Die ungarische Außenministerin Anita Orbán ernennt neue Botschafter: Historiker für Paris und Warschau ausgewählt

Sprache ändern:

Zu den jüngsten Nominierten für wichtige Botschafter- und Konsulatsposten zählen namhafte Historiker und Fachleute. Die ungarische Außenministerin Anita Orbán hat mehrere neue Kandidaten für Botschafter- und Konsulatsposten bekannt gegeben, darunter Historiker, die für Schlüsselposten in Paris und Warschau ausgewählt wurden.

In der Sendung „Egyenes Beszéd“ des Senders ATV erklärte Orbán am Montagabend, die Regierung habe seit dem Regierungswechsel bislang 34 der 138 ungarischen Missionsleiter ausgewechselt. Sie betonte, dass es sich bei den meisten der neu ernannten Personen um Berufsdiplomaten handele, obwohl auch mehrere bekannte Experten aus der Wissenschaft und anderen Bereichen ausgewählt worden seien.

Zu den jüngsten Nominierten zählen der Historiker Balázs Ablonczy für Paris, der Wahlexperte Mátyás Bódi für Barcelona, der Historiker und Polen-Experte Miklós Mitrovits für Warschau sowie der China-Experte Tamás Hajba für Peking.

Historiker für Paris nominiert

Ablonczy, ein auf die ungarisch-französischen Beziehungen spezialisierter Historiker, wurde gebeten, das Amt des ungarischen Botschafters in Paris zu übernehmen. Zuvor leitete er von 2011 bis 2015 das Ungarische Institut in Paris. Orbán bezeichnete ihn als einen der führenden Experten des Landes für die ungarisch-französischen diplomatischen Beziehungen, wodurch seine Ernennung zu einer der bemerkenswertesten unter den jüngsten Ernennungen zählt.

Auch die Ernennung für Warschau fiel auf einen Historiker. Mitrovits, ein renommierter Experte für Polonistik, lehrt derzeit an einer polnischen Universität und verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Erforschung Polens sowie der ungarisch-polnischen Beziehungen.

Wahlfachmann wird Generalkonsul in Barcelona

Einer der eher unerwarteten Namen auf der Liste ist Mátyás Bódi, der in Ungarn durch seine Arbeit zur Wahlgeografie weithin bekannt wurde. Orbán hat Bódi gebeten, Ungarns Generalkonsul in Barcelona zu werden, wobei sich die Nominierten derzeit in unterschiedlichen Phasen des Ernennungsverfahrens befinden.

Der Außenminister erklärte, die Regierung sei bestrebt, Personen mit einschlägiger Fachkompetenz, Sprachkenntnissen und Kenntnissen über die Länder und Regionen auszuwählen, in denen sie tätig sein werden. „Diese Namen verdeutlichen auch, dass wir versuchen, für jeden Standort die beste Person zu finden“, sagte Orbán und hob neben Sprachkenntnissen und dem Wissen über die bilateralen Beziehungen auch die fachliche Eignung und Integrität hervor.

Der Posten für China geht an einen erfahrenen China-Experten

Tamás Hajba wurde zum nächsten ungarischen Botschafter in Peking ernannt. Im Gegensatz zu einigen der anderen neu bekannt gegebenen Namen blickt Hajba auf eine lange Karriere in der Diplomatie und der internationalen Wirtschaftspolitik zurück. Er war mehr als ein Jahrzehnt lang im ungarischen Außenministerium tätig, bevor er zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris wechselte, wo er als China-Experte arbeitete.

Orbán erklärte, die Mehrheit der neu ausgewählten Missionsleiter seien Berufsdiplomaten, zu denen auch Hajba gehöre. Sie fügte hinzu, die Regierung sei bestrebt, Diplomaten so einzusetzen, dass ihre vorhandenen Kenntnisse und Erfahrungen optimal genutzt werden könnten.

Warum hat Ungarn 34 Botschafter abberufen?

Orbán ging auch auf die Entscheidung der Regierung ein, seit ihrem Amtsantritt 34 Missionsleiter abzuberufen. Sie wies die Vorstellung zurück, dass all diese Diplomaten allein deshalb abberufen worden seien, weil sie mit der vorherigen Fidesz-Regierung in Verbindung standen. Nach Angaben der Ministerin wurden einige von ihnen ersetzt, weil sie bereits ungewöhnlich lange in ihren Ämtern tätig gewesen seien.

Unter früheren Regierungen blieben manche Botschafter bis zu 10 oder sogar 12 Jahre im Ausland. Orbán argumentierte, dass lange Entsendungszeiten ein diplomatisches Problem darstellen können, da sich schließlich die Frage stellen könnte, ob ein Diplomat zu eng mit den Interessen des Landes, in dem er tätig ist, verflochten ist.

Die neue Regierung plant die Wiedereinführung eines traditionelleren Rotationssystems. Nach der vorgeschlagenen Regelung würden Botschafter und Generalkonsuln vier Jahre im Ausland tätig sein, bevor sie für mindestens ein Jahr nach Ungarn zurückkehren.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *