Der Forint überraschte 2025 alle, während Euro-Sparer einen Schlag einstecken mussten

Viele Menschen glauben, dass die Aufbewahrung von Ersparnissen in Euro eine der einfachsten Möglichkeiten ist, sich gegen einen schwächelnden ungarischen Forint zu schützen. Doch das Jahr 2025 erwies sich als seltene Ausnahme: Der Forint erstarkte, und diejenigen, die ihr Geld zu Beginn des Jahres in Euro umtauschten, mussten häufig feststellen, dass ihre Ersparnisse am Ende des Jahres weniger in Forint wert waren.

Nach Berechnungen von Bankmonitor legte der Forint im Jahr 2025 gegenüber dem Euro um 6,77 Prozent zu. Das allein reichte aus, um den Wert des in Euro geparkten Geldes in Forint bis zum Jahresende zu verringern.

Und der Anstieg des Forint war nicht auf den Euro beschränkt. Wie Portfolio berichtet, ist die Bewegung auch gegenüber dem US-Dollar auffällig. In den letzten Tagen ist der Dollar unter 317 gerutscht und hat sich an einem einzigen Nachmittag um fast 3 Forint abgeschwächt.

Warum konnte der Forint trotz der höheren Inflation im Inland zulegen?

Auf den ersten Blick verweisen viele Menschen instinktiv auf die Inflation: Wenn die Preise in Ungarn schneller steigen, sollte der Forint schwächer werden. Auf lange Sicht trifft dies oft zu, aber in jedem Jahr können die Wechselkurse durch andere Faktoren viel stärker beeinflusst werden.

Im Jahr 2025 waren die Zinssätze einer der wichtigsten. Die ungarischen Zinsen blieben deutlich höher als in der Eurozone, und in mehreren Ländern der Region fielen sie auf ein niedrigeres Niveau. Diese Diskrepanz veranlasste viele Anleger dazu, Forint zu halten, da dies die Chance auf höhere Renditen bot.

In mehreren Analysen wurde auch hervorgehoben, dass die ungarische Zentralbank ihren Leitzins länger auf einem hohen Niveau hielt, während die Europäische Zentralbank und andere Zentralbanken die Zinsen entweder senkten oder nicht im gleichen Maße anhoben.

Dies bedeutete, dass auf Forint lautende Vermögenswerte höhere Renditen boten als auf Euro basierende, was die ungarische Währung für Anleger attraktiver machte – und den Wechselkurs stärkte.

In der Praxis läuft es so ab: Ein Teil des Marktes verkauft Euro, kauft Forint und legt dieses Geld dann in Forint-Anlagen an, die höhere Zinsen zahlen. Wenn genügend Anleger dies gleichzeitig tun, gewinnt der Forint natürlich an Stärke.

Auch die internationalen Märkte unterstützten den Forint

Die Entwicklung des Forint war nicht die einzige ungewöhnliche Geschichte des Jahres 2025. Die internationalen Devisenmärkte waren im Allgemeinen günstiger für die mittel- und osteuropäischen Währungen. Ein wichtiger Grund dafür war, dass mehrere regionale Währungen – darunter der Forint – höhere Renditen als der Euro boten.

Investoren versuchen in einem solchen Umfeld oft zu profitieren, indem sie Kredite in einer niedrig verzinsten Währung (wie dem Euro) aufnehmen und das Geld dann in eine Währung tauschen, die höhere Zinsen zahlt.

Für viele war die Überraschung im letzten Jahr also nicht, dass sich der Forint gut entwickelt hat, sondern dass der Euro – in diesem besonderen Marktumfeld – nicht als das automatische Sicherheitsnetz fungierte, das man erwartet hatte.

Gleichzeitig bedeutet dies nicht, dass es langfristig eine schlechte Wahl ist, den Euro zu halten, oder dass der Forint dauerhaft stark bleiben wird. Über kürzere Zeiträume bewegen sich die Devisenmärkte oft nach einer ganz anderen Logik, als es die Alltagserfahrung nahelegt, und aus einem einzigen Jahr pauschale Schlüsse zu ziehen, kann riskant sein.

Für die meisten Sparer lautet die wichtigste Lektion, dass Fremdwährungen nicht automatisch “sicher” sind – sie können selbst zu einem Risiko werden. Deshalb ziehen es viele Menschen vor, ihre Ersparnisse auf mehrere Währungen zu verteilen, anstatt alles auf einen einzigen Wechselkurs zu setzen.

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