Ein weiterer starker Anstieg der Lebensmittelpreise zeichnet sich ab: Die Preise könnten im Herbst zu steigen beginnen, wobei das Jahr 2027 die größten Belastungen mit sich bringen wird

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Europa – einschließlich Ungarn – könnte vor einem weiteren erheblichen Anstieg der Lebensmittelpreise stehen. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von sich verändernden Wetterbedingungen und dem Krieg in der Ukraine bis hin zu Schwankungen der Energiepreise, die durch den Konflikt im Nahen Osten und das Austrocknen von Flussläufen verursacht werden. Experten haben bereits dargelegt, welche Produkte voraussichtlich teurer werden und wann dies geschehen wird. Eines scheint sicher: Wer im Supermarkt denselben Lebensstandard beibehalten möchte, muss tiefer in die Tasche greifen, insbesondere im nächsten Jahr.

Steht uns eine Explosion der Lebensmittelpreise bevor?

In ganz Europa zeichnet sich ein weiterer Anstieg der Lebensmittelpreise ab, und Ungarn wird sich den Auswirkungen wohl kaum entziehen können. Oxford Economics prognostiziert, dass die weltweiten Lebensmittelpreise im Jahr 2026 um 11,8 Prozent steigen könnten, gefolgt von einem weiteren Anstieg um 4,8 Prozent im Jahr 2027. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jedes Lebensmittel in ungarischen Geschäften um 11,8 oder 4,8 Prozent teurer wird. Veränderungen der weltweiten Rohstoffpreise schlagen sich mit einer gewissen Verzögerung über Verarbeitungs-, Transport-, Einzelhandels- und Wechselkurseffekte auf die inländischen Verbraucherpreise nieder.

Mehrere ungünstige Trends laufen zusammen. Europa wird von weiteren Hitzewellen und Dürren heimgesucht, während Kriege für Unsicherheit auf den Energie-, Düngemittel- und Getreidemärkten sorgen. Im Juli wurde die Schätzung für die diesjährige Getreideernte in der EU und Großbritannien von 295,5 Millionen Tonnen auf 286,6 Millionen Tonnen gesenkt – mehr als 23 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr. Unterdessen lag der weltweite Dieselpreis im Juli um 36 Prozent höher als im Vorjahr, während die Düngemittelpreise im Jahresdurchschnitt um 22 Prozent steigen könnten.

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Foto: Daily News Hungary

Die Dürre stellt eine besondere Bedrohung für Mais, Gemüse und Obst dar, hat aber auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Viehhaltung. Tiere produzieren bei der Hitze weniger Milch, während die Kosten für Futterpflanzen nicht nur aufgrund der Dürre, sondern auch wegen höherer Transport- und Bewässerungskosten steigen, wie aus einer Analyse der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu hervorgeht. Dies könnte auf Dauer zu einem Anstieg der Preise für Milch, Käse, Butter, Fleisch und Eier führen.

Teurer Weizen, teureres Brot

Weizen ist ein besonders wichtiger Druckpunkt. Oxford Economics rechnet damit, dass der Weizenpreis im dritten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36 Prozent steigen wird. Russland und die Ukraine machen zusammen fast 30 Prozent der weltweiten Weizenexporte aus, sodass jede Störung des Schiffsverkehrs durch das Schwarze Meer ein ernstzunehmendes Versorgungsrisiko darstellt. Teurerer Weizen könnte sich letztendlich in den Preisen für Mehl, Brot, Backwaren, Nudeln, Frühstückscerealien und Kekse niederschlagen.

Wie sich die Preisanstiege entwickeln werden

Die Verbraucher werden die ersten Auswirkungen voraussichtlich bei frischem Obst und Gemüse spüren. Laut Oxford Economics könnten die Preise innerhalb von zwei bis drei Monaten auf Ernteausfälle reagieren, was bedeutet, dass der Anstieg bereits im Oktober und November spürbar sein könnte. Die Weitergabe der Preissteigerungen auf verarbeitete Lebensmittel erfolgt langsamer: Die stärksten Auswirkungen auf Brot, Teigwaren, Käse, Wein und Speiseöl könnten zwischen Februar und Mai 2027 spürbar werden.

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Ungarn wird sich diesen Entwicklungen nicht entziehen können. Obwohl das Land ein bedeutender Getreideproduzent ist, sind die Preise für Weizen, Mais und Ölsaaten an die internationalen Märkte gekoppelt. Laut Világgazdaság ist das Land zudem bei Düngemitteln, Energie, Pflanzenschutzmitteln, bestimmten Arten von Tierfutter und einigen Verpackungsmaterialien auf Importe angewiesen. Hinzu kommt, dass eine Dürre im Inland das Angebot an Gemüse, Obst und Futterpflanzen weiter einschränken könnte.

In ungarischen Geschäften könnten daher zunächst im Herbst frische Erzeugnisse teurer werden, gefolgt von Preissteigerungen bei Brot, Mehl, Nudeln, Speiseöl und tierischen Lebensmitteln.

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