Das offizielle digitale Grenzverwaltungssystem der Europäischen Union ist jetzt online

Die Europäische Union hat offiziell ihr neues digitales Grenzverwaltungssystem, das so genannte Einreise-/Ausreisesystem (EES), an allen Außengrenzen des Schengen-Raums in Betrieb genommen. Das System soll die Grenzkontrollen modernisieren, die Sicherheit verbessern und die Reiseverfahren für Nicht-EU-Bürger vereinfachen.
Was ist das Einreise-/Ausreisesystem?
Das EES ersetzt das herkömmliche Abstempeln des Reisepasses durch einen vollständig digitalen Prozess. Es erfasst Zeit und Ort der Ein- und Ausreise von Reisenden von außerhalb der Europäischen Union und berechnet automatisch die Dauer des erlaubten Aufenthalts. Das System scannt nicht nur die Pässe, sondern erfasst auch biometrische Daten, darunter Gesichtsbilder und Fingerabdrücke.
Laut BBC gelten diese Kontrollen sowohl für Reisende, die ein Visum benötigen, als auch für Reisende, die von der Visumspflicht befreit sind. Ziel ist es, Identitätsbetrug zu verhindern, Überschreitungen der Aufenthaltsdauer aufzudecken und den Informationsaustausch zwischen den Grenzbehörden in Echtzeit zu verbessern. Das System deckt 29 europäische Länder ab, darunter auch Nicht-EU-Schengen-Mitglieder wie Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.
Wie das neue System der Europäischen Union in der Praxis funktioniert
Bei der Ankunft müssen Reisende ihren Reisepass scannen, biometrische Daten angeben und einen kurzen Fragebogen ausfüllen, der in mehreren Sprachen verfügbar ist. Auch wenn dies anfangs zu einer leichten Verlängerung der Bearbeitungszeit führen kann – vor allem bei Erstbenutzern – gehen die Beamten davon aus, dass die Kontrollen mit der Zeit schneller werden und im Durchschnitt etwa 70 Sekunden dauern. An vielen Grenzübergängen werden spezielle EES-Spuren zur Verfügung stehen, aber das System kann in Stoßzeiten auch auf allen Spuren arbeiten.
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Sicherheit und Datenschutz
Die im Rahmen des EES erhobenen Daten werden in der Regel drei Jahre lang gespeichert, bei Überschreitung der Aufenthaltsdauer bis zu fünf Jahre. Die Behörden, einschließlich der nationalen Grenzbehörden und Europol, werden Zugriff auf das System haben, um Verbrechen und Terrorismus zu verhindern und zu untersuchen. Die Beamten der Europäischen Union betonen, dass das System strenge Datenschutzstandards einhält.
Erste Erfahrungen und Erwartungen
Während der Testphase hat das System über 52 Millionen Grenzübertritte aufgezeichnet und Tausende von irregulären Fällen identifiziert, darunter auch Personen, die als Sicherheitsrisiko gelten. Die ersten Einführungen haben jedoch auch zu langen Warteschlangen an einigen Flughäfen geführt, und während der Hauptreisezeiten kann es weiterhin zu Verzögerungen kommen.
Gekennzeichnetes Bild: Daily News Ungarn

