Die neue Regierung will den wahren Reichtum der größten Gewinner der Orbán-Ära aufdecken – wird ihr das gelingen?

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Die Regierung wird die Vorschriften zur Ermittlung der letztendlichen wirtschaftlichen Eigentümer von geschlossenen Investmentfonds – einschließlich Private-Equity- und Risikokapitalfonds – verschärfen und präzisieren, erklärte der Justizminister am Dienstag in einem Facebook-Beitrag. In der Vergangenheit benötigte die Presse Monate – manchmal sogar Jahre – mühevoller Arbeit, um festzustellen, wer wirklich hinter Private-Equity-Fonds im Wert von Hunderten von Milliarden oder sogar Billionen Forint stehen könnte. Und selbst dann waren solche Berichte in vorsichtigen, bedingten Formulierungen gehalten: Niemand wagte es, etwas als Tatsache darzustellen.
Die Minister wollen die tatsächlichen Eigentümer und deren wahres Vermögen ermitteln
Márta Görög schrieb, dass Private-Equity- und Risikokapitalfonds in den letzten Jahren häufig dazu genutzt worden seien, die wahren, letztendlichen Eigentümer beträchtlicher Vermögenswerte vor der Öffentlichkeit zu verbergen. „Es liegt im öffentlichen Interesse zu wissen, wer hinter diesen Fonds steht“, sagte sie.

In einem Video, das zusammen mit dem Beitrag geteilt wurde, erklärte die Justizministerin, das Ziel bestehe darin, Eigentumsstrukturen transparenter zu gestalten, wobei besonderes Augenmerk auf Konstruktionen gelegt werde, die entweder die Identität des letztendlichen wirtschaftlichen Eigentümers oder die Art der Eigentumskette selbst verschleiern könnten.
Wozu dient ein Private-Equity-Fonds?
Private-Equity-Fonds können für vermögende Unternehmer attraktiv sein, da sie es ermöglichen, beträchtliche Vermögenswerte abzuspalten und zu investieren, ohne dass der Öffentlichkeit – manchmal über Jahre hinweg – klar ist, wer hinter dem Fonds steht – oder zumindest ohne dass eine Nachrichtenorganisation unter Androhung strafrechtlicher Haftung aussagen kann, was zwar stark vermutet wird.
Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen und institutionelle Anleger können Geld in solche Fonds einbringen. Der Fondsmanager kann das Kapital dann in Unternehmen, Immobilien oder andere Vermögenswerte investieren.

In Ungarn gewann die Tatsache, dass die Identität der wirtschaftlichen Eigentümer von Private-Equity-Fonds der Öffentlichkeit lange Zeit nicht zugänglich war, besondere Bedeutung. Oft ließen sich Fonds nur indirekt mit bestimmten Geschäftsleuten in Verbindung bringen – indem Verbindungen zwischen Fondsmanagern, Unternehmen, Eigentümerstrukturen und in einigen Fällen eingetragenen Anschriften zusammengesetzt wurden.
Mit der NER verbundene Vermögen dominierten
Dies bedeutet an sich nicht, dass jedes in einen Private-Equity-Fonds investierte Vermögen illegal ist oder aus Steuervermeidung stammt. Dennoch gewann diese Struktur unter Viktor Orbán besondere Bedeutung, da sowohl staatliche als auch private Gelder in denselben Investitionsbereich flossen.
Auf der Grundlage von Zahlen aus dem späten Jahr 2023 schätzte das ungarische Wirtschaftsmedium G7, dass sich die in ungarischen Private-Equity-Fonds gehaltenen Vermögenswerte auf insgesamt rund 2,6 Billionen HUF beliefen. Es erre, dass etwa 95 Prozent davon mit Geschäftsleuten in Verbindung stehen könnten, die dem Nationalen Kooperationssystem (NER) nahestehen – jenem politischen und wirtschaftlichen Netzwerk, das mit der Herrschaft von Herrn Orbán assoziiert wird.
G7 schätzte, dass etwa 716 Milliarden HUF des Fondsvermögens mit Lőrinc Mészáros in Verbindung gebracht werden könnten, 589 Milliarden HUF mit Dániel Jellinek, 323 Milliarden HUF mit István Száraz und 207 Milliarden HUF mit István Tiborcz, dem Schwiegersohn von Herrn Orbán, in Verbindung gebracht werden könnten. Es wurde jedoch betont, dass es sich hierbei nicht um nachgewiesene persönliche Vermögen handele, sondern um Berechnungen, die auf geschäftlichen und eigentumsrechtlichen Verbindungen basierten.
Private-Equity-Fonds wurden somit zu einem wichtigen Bestandteil der Wirtschaftsstruktur des Orbán-Systems, nicht zuletzt, weil der Staat selbst über solche Vehikel beträchtliche Summen investierte.
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Laut Transparency International hatte der ungarische Staat bis Ende 2025 mindestens 1,311 Billionen HUF in Private-Equity-Fonds investiert, während mit diesen Fonds verbundene Unternehmen zwischen 2021 und 2024 staatliche Aufträge im Wert von rund 2,6 Billionen HUF erhielten.
Seit Jahren versuchen ungarische Journalisten herauszufinden, wer die eigentlichen Eigentümer dieser Vermögen in Höhe von mehreren Billionen Forint sein könnten. Direkt36, G7, Telex, Válasz Online und 24.hu haben unter anderem Unternehmensdatenbanken, Finanzberichte, Verbindungen zwischen Fondsmanagern und offiziellen staatlichen Dokumenten miteinander abgeglichen.
Reicher als zunächst angenommen
Direkt36 beispielsweise analysierte staatliche Daten, aus denen sich die Identität mehrerer Personen hinter den Fonds ableiten ließ. Die Informationen wurden jedoch nach Veröffentlichung des Artikels aus der staatlichen Datenbank entfernt.
Auch „Válasz Online“ nutzte Finanzunterlagen und Eigentumsverhältnisse, um das Ausmaß des Vermögens zu rekonstruieren, das mit Persönlichkeiten wie Herrn Tiborcz in Verbindung steht. Das Medium kam zu dem Schluss, dass der Schwiegersohn des Ministerpräsidenten weitaus wohlhabender war, als es zunächst den Anschein hatte.
Diese sisyphusartige Aufgabe – voller Unsicherheiten und Risiken – könnte nun durch die von der Tisza-Regierung vorgeschlagenen Transparenzreformen erleichtert werden.
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