Gerichtsbeschluss: Der ungarische Milliardär Jellinek und der ehemalige Leiter der staatlichen Vermögensverwaltung wurden festgenommen

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Ein Gericht hat im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen Korruption bei Volánbusz die Festnahme des Milliardärs und Unternehmers Dániel Jellinek sowie des ehemaligen Leiters der ungarischen staatlichen Vermögensverwaltung, Norbert Szivek, angeordnet. Beide Männer stehen im Verdacht, Bestechungsgelder angenommen zu haben und weitere Korruptionsdelikte begangen zu haben.
Gericht ordnet einen Monat Untersuchungshaft an
Das Bezirksgericht Buda-Zentrum ordnete am Donnerstag auf Antrag der Zentralstaatsanwaltschaft die einmonatige Untersuchungshaft für Jellinek und Szivek an, wie der Sprecher der Budapester Staatsanwaltschaft gegenüber der ungarischen Nachrichtenagentur MTI mitteilte. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, da die Verteidiger beider Männer Berufung eingelegt haben.
Die Zentrale Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen mutmaßlicher Bestechung und weiterer Korruptionsdelikte im Zusammenhang mit Volánbusz, dem staatlichen ungarischen Busunternehmen. Wir haben hier ausführlich über den Fall berichtet.

Jellinek, Geschäftsführer der Indotek-Gruppe, und Szivek, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Ungarischen Nationalen Vermögensverwaltungsgesellschaft (MNV), wurden am Dienstag festgenommen und anschließend in Untersuchungshaft genommen.
Die Staatsanwaltschaft hat nun fünf Personen als Verdächtige in diesem Fall vernommen und die Untersuchungshaft für drei von ihnen beantragt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft können die Jellinek, Szivek und einem dritten Verdächtigen zur Last gelegten mutmaßlichen Straftaten nach ungarischem Strafrecht eine Gesamtfreiheitsstrafe zwischen fünf und 15 Jahren nach sich ziehen.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen mutmaßliche Verluste in Milliardenhöhe
Die Ermittlungen betreffen mutmaßliche Korruption im Zusammenhang mit Personenbeförderungsdiensten und dem Kauf von Bussen durch Volánbusz.
Den Ermittlern zufolge könnten die staatseigenen Volán-Unternehmen zwischen 2015 und 2018 Verluste in Höhe von rund 10 Milliarden HUF erlitten haben, die auf angeblich überteuerte Käufe von mehr als 600 gebrauchten Bussen und andere umstrittene Transaktionen zurückzuführen sind. Die Behörden prüfen zudem, ob Gelder, die angeblich durch Korruption erlangt wurden, anschließend gewaschen oder über Unternehmens- und Immobilientransaktionen verschoben wurden.
Das Nationale Ermittlungsamt gab am 10. September bekannt, dass acht ehemalige Führungskräfte des Unternehmens als Verdächtige im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Überteuerung von Volán-Bussen befragt worden seien. Zu den Verdächtigen gehörte auch der ehemalige Leiter der MNV, den die Behörden zu diesem Zeitpunkt nicht namentlich nannten, der jedoch später als Szivek identifiziert wurde.
Laut 24.hu übernahm die Zentrale Generalstaatsanwaltschaft im Mai eine separate Ermittlung, und der Fall hat seitdem an Dynamik gewonnen.
Die Staatsanwaltschaft führt Fluchtgefahr und Beeinflussung als Gründe an
Die Staatsanwaltschaft führt an, dass aufgrund der Schwere der mutmaßlichen Straftaten und der betroffenen Summen Grund zur Annahme einer Fluchtgefahr bestehe. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft beliefen sich die mutmaßlichen unrechtmäßigen Zahlungen auf Hunderte Millionen Forint und im Falle von zwei Verdächtigen sogar auf Milliarden Forint.
Die Staatsanwaltschaft führte außerdem Bedenken an, dass die Verdächtigen die Beweisaufnahme behindern könnten, und wies darauf hin, dass in einem Fall die Gefahr einer erneuten Straftat bestehe. Die Entscheidung des Gerichts betrifft die Untersuchungshaft und stellt keine Feststellung der Schuld der Männer dar.
Indotek weist Vorwürfe gegen Jellinek zurück
Nach der Entscheidung des Gerichts erklärte die Indotek-Gruppe, sie halte die Haftmaßnahme gegen ihren Vorstandsvorsitzenden für unverhältnismäßig.
Das Unternehmen erklärte, Jellinek habe sich während des gesamten Verfahrens den Behörden gegenüber zur Verfügung gestellt und uneingeschränkt mit den Ermittlern kooperiert. Indotek erklärte ferner, dass Jellinek seiner Ansicht nach keine Straftat begangen habe, und zeigte sich zuversichtlich, dass die laufenden Ermittlungen Klarheit in die Angelegenheit bringen würden.
Das Unternehmen fügte hinzu, dass die Entscheidung des Gerichts den Geschäftsbetrieb der Indotek-Gruppe nicht beeinträchtigen werde und dass die Ermittlungen keines ihrer Unternehmen oder Vermögenswerte beträfen.
Jellinek ist einer der vermögendsten Unternehmer Ungarns. Forbes schätzte sein Vermögen in seinem jüngsten Ranking auf 313 Milliarden HUF (0,86 Milliarden Euro) und platzierte ihn damit auf Platz sieben der reichsten Menschen Ungarns.

