EU verschärft Visaregeln: Keine Mehrfachvisa mehr für diese Reisenden

Die Europäische Kommission hat als Reaktion auf Russlands Krieg gegen die Ukraine und die wachsende Zahl von Sabotageakten und Drohnenangriffen in Europa strengere Visabestimmungen für russische Bürger angekündigt. Die neuen Maßnahmen sehen vor, dass russische Staatsangehörige keine Mehrfachvisa mehr beantragen können. Das bedeutet, dass sie für jede Reise in die EU einen neuen Antrag stellen müssen.

EU reagiert auf nie dagewesene Sicherheitsbedrohungen

Laut Kaja Kallas, der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, hat die russische Invasion die gefährlichste Sicherheitslage geschaffen, mit der Europa seit Jahrzehnten konfrontiert ist. In den letzten Monaten haben mehrere europäische Länder von Drohnenangriffen und Sabotageakten berichtet, von denen einige die Luftverkehrsnetze in Ungarn und der gesamten Region betroffen haben.

“In die EU zu reisen und sich innerhalb der EU frei zu bewegen, ist kein selbstverständliches Privileg”, betonte Kallas.

Die Europäische Kommission erklärt, die neuen Beschränkungen zielten darauf ab, den Missbrauch von Visa zu verhindern und die Risiken für die innere Sicherheit zu verringern.

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Illustration. Foto: depositphotos.com

Was bedeutet das für russische Reisende?

  • Mehrfache Einreisevisa werden nicht mehr ausgestellt: Reisende müssen für jede Reise ein neues Visum beantragen.
  • Jeder Visumantrag wird einer verstärkten Sicherheitskontrolle unterzogen.
  • Ausnahmen werden nur in streng begründeten Fällen gemacht, wie z.B.:
    • unabhängige russische Journalisten,
    • Menschenrechtsaktivisten,
    • bestimmte humanitäre Situationen.

Magnus Brunner, der EU-Kommissar für Inneres und Migration, betonte, dass dieser Schritt dazu dient, die Sicherheit des Schengen-Raums zu schützen.

Welche Länder haben bereits eine härtere Gangart eingeschlagen?

Während die baltischen Staaten russische Touristen praktisch gänzlich verbannt haben, haben mehrere EU-Länder – darunter Spanien, Frankreich, Italien und Ungarn – laut Portfolio weiterhin eine relativ hohe Zahl von Touristenvisa ausgestellt.

Im Jahr 2024 erhielten mehr als eine halbe Million Russen Schengen-Visa, was immer noch weit unter der Vorkriegszahl von vier Millionen im Jahr 2019 liegt.

Teil des 19. Sanktionspakets der EU

Die EU setzt die Visapolitik zunehmend als strategisches Instrument gegen Moskau ein. In den kommenden Wochen könnten auch weitere Reisebeschränkungen für russische Diplomaten diskutiert werden, möglicherweise einschließlich einer Verpflichtung zur Vorabanmeldung von Reisen.

Es wird erwartet, dass die Europäische Kommission im Dezember eine neue EU-Visastrategie vorlegen wird, die die Mitgliedstaaten zu einem härteren Vorgehen gegenüber so genannten “feindlichen” Ländern ermutigen wird.

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