Europa behält seinen Ruf als sicherstes Reiseziel, während Reisende zunehmend vorsichtiger werden

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Die Nachfrage nach Fernreisen ist in diesem Sommer erneut zurückgegangen, da Touristen ihre Reisen vorsichtiger planen und zunehmend preisbewusst agieren. Europa sticht jedoch international weiterhin hervor, da Reisende den Kontinent nach wie vor als das sicherste Reiseziel der Welt betrachten.
Europa hat laut dem jüngsten „Long-Haul Travel Barometer“, das gemeinsam von der European Travel Commission und Eurail veröffentlicht wurde, seine führende Position auf dem globalen Reisemarkt in Bezug auf die wahrgenommene Sicherheit behauptet. Der Bericht ergab, dass Europa in den Augen internationaler Reisender nach wie vor das sicherste Reiseziel weltweit ist, auch wenn das allgemeine Interesse an Fernreisen leicht nachgelassen hat.
Die weltweite Nachfrage nach Fernreisen ist in diesem Sommer erneut zurückgegangen, wobei die Reiseabsichten um fünf Prozentpunkte auf 52 Prozent gesunken sind. Auch das Interesse an Europa hat nachgelassen, wenn auch in geringerem Maße: Es sank um drei Prozentpunkte auf 36 Prozent.
In den untersuchten Schlüsselmärkten – darunter die Vereinigten Staaten, Kanada, Brasilien, China, Japan und Südkorea – bleibt die Nachfrage stabil, ist jedoch von Zurückhaltung geprägt. Reisende benötigen länger, um Entscheidungen zu treffen, während Preise und Sicherheitsbedenken bei der Wahl des Reiseziels eine noch größere Rolle spielen.
Die sichersten und riskantesten Länder der Welt laut dem Travel Risk Index
Obwohl das Interesse an Europa insgesamt nachgelassen hat, bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen den Quellmärkten. China ist nach wie vor der stärkste Markt: 63 Prozent der Befragten planen in diesem Sommer eine Reise nach Europa. In Brasilien liegt dieser Wert bei 47 Prozent, in Kanada bei 40 Prozent und in Japan bei lediglich 14 Prozent.
Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Südkorea beabsichtigen 28 Prozent der Befragten, Europa zu besuchen, womit das Interesse bereits den dritten Sommer in Folge zurückgeht. In Australien sind die Reiseabsichten auf 33 Prozent gesunken.
Dem Bericht zufolge zeigt dies, dass die Nachfrage nach Europa zwar Schwankungen unterliegen mag, aber weiterhin auf einer breiten globalen Basis beruht. Einer der größten Wettbewerbsvorteile des Kontinents bleibt sein Ruf in puncto Sicherheit, wobei er in mehreren Bereichen besonders gut abschneidet:
- Politische Stabilität: Die Befragten betrachten Europa als berechenbarer und stabiler als andere Regionen.
- Persönliche Sicherheit: Reisende fühlen sich auf dem gesamten Kontinent im Allgemeinen sicher.
- Beziehungen zwischen Touristen und der lokalen Bevölkerung: Spannungen im Zusammenhang mit Besuchern werden als geringer wahrgenommen.
- Naturgefahren: In Bezug auf Naturgefahren wird Europa positiver bewertet.
- Zuverlässigkeit und Vorhersehbarkeit: Diese Eigenschaften haben in dem heutigen unsicheren internationalen Umfeld zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Sicherheit ist zudem der wichtigste Einzelfaktor bei der Wahl eines Reiseziels in Europa: 44 Prozent der Befragten nannten sie als ihr Hauptkriterium. Berühmte Sehenswürdigkeiten und eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur folgen dicht dahinter.
Laut dem „Travel Risk Index 2026“ sind die sichersten Länder der Welt überwiegend europäische Staaten. Das Ranking bewertet das Risiko auf einer Skala von 0 bis 100 anhand von Faktoren wie Kriminalität, Gesundheitsversorgung, politischer Stabilität, Verkehrssicherheit und Naturgefahren, wobei niedrigere Werte auf eine höhere Sicherheit hindeuten.
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Die 10 sichersten Länder der Welt
1. Norwegen – 15/100
2. Schweiz – 15/100
3. Andorra – 17/100
4. Österreich – 17/100
5. Belgien – 17/100
6. Zypern – 17/100
7. Dänemark – 17/100
8. Finnland – 17/100
9. Gibraltar – 17/100
10. Guernsey – 17/100
Die Liste wird vollständig von europäischen Ländern dominiert, ergänzt durch eine Handvoll kleinerer Staaten mit außergewöhnlich hoher Stabilität. Ungarn erhielt einen Risikowert von 26 von 100 Punkten und rangiert damit in der mittleren Kategorie sowie auf Platz 58 der Gesamtwertung. Das Land gilt daher als weitgehend sicher, gehört jedoch nicht zur Gruppe mit dem geringsten Risiko.
Die 10 Länder mit dem höchsten Risiko weltweit
1. Afghanistan – 79/100
2. Somalia – 78/100
3. Haiti – 76/100
4. Sudan – 74/100
5. Irak – 71/100
6. Venezuela – 70/100
7. Libyen – 69/100
8. Jemen – 63/100
9. Pakistan – 62/100
10. Nigeria – 62/100
Die Kategorien mit dem höchsten Risiko stehen größtenteils im Zusammenhang mit Konfliktgebieten und politisch instabilen Regionen.
Letztendlich sind die Kosten der entscheidende Faktor
Eine weitere wichtige Erkenntnis des Berichts ist, dass die Kosten das größte Hindernis für Fernreisen darstellen. Die meisten Befragten halten Reisen nach Europa mittlerweile für teurer als früher, was viele dazu veranlasst, ihre Pläne entweder zu verschieben oder ihre Reiserouten anzupassen.
Dem Barometer zufolge sind hohe Preise besonders problematisch in Märkten, in denen Inflation und schwächere Wechselkurse die Kaufkraft geschmälert haben. Infolgedessen entscheiden sich immer mehr Reisende für kürzere, günstigere oder näher gelegene Reiseziele anstelle von Europa oder verschieben ihre Reisen schlichtweg.
Auch die Buchungsgewohnheiten ändern sich. Anstatt ihren Urlaub viele Monate im Voraus zu planen, nehmen Reisende zunehmend eine abwartende Haltung ein. Sie treffen ihre Entscheidungen innerhalb kürzerer Zeiträume und reagieren direkter auf aktuelle Preise und Sonderangebote, was für Tourismusanbieter zu einer weniger vorhersehbaren Nachfrage führt.
Das „Long-Haul Travel Barometer“ zeigt, dass die Reiseabsichten von Markt zu Markt erheblich variieren. In einigen Regionen ist eine größere Vorsicht zu beobachten, während die Nachfrage anderswo stabiler bleibt. Gemeinsam ist jedoch, dass Reisende überall bei ihren Entscheidungen vorsichtiger geworden sind, während Europa weiterhin seine führende Position in den globalen Sicherheitsrankings behauptet.
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