Holocaust-Gedenktag in Ungarn: Israels Botschafter spricht bei staatlicher Zeremonie in Anwesenheit des designierten Premierministers Péter Magyar

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Ungarn beging den ungarischen Holocaust-Gedenktag am 16. April, dem nationalen Gedenktag, der an den Beginn der Ghettoisierung der ungarischen Juden im Jahr 1944 erinnert. Bei der offiziellen Gedenkfeier sagte die israelische Botschafterin in Ungarn, Maya Kadosh, dass der Antisemitismus nicht verschwunden sei, sondern zunehmend in weniger expliziten Formen auftrete – was es schwieriger mache, ihn zu bekämpfen – und dass die politische Führung und die Institutionen in der kommenden Zeit eine entscheidende Rolle spielen werden. Holocaust-Gedenktag in Ungarn:
Was ist passiert?
Die ungarische Regierung hat eine offizielle Zeremonie zum Holocaust-Gedenktag im Holocaust-Gedenkzentrum in Budapest (Páva-Straße) abgehalten, um der Opfer zu gedenken und an die ersten Ghettos zu erinnern, die 1944 errichtet wurden.
Nach den Informationen, die von der Veranstaltung weitergegeben wurden, hielt Botschafterin Maya Kadosh eine Rede, in der sie sich darauf konzentrierte, wie die Erinnerung an den Holocaust in die heutige Verantwortung umgesetzt werden muss – insbesondere, wenn es darum geht, zeitgenössische Formen des Antisemitismus zu erkennen und zu bekämpfen.
Wer ist daran beteiligt?
Neben Kadosh sprachen auch Prof. Dr. Andor Grósz, Präsident der Föderation der Jüdischen Gemeinden in Ungarn (Mazsihisz) und Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), sowie ein Vertreter der ungarischen Regierung.
An der staatlichen Gedenkfeier nahmen hochrangige ungarische Beamte, führende Vertreter der jüdischen Gemeinden und die neue politische Führung teil. Von der derzeitigen Regierung nahmen János Bóka und Vince Szalay-Bobrovniczky, ein stellvertretender Staatssekretär, teil.


An der Zeremonie nahm auch der gewählte Ministerpräsident Péter Magyar teil. Zu den Teilnehmern gehörten auch Persönlichkeiten, von denen erwartet wird, dass sie der neuen Regierung beitreten werden, darunter Anita Orbán, die zum neuen Außenminister ernannt wurde, und Zoltán Tarr.
Für internationale Leser: Der 16. April wird in Ungarn als Gedenktag für die Opfer des Holocaust begangen, der mit dem Beginn der Zwangsghettoisierung im Jahr 1944 verbunden ist.
Warum ist das wichtig?
In ihren Ausführungen betonte Kadosh, dass sich die öffentliche Debatte nach der Bildung eines neuen Parlaments und einer neuen Regierung natürlich auf die politischen Entscheidungen und die Richtung konzentrieren wird, aber sie wies auch auf die Bedeutung der Institutionen bei der Gestaltung der Funktionsweise des öffentlichen Lebens hin.
Sie warnte davor, dass sich Antisemitismus heute oft auf weniger offensichtliche Weise manifestiert, was es schwieriger machen kann, ihn zu bekämpfen. In diesem Zusammenhang, so argumentierte sie, wird Führung “komplexer” – und gleichzeitig wichtiger.
Kadosh verknüpfte den Kampf gegen Antisemitismus auch mit der Ablehnung von Versuchen, Israel zu delegitimieren. Sie beschrieb die beiden Aspekte als untrennbar im heutigen Umfeld und beschrieb die ungarisch-israelischen Beziehungen als in einem klaren Bekenntnis zur Bekämpfung von Antisemitismus in all seinen Formen verwurzelt.
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Was kommt als Nächstes?
Mit dem Beginn einer neuen Legislaturperiode und der Bildung einer neuen Regierung rücken Kadoshs Äußerungen die Frage in den Mittelpunkt, wie die neue ungarische Führung und die staatlichen Institutionen zeitgenössische Formen des Antisemitismus, einschließlich weniger offener Erscheinungsformen, definieren und bekämpfen werden.
Auf diplomatischer Ebene haben die Kontakte bereits begonnen. In einer öffentlichen Erklärung sagte der israelische Außenminister Gideon Sa’ar, er habe ein “herzliches” Gespräch mit Anita Orbán geführt, die voraussichtlich die nächste Außenministerin Ungarns werden wird, und ihr zum Wahlsieg von TISZA und ihrer voraussichtlichen Ernennung gratuliert. Sa’ar sagte auch, dass Israel das Engagement des gewählten Premierministers Péter Magyar für die Fortsetzung der ungarischen Tradition der Bekämpfung des Antisemitismus und des Schutzes der jüdischen Gemeinden schätze und fügte hinzu, dass beide Seiten vereinbart hätten, sich bald nach der offiziellen Amtseinführung der neuen Regierung zu treffen.
Dies deutet darauf hin, dass die ungarisch-israelischen Beziehungen zu einem frühen Zeitpunkt im außenpolitischen Kalender der neuen Regierung ein vorrangiges Thema bleiben werden, wobei ein erstes hochrangiges Treffen erwartet wird, sobald das Kabinett vereidigt ist.
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