Einer der verkehrsreichsten Knotenpunkte Budapests könnte durch eine neue Straßenbahnlinie und den Abriss einer Überführung umgestaltet werden

Sprache ändern:
Sowohl der oberirdische als auch der unterirdische Bereich des Nyugati-Platzes in Budapest könnten im Rahmen eines geplanten städtischen Entwicklungsprojekts einer umfassenden Umgestaltung unterzogen werden. Die Vorschläge umfassen den Abriss der bestehenden Überführung, die Modernisierung der lange vernachlässigten Unterführung sowie die Neugestaltung der umliegenden öffentlichen Räume.
Im Mittelpunkt des Projekts steht eine neue Straßenbahnlinie entlang der Bajcsy-Zsilinszky-Straße, die eine direkte Verbindung zwischen dem Deák-Ferenc-Platz und dem Lehel-Platz schaffen würde. Die Straßenbahn würde vor dem Nyugati-Bahnhof verlaufen, wobei sich eine Haltestelle direkt neben dem historischen Bahnhofsgebäude befinden würde, was den Umstieg zwischen Bahn und Nahverkehr erheblich erleichtern würde.
Abriss der Überführung und neue öffentliche Räume
Wie Népszava berichtet, beschloss die Stadt erstmals im Herbst 2024, Pläne für das sogenannte Bajcsy-Straßenbahnprojekt auszuarbeiten, obwohl die Finanzierung des Baus zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht gesichert war. Der Planungsauftrag wurde schließlich im Herbst 2025 unterzeichnet, und seitdem laufen die Vorbereitungsarbeiten.
Das Projekt hat kürzlich an Dynamik gewonnen, nachdem die ungarische Regierung mehrfach angedeutet hatte, dass große Verkehrsprojekte durch EU-Mittel finanziert werden könnten, die Ungarn möglicherweise wieder zur Verfügung stehen.
Nach den aktuellen Plänen soll die bestehende Überführung am Nyugati-Platz vollständig abgerissen werden. Entlang des betroffenen Abschnitts der Bajcsy-Zsilinszky-Straße sollen mehr Grünflächen und öffentliche Bereiche geschaffen werden, die den öffentlichen Nahverkehr begünstigen.
Anstelle der derzeitigen drei Fahrspuren in jeder Richtung würde für den Individualverkehr nur noch eine Spur pro Seite verbleiben. Der neu gewonnene Platz würde für Straßenbahnschienen, von Bäumen gesäumte Alleen und Fahrradwege genutzt werden. Der Bereich vor dem Nyugati-Bahnhof, der derzeit von einem Busbahnhof und Parkmöglichkeiten eingenommen wird, würde in einen landschaftlich gestalteten öffentlichen Raum umgewandelt. Zusätzliche Fußgängerüberwege würden zudem die Erreichbarkeit verbessern.
Die Stadtverwaltung strebt an, Fußgängern und dem öffentlichen Nahverkehr in diesem Bereich Vorrang vor dem Durchgangsverkehr einzuräumen.

Eine Reise in die Vergangenheit: Nostalgiefahrzeuge kehren diesen Monat nach Budapest zurück!
Die lang erwartete Sanierung der Unterführung
Zusätzlich zu den Veränderungen an der Oberfläche hat die Stadt Pläne für die vollständige Sanierung der Unterführung am Nyugati-Platz in Auftrag gegeben.
Die Unterführung wurde 1981 eröffnet und wurde seitdem nie umfassend modernisiert. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich ihr Zustand stetig verschlechtert. Die aktuellen Pläne sehen eine Modernisierung der Beleuchtung, der Versorgungsleitungen, der technischen Anlagen sowie der Infrastruktur für Fahrgastinformationen vor.

Viele sind der Meinung, dass diese Verbesserungen längst überfällig sind. Zuvor bezeichnete Tamás Soproni, Bürgermeister des 6. Bezirks von Budapest, die Unterführung als „Horror-Tunnel“ und hob damit sowohl ihren schlechten Zustand als auch ihre ungemütliche Atmosphäre hervor.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist der Bau der Bajcsy-Straßenbahnlinie selbst. Die neue Strecke würde den Deák-Ferenc-Platz mit dem Lehel-Platz verbinden, wobei sich eine Haltestelle direkt neben der Eiffel-Halle des Bahnhofs Nyugati befinden würde, was den Umstieg zwischen Bahn- und Nahverkehr erheblich verbessern würde.
Eine neue Verbindung quer durch Budapest
Das Projekt ist Teil einer langjährigen Vision, die bestehenden Straßenbahnnetze auf der Budaer und der Pester Seite der Stadt miteinander zu verbinden. Bei einer Umsetzung würde das Projekt direkte Straßenbahnverbindungen schaffen, für die derzeit mehrere Umstiege erforderlich sind.
Die Fahrt zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil der Hauptstadt könnte vereinfacht werden, während Fahrgäste, die das Stadtzentrum durchqueren, von schnelleren und bequemeren Routen profitieren würden.
Nach Berechnungen des Verkehrsexperten Dávid Vitézy könnte die neue Straßenbahnlinie täglich zwischen 41.000 und 45.000 Fahrgäste befördern. Zu den Stoßzeiten würden Straßenbahnen im Zwei- bis Dreiminutentakt die Kapazität entlang einer der verkehrsreichsten Verkehrsachsen Budapests deutlich erhöhen.
Die Straßenbahnlinie ist jedoch nur ein Teil einer umfassenderen Umgestaltung, die das Erscheinungsbild des Nyugati-Platzes grundlegend verändern könnte. Wenn die Finanzierung gesichert ist, könnte die Überführung verschwinden, die Unterführung endlich modernisiert werden und Straßenbahnen könnten zum ersten Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder auf die Bajcsy-Zsilinszky-Straße zurückkehren.
Weiterlesen: Dávid Vitézy kündigt Kampf gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen im Schienenverkehr an

