EU-Sicherheitsvorstoß könnte zwei chinesische Telekommunikationsgiganten aus dem Markt drängen: Was das für Ungarn bedeutet

Die Europäische Union ermutigt die Mitgliedsstaaten, die chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei und ZTE von kritischen Netzwerken auszuschließen, und begründet dies mit wachsenden Sicherheitsrisiken. Dieser Schritt könnte erhebliche Auswirkungen auf Länder wie Ungarn haben.
Der Vorschlag der Europäischen Kommission ist Teil eines umfassenderen Rahmens für die Cybersicherheit, der derzeit vorbereitet wird. Er würde es den Ländern ermöglichen, die Teilnahme von Anbietern mit “hohem Risiko” an wichtigen Infrastrukturprojekten einzuschränken oder zu verbieten, insbesondere bei der Entwicklung von 5G-Netzen.
Für Ungarn ist dies ein besonders heikles Thema, da die Regierung Orbán in den letzten Jahren eine offene Politik gegenüber chinesischen Technologieunternehmen verfolgt und mehrere strategische Partnerschaften aufgebaut hat.
Wachsende Spannungen zwischen der EU und China
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und China haben sich in den letzten Jahren zunehmend angespannt. Während der Handel zwischen den beiden Ländern weiterhin stark ist, wächst in Brüssel die Besorgnis über die rasche Expansion chinesischer Unternehmen in mehreren Schlüsselindustrien.
Die EU verfolgt daher einen proaktiveren Ansatz, um ihre heimischen Industrien zu schützen und externe Abhängigkeiten zu verringern, insbesondere in den Bereichen Technologie und Infrastruktur.
Nach Angaben von makronom.eu verzeichnete China im ersten Quartal des Jahres einen Handelsüberschuss von 83 Milliarden Dollar mit der Europäischen Union. Die chinesischen Exporte in die EU erreichten 148 Milliarden Dollar, während die Importe 65 Milliarden Dollar betrugen.
Chinesische Unternehmen sind auch auf dem europäischen Automobilmarkt auf dem Vormarsch, insbesondere in den Bereichen Elektro- und Hybridfahrzeuge. In Mittel- und Osteuropa nimmt ihre Präsenz aufgrund wettbewerbsfähiger Preise und technologischer Fortschritte rasch zu.
Der Wert der Verkäufe in diesem Sektor stieg innerhalb eines Jahres von 11 Mrd. $ auf 20,6 Mrd. $, und auf Europa entfällt inzwischen ein erheblicher Anteil der chinesischen Exporte von Elektrofahrzeugen.
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In Brüssel wird dieser Trend zunehmend als strategisches Thema betrachtet. Der aktuelle Vorschlag (der auf die Telekommunikationsinfrastruktur abzielt und möglicherweise auf den Energiesektor ausgeweitet wird) fügt sich in ein umfassenderes Bestreben ein, die chinesische Präsenz in kritischen Branchen zu begrenzen.
China signalisiert mögliche Gegenmaßnahmen
Peking hat scharf auf die geplanten Maßnahmen reagiert. Chinesische Beamte argumentieren, der Vorschlag sei diskriminierend und basiere nicht auf objektiven technischen oder sicherheitstechnischen Kriterien.
Berichten zufolge hat China einen Brief an die Abteilungen Industrie und Telekommunikation der Europäischen Kommission geschickt, in dem es die Maßnahmen skizziert, die Brüssel zurückziehen soll. Huawei erklärte, dass der Ausschluss von Unternehmen aufgrund ihres Herkunftslandes gegen die Grundsätze der Fairness und Nichtdiskriminierung sowie gegen die internationalen Verpflichtungen der Europäischen Union verstoßen würde.
Das Unternehmen wies auch darauf hin, dass es in mehr als 170 Ländern tätig ist und sein europäisches Lieferzentrum in Budapest betreibt, das 40 Länder bedient und rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Huawei fügte hinzu, dass das Unternehmen den Gesetzgebungsprozess verfolgt und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten wird.
Ungarn stark von chinesischen Investitionen betroffen
In den letzten Jahren hat Ungarn mehrere große chinesische Industrieinvestitionen angezogen. In Debrecen baut CATL ein Batteriewerk im Wert von rund 7,3 Milliarden Euro, während BYD in Szeged seine erste europäische Fabrik für Elektrofahrzeuge errichtet.
Darüber hinaus sind mehrere chinesische Zulieferer in die ungarische Batterieindustrie eingestiegen. Diese Projekte werden häufig durch erhebliche staatliche Subventionen unterstützt und sind eng mit dem Wachstum des Elektromobilitätssektors verbunden.
In diesem Zusammenhang könnte eine strengere EU-Regulierung zu Unsicherheiten bei zukünftigen Investitionen führen und das Umfeld für laufende Projekte neu gestalten, was sich auf die Lieferketten und sogar die Finanzierungsbedingungen auswirken könnte.
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