Die morgige Zinsentscheidung in Ungarn: Wie könnte sie sich auf die Wirtschaft und den Forint auswirken?

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Der ungarische Leitzins könnte am Dienstag, dem 21. Juli, erneut sinken, wenn der Geldpolitische Rat der Ungarischen Nationalbank (MNB) seine nächste Sitzung abhält. Analysten rechnen allgemein mit einer Senkung um 25 Basispunkte, wodurch der Leitzins der Zentralbank von 6 % auf 5,75 % sinken würde. Die Entscheidung könnte die Finanzierungsbedingungen für Haushalte und Unternehmen schrittweise erleichtern, wobei Investoren jedoch auch auf einen möglichen Druck auf den ungarischen Forint achten werden.
Die Sitzung am Dienstag ist Teil des zuvor von der MNB angekündigten Sitzungsplans für 2026 und stellt keine außerordentliche Sitzung dar. Die offizielle Entscheidung wird nach der regulären Sitzung des Geldpolitischen Rates erwartet.
Ungarischer Leitzins dürfte auf 5,75 % sinken
Alle von der ungarischen Wirtschaftsnachrichtenseite „Portfolio“ befragten Analysten gehen davon aus, dass die MNB den Leitzins um 25 Basispunkte senken wird. Die Medianprognose sieht den Zinssatz bis Ende 2026 bei 5 % vor, wobei die einzelnen Prognosen zwischen 3,75 % und 5,5 % liegen.
Mit dieser erwarteten Maßnahme würde der im Juni eingeleitete Lockerungszyklus fortgesetzt, als die Zentralbank den Leitzins von 6,25 % auf 6 % senkte. Damals deutete MNB-Gouverneur Mihály Varga an, dass im Juli und August weitere Senkungen um jeweils einen Viertelpunkt folgen könnten.
Die jüngsten Inflationszahlen sprechen für eine weitere Senkung. Laut dem ungarischen Statistischen Zentralamt lagen die Verbraucherpreise in Ungarn im Juni um 1,7 % höher als ein Jahr zuvor, während sie im Vergleich zum Mai unverändert blieben.
Wie Pénzcentrum in seiner Zusammenfassung der Markterwartungen feststellte, verschafft die Kombination aus niedriger Inflation, einem relativ stabilen Forint und einer Verbesserung der Einschätzung des finanziellen Risikos Ungarns der Zentralbank Spielraum für Zinssenkungen. Erneute geopolitische Spannungen im Nahen Osten könnten die MNB jedoch dazu veranlassen, bei der Erörterung der nächsten Schritte der geldpolitischen Lockerung einen vorsichtigeren Ton anzuschlagen.
Was die Entscheidung für die ungarische Wirtschaft bedeuten könnte
Ein niedrigerer ungarischer Leitzins kann die Finanzierungskosten in der gesamten Wirtschaft schrittweise senken. Die Kreditzinsen der Geschäftsbanken sinken nicht unbedingt sofort oder im gleichen Umfang, doch eine anhaltende Senkung des Leitzinses könnte letztendlich dazu führen, dass Unternehmenskredite, Hypotheken und andere Kreditformen günstiger werden.
Für Unternehmen können niedrigere Finanzierungskosten Investitionen, Expansion und die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern. Auch Haushalte mit variabel verzinslichen Krediten könnten im Laufe der Zeit davon profitieren, während potenzielle Immobilienkäufer günstigere Finanzierungsbedingungen erhalten könnten, sofern die Banken die niedrigeren Zinssätze an ihre Kunden weitergeben.
Die Auswirkungen werden nicht für alle ausschließlich positiv sein. Sparer könnten geringere Erträge aus Einlagen und anderen risikoarmen, zinsgebundenen Anlagen erzielen. Die MNB muss zudem sicherstellen, dass Zinssenkungen nicht zu einem Wiederanstieg der Inflation führen, indem sie die Nachfrage zu schnell ankurbeln.
Die Stellungnahme der Bank nach der Entscheidung am Dienstag könnte daher von größerer Bedeutung sein als die allgemein erwartete Senkung um 25 Basispunkte selbst. Investoren werden nach Hinweisen darauf Ausschau halten, ob eine weitere Senkung im August wahrscheinlich ist und ob sich der Zyklus bis in den Herbst hinein fortsetzen könnte.
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Könnte der Forint an Wert verlieren?
Zinssenkungen können Abwärtsdruck auf eine Währung ausüben, da sie die Rendite von auf diese Währung lautenden Vermögenswerten verringern. Von „Portfolio“ und „Pénzcentrum“ zitierte Analysten gehen jedoch nicht davon aus, dass die Entscheidung vom Dienstag allein zu einer starken Abwertung des Forint führen wird.
Selbst nach einer Senkung auf 5,75 % würde Ungarn im Vergleich zur jüngsten Inflationsrate von 1,7 % weiterhin einen deutlich positiven Realzins aufweisen. Der Leitzins des Landes bliebe zudem im regionalen Vergleich relativ hoch, was dazu beitragen würde, die Attraktivität von auf Forint lautenden Anlagen zu erhalten.
Analysten gehen davon aus, dass der Forint nur begrenzten Spielraum für eine weitere nennenswerte Aufwertung hat, sehen jedoch unter den derzeitigen Bedingungen auch eine Obergrenze für eine mögliche Abwertung. Der Wechselkurs dürfte nicht nur von der MNB, sondern auch von den internationalen Energiepreisen, geopolitischen Risiken, der Haushaltslage Ungarns und dem Anlegervertrauen beeinflusst werden.
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Debatte darüber, wie Zinsentscheidungen getroffen werden
Die bevorstehende Entscheidung fällt mit einer breiter angelegten Debatte über die Zusammensetzung des Währungsrats zusammen. In einem Meinungsbeitrag für „Portfolio“ argumentierte der Ökonom László Bokor, dass sichtbare Meinungsverschiedenheiten unter den externen Ratsmitgliedern seit 2013 fast vollständig verschwunden seien.
Basierend auf seiner Analyse der Abstimmungsergebnisse sank der Anteil der externen Mitglieder, die sich gegen die Position des Zentralbankgouverneurs aussprachen, von durchschnittlich 31 % vor März 2013 auf 4 % danach. Bokor schlug vor, externe Mitglieder im Rahmen eines offenen Bewerbungsverfahrens auszuwählen und dem Chefökonomen der MNB einen Sitz im Rat zu gewähren. Hierbei handelt es sich um Reformvorschläge des Autors, nicht um einen angekündigten Plan der Regierung oder der Zentralbank.
Für die Märkte bleibt jedoch die unmittelbare Frage nach dem künftigen Kurs der ungarischen Zinssätze bestehen. Eine Senkung auf 5,75 % ist weitgehend eingepreist; das entscheidende Signal wird sein, ob die MNB der Ansicht ist, dass die niedrige Inflation und die Finanzstabilität Spielraum für eine weitere Lockerung bieten, ohne den Forint zu gefährden.
Wie wir bereits berichteten, sendet der Gouverneur der ungarischen Zentralbank, Mihály Varga, eine deutliche Botschaft zur finanziellen Lage des Landes
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