Hungary’s energy security at risk? Premierminister Orbán beruft Notfallgespräche wegen Pipeline-Stopp ein

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat eine Dringlichkeitssitzung des Energiesicherheitsrates des Landes einberufen. Grund dafür sind die wachsenden Spannungen wegen der unterbrochenen Öllieferungen und die von der Regierung als “ukrainische Energieerpressung” bezeichnete Situation.

Nach Angaben des Regierungsinformationszentrums zielen die Gespräche darauf ab, die Reaktion Ungarns auf die jüngsten energiepolitischen Entwicklungen zu koordinieren. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Abschaltung der Friendship (Druschba) Ölpipeline, die sowohl Ungarn als auch die Slowakei mit russischem Rohöl versorgt, berichtet Portfolio.

Spitzenbeamte und Energiebosse am Tisch

An dem Treffen nehmen wichtige Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft teil, darunter Außenminister Péter Szijjártó, Energieminister Csaba Lantos, der politische Direktor Balázs Orbán, der nationale Sicherheitsberater Marcell Bíró und führende Manager aus dem Energiesektor.

Unter ihnen sind Mavir Zrt. CEO Ferenc Szarvas, MOL-Vorsitzender und CEO Zsolt Hernádi und MVM Zrt.-Chef Károly Mátrai.

Was ist mit der Pipeline passiert?

Die Öllieferungen über die Druschba-Leitung wurden Ende Januar gestoppt, nachdem Berichten zufolge wichtige Infrastruktureinrichtungen, die mit der Route verbunden sind, während des Krieges getroffen wurden. Seitdem sind die Lieferungen nicht wieder aufgenommen worden.

Budapest argumentiert, dass die Ukraine die Wiederaufnahme der Lieferungen absichtlich verzögert, während Kiew und andere auf die Folgen des Konflikts und die Schäden an der Infrastruktur verweisen. Die genauen technischen und politischen Gründe für die anhaltende Unterbrechung bleiben unklar.

Ungarn hat daraufhin in Brüssel eine harte Haltung eingenommen. Die Regierung hat erklärt, dass sie ein EU-Kreditpaket im Wert von 90 Milliarden Euro für die Ukraine blockieren wird, bis die Ölströme wiederhergestellt sind. Gleichzeitig wurden die Diesel-Exporte aus Ungarn in die Ukraine ausgesetzt.

Auch die Slowakei hat sich in den Streit eingeschaltet. Premierminister Robert Fico warnte, dass Bratislava die Notstromexporte in die Ukraine einstellen könnte, wenn die russischen Rohöllieferungen nicht bald wieder aufgenommen werden.

Nach Süden auf der Suche nach Alternativen

Da die östliche Route ungewiss ist, hat sich der Fokus auf die adriatische Pipeline verlagert, die Ungarn mit den kroatischen Lieferungen auf dem Seeweg verbindet. Der kroatische Betreiber Janaf hat erklärt, dass der ungarische und slowakische Bedarf an Rohöl im Moment vollständig gedeckt ist und dass bereits erhebliche Mengen nicht-russischen Öls über diesen Korridor nach Ungarn gelangen.

Dennoch hat die Situation Schwachstellen im ungarischen Energiesystem offenbart. Berichten zufolge hat MOL sogar vorsorglich die Freigabe strategischer Ölreserven beantragt, was die Regierung veranlasste, ein Dekret zu erlassen, das solche Schritte ermöglicht.

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