Das Rätsel vertieft sich: Zebras auf einem Anwesen mit Verbindungen zu Ungarns reichstem Mann sind verendet, und die Behörden wurden getäuscht

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Neue Details sind in dem umstrittenen Fall der Zebras bekannt geworden, die in der Nähe von Hatvanpuszta auf einem Anwesen gehalten wurden, das mit Ungarns reichstem Geschäftsmann, Lőrinc Mészáros, in Verbindung steht. Nach Angaben der Bezirksverwaltung von Fejér starben im Winter drei Zebras, doch die Behörden wurden erst mehrere Monate später darüber informiert, was zu Geldstrafen und einer laufenden behördlichen Untersuchung führte.
Der Fall hat große öffentliche Aufmerksamkeit erregt, nachdem der Anti-Korruptions-Aktivist und ehemalige Oppositionspolitiker Ákos Hadházy – der ursprünglich Tierarzt ist – wiederholt Bedenken hinsichtlich des Wohlergehens der exotischen Tiere geäußert und deren Haltungsbedingungen in Frage gestellt hatte.
Behörden bestätigen verspätete Meldung und verhängen Bußgelder
Nach Informationen, die Telex von der Bezirksverwaltung Fejér erhalten hat, meldete der Jagdverein Vál-völgye – eine mit dem Mészáros-Konzern verbundene Organisation – am 4. Mai den Tod von drei Zebras.
Der Verein gab an, die Tiere seien zwischen dem 9. Januar und der letzten Januarwoche aufgrund außergewöhnlich kalter Witterung verendet. Da die Todesfälle jedoch erst Monate nach ihrem angeblichen Eintreten gemeldet wurden, erklärten die Behörden, sie seien gezwungen gewesen, sich ausschließlich auf die Darstellung des Jagdvereins zu stützen.
Die Bezirksverwaltung erklärte, sie wisse nicht, warum sich die Meldung verzögert habe, und fügte hinzu, dass die Ermittlung des Grundes außerhalb des Rahmens des Verwaltungsverfahrens liege. Gegen den Jagdverein wurde eine Geldstrafe in Höhe von 800.000 HUF (etwa 2.250 EUR) verhängt, da er die Todesfälle nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von acht Tagen gemeldet hatte.
Eine weitere Geldstrafe in Höhe von 105.000 HUF (ca. 295 EUR) wurde verhängt, nachdem die Ermittler festgestellt hatten, dass die Zebra-Kadaver nicht an eine zugelassene Entsorgungsanlage für tierische Nebenprodukte übergeben worden waren. Stattdessen gab der Verein an, man habe sie in einer speziellen Entsorgungsgrube vergraben, die ursprünglich im Rahmen von Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest angelegt worden war.
Vierter Zebratod wird untersucht
Die Behörden bestätigten zudem, dass inzwischen ein vierter Zebratod gemeldet wurde. Nach Angaben der Regierungsbehörde teilte der Jagdverband den Beamten am 24. Juni mit, dass ein weiteres Zebra verendet sei. Die Umstände dieses Todesfalls werden weiterhin untersucht, und es wurden bislang noch keine offiziellen Schlussfolgerungen bekannt gegeben.
Strafverfahren nach wiederholten Beschwerden eingeleitet
Der ehemalige unabhängige Abgeordnete Ákos Hadházy hatte zuvor mehrfach Anzeige bei den Behörden erstattet, nachdem er festgestellt hatte, dass auf den im Anwesen aufgenommenen Fotos und Videos im Laufe der Zeit immer weniger Zebras zu sehen waren.
Seine erste Beschwerde wurde von der Polizei zurückgewiesen, während eine nachfolgende Anzeige zu weiteren Ermittlungsmaßnahmen führte. Schließlich leitete die Polizei ein Strafverfahren gegen einen unbekannten Täter wegen des Verdachts der Nichteinhaltung gesetzlicher Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Haltung gefährlicher Tiere ein. Die Ermittlungen dauern an.
Hadházy stellt die offizielle Erklärung in Frage
Nach dem jüngsten Bericht von Telex veröffentlichte Hadházy einen Facebook-Beitrag, in dem er sich skeptisch gegenüber der Erklärung des Jagdverbands äußerte. Er erklärte, er habe bereits im Dezember Hinweise erhalten, wonach in der Nähe von Felcsút eine „Zebra-Jagd“ geplant sei, räumte jedoch ein, dass er diese Behauptungen zu diesem Zeitpunkt nicht überprüfen konnte.
Der Politiker argumentierte zudem, dass das Erfrierenlassen von Zebras – sollte dies tatsächlich geschehen sein – an sich bereits Tierquälerei darstellen könnte. Er kritisierte die Behörden ferner dafür, dass sie die Erklärung bezüglich der Bestattung der Kadaver angeblich akzeptiert hätten, ohne diese zur weiteren Untersuchung exhumieren zu lassen.
Hadházy bekräftigte zudem, dass weiterhin Fragen offen seien, wie die exotischen Tiere ursprünglich auf das Anwesen gelangt seien. Er erklärte, er verfüge über zusätzliche Informationen zu ihrer Herkunft, beabsichtige jedoch, die Ergebnisse der offiziellen Untersuchung abzuwarten, bevor er weitere Vorwürfe öffentlich erhebe. Er fügte hinzu, er plane, den zuständigen Minister um Aufklärung zu bitten.
Es ist wichtig anzumerken, dass diese Vorwürfe durch die laufenden Ermittlungen bislang nicht bestätigt wurden und dass keine Beweise öffentlich vorgelegt wurden, die über die bereits von den Behörden bestätigten Sachverhalte hinausgehen.
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Auf dem Anwesen werden seit Jahren Zebras gehalten
Der Jagdverein hält Berichten zufolge seit rund neun Jahren Zebras. Das erste Zebra namens Pilla wurde im Mai 2017 erworben, während im Mai 2024 neun weitere Zebras – darunter Bolka, Bendegúz, Lolka, Pacsi, Pizsi, Pulcsi, Szuszi, Tihamér und Zsebi – hinzukamen.
Zuvor von Hadházy veröffentlichte Fotos schienen zudem zu zeigen, dass auf dem Gelände mindestens zwei Zebrafohlen geboren worden waren. Nach ungarischen Vorschriften müssen Besitzer exotischer Tiere sowohl den Tod als auch die Geburt solcher Tiere den Behörden melden. Jungtiere müssen zudem vor Erreichen des ersten Lebensjahres offiziell identifiziert und mit einem Pferdepass versehen werden.
Zwar haben die Behörden die verspätete Meldung von drei Zebratodesfällen bestätigt und Verwaltungsstrafen verhängt, doch die Umstände des Todes der Tiere – sowie das Schicksal des vierten Zebras – sind weiterhin Gegenstand laufender behördlicher Ermittlungen.
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