Jahr 2021 gestützt wird.
Das Werk hätte trotz des Verstoßes den Betrieb fortgesetzt
Aus inzwischen öffentlich zugänglichen Dokumenten geht hervor, dass die Behörden bereits am 22. Mai einen Verstoß gegen die Vorschriften festgestellt hatten. Die Kontamination wurde auf einen Bereich der Anlage zurückgeführt, in dem wässrige Aluminiumoxidlösungen verwendet werden – ein Bereich, den das Unternehmen weiterhin in Betrieb halten wollte.
Die sofortige Stilllegung wurde als notwendig erachtet, da selbst während des Berufungsverfahrens weitere Umweltschäden nicht ausgeschlossen werden konnten.
Die Behörde stellte zudem fest, dass Semcorp zwar die vorgeschriebenen Probenahmen durchgeführt habe, die Ergebnisse jedoch erst nach Ablauf der Frist vorgelegt habe, was zu einer Geldstrafe in Höhe von einer Million Forint geführt habe. Das Unternehmen hat diese Strafe vor Gericht angefochten.
Derzeit laufen mehrere behördliche Verfahren. Die Umweltbehörden haben Sanierungsmaßnahmen angeordnet, eine vollständige Standortuntersuchung verlangt und Verfahren wegen Betriebsabläufen eingeleitet, die von den Genehmigungsbedingungen abweichen. Das Unternehmen muss zudem eine Abdichtung in einem Regenrückhaltebecken installieren, vierteljährliche Überwachungen der Beobachtungsbrunnen durchführen, den Umfang der untersuchten Substanzen erweitern und Verfahrenskosten in Höhe von über zwei Millionen Forint erstatten.
Bürgermeister erstattet Strafanzeige
László Papp, der Bürgermeister von Debrecen, erklärte, die Stadt und ihre Vermögensverwaltungsgesellschaft seien über eine Grundwasserverschmutzung informiert worden, die die gesetzlichen Grenzwerte überschreite, was er als inakzeptabel bezeichnete.
Er betonte, dass dies nicht der erste Fall sei, in dem im Zusammenhang mit dem Unternehmen Umweltbedenken aufgekommen seien, und bestätigte, dass die Stadtverwaltung Strafanzeige erstattet habe.
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Gleichzeitig bemühte sich „Debreceni Vízmű“, der örtliche Wasserversorger, die Einwohner zu beruhigen, dass die Verunreinigung keine Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung der Stadt habe. Das Trinkwasser werde aus 160 bis 230 Meter tiefen Brunnen gewonnen, die weit entfernt von Industrieanlagen liegen und durch mehrere undurchlässige Schichten geschützt sind.
Der Wasserversorger betonte, dass das Wasser weiterhin sicher für den Verzehr und von angemessener Qualität sei, und fügte hinzu, dass die Beseitigung der Kontamination vollständig in der Verantwortung von Semcorp liege.
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Staatlich geförderte Investitionen unter der Lupe
Die in chinesischem Besitz befindliche Semcorp-Gruppe kündigte im Jahr 2021 an, 65 Milliarden Forint in den Bau ihrer ersten Produktionsstätte außerhalb Chinas in Debrecen zu investieren. Der ungarische Staat unterstützte das Projekt mit einem Zuschuss von 13 Milliarden Forint und hob dabei dessen Potenzial hervor, Ungarns Position in der Batterieindustrie zu stärken und 440 Arbeitsplätze zu schaffen.
Nach den neuesten verfügbaren Daten beschäftigt das Unternehmen 566 Mitarbeiter, wobei aus den öffentlichen Unterlagen nicht hervorgeht, wie viele davon ausländische Arbeitskräfte sind.

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