Einbruch der Inflation in Ungarn: Analysten sind überrascht – doch wie lange kann dieser positive Trend anhalten?

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In den letzten Jahren hatten wir uns daran gewöhnt, dass Inflationszahlen unangenehme Nachrichten mit sich brachten: steigende Preise, explodierende Lebensmittelkosten oder immer teurer werdender Kraftstoff. Zum ersten Mal seit langer Zeit kann die Inflationsrate in Ungarn jedoch in einem positiven Kontext diskutiert werden, da sie auf ein Zehn-Jahres-Tief gesunken ist. Experten erläutern, was hinter diesem Einbruch steckt – und was in den kommenden Monaten und im kommenden Jahr zu erwarten sein könnte.
Selbst Experten sind von der niedrigen Inflation überrascht
Die Preiswahrnehmung der Bevölkerung in den letzten Jahren lässt sich wie folgt zusammenfassen: Obwohl alle nominal mehr verdienten – womit die Regierungen unter Orbán nur allzu gerne prahlten –, reichte unser Geld irgendwie für immer weniger. Das hohe Lohnwachstum ging mit noch höheren Preisanstiegen einher, wobei einige Sektoren unerschwinglich teuer wurden. Allein der Immobilienmarkt reicht aus, um dies zu veranschaulichen.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren stellen Verbraucher nun möglicherweise fest, dass ihr Geld in bestimmten Fällen wieder weiter reicht. Ein Grund dafür ist, dass die Inflationsrate in Ungarn auf ein Zehn-Jahres-Tief gesunken ist – eine Entwicklung, die auch ungarische Experten überrascht hat. Die jährliche Inflationsrate lag im Juli bei nur 1,2 Prozent und damit deutlich unter der zuvor prognostizierten Rate von 1,5 Prozent. Laut portfolio.hu war die Inflation in Ungarn seit 2016 nicht mehr so niedrig. Analysten hatten für Juli eine jährliche Inflationsrate von 1,5 Prozent erwartet, nachdem diese im Juni bei 1,7 Prozent, im Mai bei 1,8 Prozent und im April bei 2,1 Prozent gelegen hatte.

Die Wirtschaftsnachrichten-Website führte den starken Rückgang der Inflation auf drei Faktoren zurück:
- günstige Entwicklungen bei den Lebensmittelpreisen;
- eine beruhigte Lage auf den Kraftstoffmärkten;
- einem starken Forint.
Es bestehen weiterhin Gründe zur Sorge
Die Zeitung wies zudem darauf hin, dass die Kerninflation um 0,3 Prozent gestiegen ist, was nicht gerade gering ist. Darüber hinaus sank die Inflation aufgrund von Faktoren, die außerhalb der Kontrolle der Behörden liegen – externe Einflüsse, die sich in Zukunft ändern könnten.
Auch Dienstleistungen sind deutlich teurer geworden. Große Telekommunikations- und Finanzdienstleister haben nun ihre Preise angehoben, nachdem sie vor der Wahl auf Wunsch der vorherigen Regierung „Zurückhaltung“ geübt hatten. Laut portfolio.hu führte dies zu einem „kleinen Preisschock“ im gesamten Dienstleistungssektor.

Die Zentralbank könnte die Zinsen in Zukunft weiter senken, so das Medium. Die einzigen Gründe für Vorsicht wären höchstens turbulente geopolitische Entwicklungen und Schwankungen auf den Energiemärkten.
Was Experten als Nächstes erwarten
Gábor Regős, Chefökonom bei Gránit Fund Management, erklärte laut MTI, dass der starke Forint, niedrige Inflationserwartungen und das steigende Geschäftsklima gemeinsam ein Umfeld mit gedämpfter Inflation geschaffen hätten. Die Ungarische Nationalbank könnte daher ihren Leitzins im September auf 5 Prozent senken, selbst wenn der Forint weiter an Wert verliert.
Orsolya Nyeste, Chefökonomin für Makroökonomie bei der Erste Bank, erklärte, der Wert vom Juli könnte sich als Jahrestief erweisen. Die Inflation könnte ab August leicht ansteigen, dürfte jedoch unter dem 3-Prozent-Ziel der Zentralbank bleiben.

Dávid Németh, Chefanalyst bei der K&H Bank, betonte, dass steigende Bruttolöhne die Kosten für Dienstleistungen in die Höhe getrieben hätten. Er geht davon aus, dass die Inflation für den Rest des Jahres unter 2 Prozent bleiben wird, wobei der Jahresdurchschnitt voraussichtlich bei etwa 1,8 Prozent liegen dürfte.
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Dániel Molnár, Chefanalyst am GFÜ-Zentrum für Wirtschaftsanalyse, erklärte, die durch die Dürre verursachte schlechte Ernte könne sich auf die Lebensmittelpreise auswirken. Die aktuelle Energiekrise zwinge Unternehmen unterdessen dazu, ihre Berechnung der Energiekosten zu überdenken. Er prognostizierte, dass sich die Inflation im nächsten Jahr voraussichtlich beschleunigen und rund 3 Prozent erreichen werde.
Rekordrückgang bei den Lebensmittelpreisen
Der nationale Handelsverband hob einen Rückgang der Lebensmittelpreise um 4,4 Prozent hervor, was mit ziemlicher Sicherheit einen Rekord darstellt. Er erklärte, der Rückgang sei nicht auf die Margenobergrenze zurückzuführen, sondern auf den günstigen Wechselkurs des Forint sowie positive Trends auf dem inländischen und internationalen Markt. Diese hätten den durch steigende Energiekosten bedingten Anstieg mehr als ausgeglichen.
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