Die Venedig-Kommission ist bereit, den Antrag von Präsident Sulyok nach den Gesprächen in Budapest umgehend zu prüfen

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Der ungarische Präsident Tamás Sulyok führte am Donnerstag in Budapest Gespräche mit Mitgliedern der Venedig-Kommission, nachdem er sich an das verfassungsrechtliche Beratungsgremium des Europarats gewandt hatte – dies im Zusammenhang mit einem, wie sein Büro es bezeichnete, verfassungsrechtlichen Konflikt zwischen ungarischen öffentlich-rechtlichen Institutionen im Anschluss an die Wahlen.
Nach Angaben des Sándor-Palasts hat die Venedig-Kommission signalisiert, dass sie bereit ist, Sulyoks Antrag als dringliche Angelegenheit zu prüfen und durch persönliche Konsultationen in Budapest Informationen zu dem Fall einzuholen. Der Europarat bestätigte zudem, dass die Vorsitzende der Venedig-Kommission, Marta Cartabia, am 2. Juli einen Besuch in Ungarn abgeschlossen habe, bei dem die Delegation mit mehreren hochrangigen ungarischen Amtsträgern zusammentraf.
Delegation der Venedig-Kommission besucht Budapest
An den Gesprächen nahmen Marta Cartabia, Präsidentin der Venedig-Kommission, Simona Granata-Menghini, Direktorin und Generalsekretärin der Venedig-Kommission, sowie Christoph Grabenwarter, das von Österreich entsandte Mitglied, teil.
Nach Angaben des Europarats besuchte die Delegation Ungarn auf Einladung von Ministerpräsident Péter Magyar. Während des Besuchs trafen die Vertreter der Venedig-Kommission mit Präsident Tamás Sulyok, dem Ministerpräsidenten, mehreren Ministern sowie dem Parlamentspräsidenten zusammen.
In der offiziellen Erklärung des Europarats hieß es, im Mittelpunkt der Treffen stünden die Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit im Zusammenhang mit der geplanten Verfassungsreform Ungarns. Ferner wurde angegeben, dass die Gespräche den Zeitplan für die geplante Verabschiedung des Entwurfs zur XVII. Verfassungsänderung zum Gegenstand hatten, vor dem Hintergrund des kürzlich vom ungarischen Präsidenten eingereichten Ersuchens um eine Stellungnahme.
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Sulyok bat um Hilfe bei einem Verfassungskonflikt
Der Sándor-Palast erinnerte daran, dass Sulyok am 29. Mai Kontakt zur Venedig-Kommission aufgenommen hatte. In seiner Eingabe bat der Präsident um fachliche Unterstützung der Kommission bei der Lösung eines – wie sein Büro es bezeichnete – Verfassungskonflikts, der nach den Wahlen zwischen ungarischen Institutionen des öffentlichen Rechts entstanden war.
Der Erklärung zufolge bat der Präsident das Gremium um Unterstützung bei der Suche nach einer Lösung, die den europäischen Verfassungswerten Rechnung trägt. Der Sándor-Palast fügte hinzu, dass die Venedig-Kommission ihre Bereitschaft signalisiert habe, sich dringend mit dem Antrag zu befassen.
Für ausländische Leser: Die Venedig-Kommission ist das Beratungsgremium des Europarats für Verfassungsrecht. Ihre Stellungnahmen sind keine Gerichtsurteile, werden jedoch in europäischen rechtlichen und politischen Debatten aufmerksam verfolgt, insbesondere wenn es um Verfassungsänderungen, Fragen der Rechtsstaatlichkeit oder institutionelle Konflikte geht.
Gespräche auch im Zusammenhang mit der Verfassungsreform
In der offiziellen Mitteilung des Europarats wurde der Besuch in Budapest allgemeiner als Teil der Diskussionen über den ungarischen Verfassungsreformprozess dargestellt. Darin hieß es, die Delegation habe die Rolle und die Arbeitsweise der Kommission erläutert, um den Rahmen für eine wirksame Zusammenarbeit festzulegen.
Dies bedeutet, dass der Besuch nicht nur ein formelles Treffen mit dem Staatsoberhaupt war, sondern auch Teil eines umfassenderen Konsultationsprozesses, an dem mehrere Staatsgewalten Ungarns beteiligt waren. Nach Angaben des Europarats traf die Delegation der Venedig-Kommission mit Präsident Sulyok, Ministerpräsident Péter Magyar, dem Minister im Amt des Ministerpräsidenten Bálint Ruff, Außenministerin Anita Orbán, Justizministerin Márta Görög und der Parlamentspräsidentin Ágnes Forsthoffer zusammen.
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Der Präsident hofft auf eine Lösung im Einklang mit europäischen Normen
In seiner Erklärung gegenüber MTI teilte der Sándor-Palast mit, der Präsident würdige das Engagement der Venedig-Kommission zur Unterstützung der Beilegung der strittigen Situation.
In der Stellungnahme hieß es weiter, Sulyok habe die Hoffnung geäußert, dass die Konsultationen zwischen der Kommission und der ungarischen Regierung ebenfalls erfolgreich dazu beitragen würden, die verfassungsmäßige Ordnung Ungarns auf einem Niveau zu bewahren, das den europäischen Standards entspricht.
Der Fall könnte daher in den kommenden Wochen zu einem wichtigen Bezugspunkt werden, während Ungarn seine geplante Verfassungsänderung vorantreibt. Auch wenn die Stellungnahme der Kommission rechtlich nicht bindend sein wird, könnte ihre Einschätzung sowohl in Ungarn als auch im weiteren Rahmen des Europarats politisches und rechtliches Gewicht haben.
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