Die Ukraine gerät im Kampf um EU-Gelder mit Polen aneinander, wodurch die Transkarpatien-Frage ungelöst bleibt

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Inmitten des diplomatischen Streits zwischen Warschau und Kiew beginnt ein neues Kapitel in der bewegten Geschichte der Beziehungen zwischen den Nachbarn. Diesmal dreht sich die Rivalität um die Verteilung der Mittel aus der Europäischen Friedensfazilität. Deutschland besteht darauf, dass die von Ungarn freigegebenen 6,6 Milliarden Euro vollständig zur Unterstützung der Ukraine verwendet werden sollten. Polen beabsichtigt jedoch, um jeden Euro zu kämpfen, und fordert die vollständige Erstattung der Kosten für die bereits gelieferten Waffen. Unterdessen rücken die Hoffnungen auf Fortschritte bei den ungarisch-ukrainischen Gesprächen über Transkarpatien immer weiter in die Ferne.
Der stellvertretende polnische Verteidigungsminister Cezary Tomczyk hat in einem Interview mit dem Radiosender RMF FM die Position Warschaus klar dargelegt: Polen erwartet die Rückzahlung von rund 2 Milliarden Zloty (etwa 450 Millionen Euro) für die an die Ukraine gelieferten Waffen. Zuvor hatten Journalisten von RMF FM nach dem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Nikosia berichtet, dass Polen Gefahr läuft, keine vollständige Entschädigung zu erhalten.
Der Kern des Konflikts liegt in den 6,6 Milliarden Euro, die Brüssel nach der Aufhebung des Vetos durch Budapest zur Verfügung stehen. Die von den Mitgliedstaaten im Rahmen der Europäischen Friedensfazilität gemeldeten Gesamtausgaben belaufen sich auf 43 Milliarden Euro, wobei sich bei einer theoretischen Erstattungsquote von 40 Prozent ein Betrag von 13,5 Milliarden ergibt. Dieses Geld ist jedoch nicht vorhanden. Die Hohe Vertreterin der EU für Außenpolitik, Kaja Kallas, schlug vor, die 6,6 Milliarden Euro auf eine Teilrückerstattung an die Mitgliedstaaten (10 Prozent ihrer Kosten), die Finanzierung einer Ausbildungsmission für ukrainische Truppen und gemeinsame Rüstungsbeschaffungen für Kiew aufzuteilen.
Polen lehnt diesen Plan kategorisch ab. „Dieses Geld ist unser Geld“, erklärte Tomczyk und versprach, um jeden Euro zu kämpfen. Warschau wirft Brüssel offen vor, die Regeln mitten im Spiel ändern zu wollen.
Die diplomatische Krise zwischen Polen und der Ukraine, ausgelöst durch die Benennung einer ukrainischen Militäreinheit nach Helden der UPA, hat nun eine scharfe finanzielle Dimension angenommen. Gleichzeitig dämpft Kiew die Erwartungen an die Gespräche mit Ungarn über Transkarpatien. Im polnischen Parlament herrscht Skepsis vor; die Abgeordneten sind überzeugt, dass die ungarische Minderheit, selbst wenn die Ukraine nominell elf Forderungen erfüllt, keine wirklichen Garantien in Fragen der Sprache, der Bildung und der Vertretung in Regierungsgremien erhalten wird.
Während Warschau und Kiew diplomatische, historische und nun auch finanzielle Vorwürfe austauschen, bleibt das Problem der nationalen Gemeinschaften ungelöst, was antiukrainische Stimmungen innerhalb der Visegrád-Gruppe schürt und die Einheit unter den Verbündeten der Ukraine untergräbt.
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