Die Orbán-Regierung „plante geheimes Migrantenlager“, bevor sie angesichts der öffentlichen Kritik offenbar einen Rückzieher machte – geheimes Dekret könnte bald ans Licht kommen

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Péter Magyar enthüllte im Herbst 2024 nach den Wahlen zum Europäischen Parlament, dass die Orbán-Regierung seinen Informationen zufolge beabsichtigt hatte, ein geheimes Migrantenlager nahe der österreichischen Grenze zu errichten. Das Ziel, so behauptete er, sei es gewesen, die Europäische Union nach dem Scheitern dessen, was er als „Belagerung von Brüssel“ bezeichnete, zu beschwichtigen und die täglich steigende Geldstrafe von einer Million Euro zu stoppen, die wegen Ungarns Migrationspolitik verhängt wurde. Damals wies der Innenminister die Vorwürfe vehement zurück, doch Magyar und seine Verbündeten bestehen darauf, dass ein geheimes Regierungsdekret existiert und bald veröffentlicht werden könnte.
Pläne für ein geheimes Migrantenlager in der Nähe von Österreich
Der seit langem andauernde Streit um Vitnyéd hat nun eine neue Wendung genommen. Magyar behauptet, dass nach einem Regierungswechsel ein zuvor geheimes Dokument aufgetaucht sei, das beweisen könnte, dass die Regierung Orbán tatsächlich eine Flüchtlingsunterkunft in dem Dorf nahe der österreichischen Grenze geplant habe. Er deutete an, dass die Dokumente in Kürze veröffentlicht würden.
In einer Rede vor dem Parlament erklärte Magyar heute gegenüber dem skandalumwitterten Fidesz-Abgeordneten János Pócs, die Regierung habe beabsichtigt, mehrere Milliarden Forint für die Errichtung eines Migrantenlagers in Vitnyéd auszugeben, und es sei ein geheimer Kabinettsbeschluss zu diesem Zweck ausgearbeitet worden. Er versprach, sowohl den Erlass als auch die dazugehörigen offiziellen Unterlagen der Öffentlichkeit vorzulegen.

Die Affäre um Vitnyéd kam erstmals im Herbst 2024 ans Licht, als Anwohner und die Presse Bauarbeiten in Csermajor bemerkten, die unter polizeilicher Aufsicht durchgeführt wurden. Viele vermuteten, dass ein Flüchtlingslager errichtet werde, was die Regierung damals jedoch stets bestritt. Der Bürgermeister soll von den Plänen erst durch die Medien erfahren haben, doch vor Ort war die Angelegenheit allgemein bekannt, wobei Schätzungen davon ausgingen, dass die Anlage Platz für bis zu 500 Personen bieten würde.

Leugnung durch die Regierung, Eingeständnis vor Ort
Gergely Gulyás und der Abgeordnete der Region, Alpár Gyopáros, beharrten beide darauf, dass in Vitnyéd kein Migrantenlager errichtet werden würde – und letztendlich wurde auch keines errichtet. Diese Darstellung wurde jedoch durch den Bürgermeister selbst verkompliziert, der die Absichten der Regierung bestätigte und erklärte, das Lager hätte aus drei Gebäuden bestanden. Er fügte hinzu, dass die ungarischen Streitkräfte das Gelände bewacht hätten, das durch einen Zaun umgeben gewesen wäre, und argumentierte, die Ängste der Anwohner seien daher unbegründet. Seinen Angaben zufolge sei das Projekt aufgrund von EU-Sanktionen notwendig geworden.
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Die Aufmerksamkeit richtet sich nun ganz auf die versprochenen Dokumente. Sollte der zitierte Regierungserlass tatsächlich veröffentlicht werden, könnte dies die Angelegenheit endgültig klären – obwohl die Aussagen des Bürgermeisters und die gemeldeten Informationen bereits erhebliches Gewicht haben.

„Unterstützen wir Viktor Orbáns Programm und stoppen wir die Einwanderung!“
Foto: Wikimedia Commons
Steigende EU-Geldbußen
Magyar hat dennoch behauptet, dass die öffentliche Empörung die Regierung Orbán zum Rückzug gezwungen habe, wodurch Pläne nicht nur in Vitnyéd, sondern auch anderswo aufgegeben wurden. Unterdessen häufen sich die EU-Geldstrafen weiter, die aufgrund der anhaltenden Nichteinhaltung der europäischen Asylvorschriften durch Ungarn verhängt werden. Die Gesamtstrafe beläuft sich mittlerweile auf über 900 Millionen Euro (etwa 360 Milliarden Forint), wobei die Europäische Kommission diesen Betrag von den Ungarn zustehenden Mitteln abzieht.
Für die Orbán-Regierungen war dies bislang von begrenzter unmittelbarer Bedeutung, da viele EU-Mittel bereits eingefroren worden waren. Diese Situation könnte sich jedoch ändern, da Magyar und seine Verbündeten andeuten, dass diese Mittel bald wieder freigegeben werden könnten.
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