Jenseits von Budapest: 15 Restaurants auf dem Land in Ungarn, für die sich eine Reise im Jahr 2026 lohnt

Die ungarische Gastronomieszene beginnt und endet längst nicht mehr in Budapest. Von Restaurants in den Weinregionen Tokaj und Villány über kreative Küchen rund um den Plattensee bis hin zu kulinarischen Highlights im Őrség – einige der interessantesten gastronomischen Erlebnisse des Landes finden sich mittlerweile weit außerhalb der Hauptstadt. Die besten Restaurants auf dem Land in Ungarn:
Der in Kürze erscheinende „Dining Guide Top100 Restaurant Guide 2026“ liefert einen weiteren Hinweis darauf, wie stark sich die gastronomische Landkarte Ungarns erweitert hat. Vier Restaurants auf dem Land schafften es in die nationalen Top 10, während sich die Liste der 15 besten Restaurants außerhalb Budapests fast über das gesamte Land erstreckt.
Für internationale Besucher ist dieses Ranking somit mehr als nur eine Restaurantliste. Es kann auch als eine Art gastronomische Reiseroute durch Ungarn dienen.
Wie wir bereits berichteten, wurden Ungarns größte Restaurantauszeichnungen 2026 bekannt gegeben – hier sind die Gewinner des „Dining Guide“
Die 15 besten Restaurants auf dem Land in Ungarn im Jahr 2026
- Pajta – Őriszentpéter
- 42 Restaurant – Esztergom
- Sauska Padi – Tokaj
- Sauska 48 – Villány
- Anyukám Mondta – Encs
- Platán Bisztró – Tata
- Botanica – Dánszentmiklós
- Kistücsök Food&Room – Balatonszemes
- Alkimista Kulináris Műhely – Szeged
- Hosszú Tányér – Hosszúhetény
- morzsa – Pécs
- Mede von Mede Ádám – Badacsonytomaj
- Casa Christa Agriturismo – Balatonszőlős
- Ikon – Debrecen
- Petrányi Borterasz – Csopak
Őrség: regionale Zutaten mit internationaler Perspektive
An der Spitze der Rangliste der ländlichen Restaurants steht das „Pajta“ in Őriszentpéter, tief in der westungarischen Region Őrség gelegen.
Das 2012 von Ferenc Kvasznicza und Flóra Marjai eröffnete „Pajta“ wurde in einer umgebauten Scheune eingerichtet, mit dem Ziel, Gastronomie, Natur und Kultur miteinander zu verbinden.

Die Küche wird mittlerweile vom Kochduo István Akács und Yazmin Salazar geleitet. Salazar bringt Einflüsse aus ihrer mexikanischen Herkunft ein, während Akács über Erfahrung in der Leitung skandinavischer und anderer europäischer Restaurants verfügt.
Das Ergebnis ist ein progressiver, internationaler Stil, der fest auf regionalen Zutaten basiert. Auch das Sammeln von Wildpflanzen ist Teil der Philosophie des Restaurants, wobei Waldpilze und die umliegende Landschaft regelmäßig als Inspiration dienen.
Esztergom: ein neues Kapitel für das Restaurant „42“
Nur eine kurze Fahrt von Budapest entfernt hat das „42 Restaurant“ in Esztergom in den letzten zwei Jahren tiefgreifende Veränderungen durchlaufen.
Das Gourmetrestaurant ist von seinem früheren Standort im Erdgeschoss am Széchenyi-Platz in einen mit Fresken verzierten Raum im Obergeschoss umgezogen, der einst als Wohnzimmer eines bürgerlichen Familienhauses diente.

Seit Dezember 2025 wird die Küche von Kevin Szabó geleitet, der unter anderem über Erfahrung im ungarischen „Bocuse d’Or“-Team verfügt.
Seine Küche basiert auf ungarischen Zutaten, lässt jedoch offen Einflüsse der internationalen Gastronomie einfließen. Die Speisekarte wechselt saisonal und umfasst auch ein komplettes vegetarisches Menü.
Der Restaurantbesitzer, Sándor Varga, ist international auch als Gründer des YouTube-Kanals „Alexander the Guest“ bekannt, der einige der weltweit führenden Gourmetrestaurants vorstellt.
Tokaj und Villány: Wenn die ungarische Weinregion auf kulinarische Erlebnisse trifft
Zwei der Spitzenrestaurants stehen in Verbindung mit einer der bekanntesten ungarischen Weinmarken.
Im „Sauska Padi“ in Tokaj bilden traditionelle ungarische Aromen, regionale Zutaten und auf Tokajer Weine abgestimmte Gerichte die Grundlage der Restaurantidentität.

Küchenchef Attila Bicsár entwickelte das kulinarische Konzept, während der dort tätige Koch Máté Gerák seine Inspiration aus den Wäldern, Gärten und gastronomischen Traditionen der Region Zemplén schöpft.
Je nach Saison können Wild, Pilze, Gemüse, Obst, Mohn, Walnüsse und sogar Aszú-Trauben auf den Tellern erscheinen.
Hunderte von Kilometern südwestlich davon präsentiert das „Sauska 48“ in Villány eine andere Interpretation des Weingut-Restaurants.

Das seit 2017 bestehende Restaurant beschreibt sich selbst als Restaurant „im Herzen des Weinguts“. Bicsárs Konzept des „entspannten dörflichen Gourmet-Erlebnisses“ verbindet schwäbisch-ungarische Wurzeln mit immer raffinierteren Degustationsmenüs.
Wein ist in keinem der beiden Restaurants bloß eine Beilage: Er ist Teil des kulinarischen Konzepts.
Encs: eine der großartigen Geschichten ungarischer Familienrestaurants
Das „Anyukám Mondta“ in Encs feierte im Jahr 2025 sein 30-jähriges Jubiläum.
Das von den Brüdern Szilárd Dudás und Szabolcs Dudás gegründete Restaurant hat sich zu einem der bekanntesten Restaurants auf dem Land in Ungarn entwickelt und ist dabei stets ein Familienbetrieb geblieben.

Die Speisekarte verbindet ungarische und italienische Traditionen mit einem zeitgemäßen Ansatz. Holzofenpizzen und hausgemachte Pasta stehen neben ungarischen Klassikern und spiegeln eine Philosophie wider, die auf hochwertigen Zutaten, Präzision und Einfachheit basiert.
Für ausländische Besucher, die durch den Nordosten Ungarns oder in Richtung Tokaj reisen, ist es seit langem eine der bemerkenswerten gastronomischen Stationen der Region.
Der Plattensee entwickelt sich zu einem bedeutenden Reiseziel für Feinschmecker
Die Balaton-Region ist auf der Liste besonders stark vertreten, was verdeutlicht, wie sich der größte See des Landes weit über sein traditionelles Image als Ort der Sommergastronomie hinaus entwickelt hat.
Im „Kistücsök Food&Room“ in Balatonszemes verbindet sich nun eine mehr als drei Jahrzehnte lange Restaurantgeschichte mit Übernachtungsmöglichkeiten, einem Tagungsraum und einem Wochenend-Konzept mit offener Küche, bei dem Gäste selbst als Köche fungieren können.

Die Küche ist nach wie vor eng mit Zutaten aus der umliegenden Region und modernen Interpretationen ungarischer Gerichte verbunden.
Am Nordufer schlägt das „Mede by Mede Ádám“ in Badacsonytomaj einen ganz anderen Weg ein. Küchenchef Ádám Mede hat das Restaurant rund um das Kochen über offenem Feuer konzipiert, wobei Holzkohle, Rauch, Grills, Räucheröfen und Kessel eine zentrale Rolle spielen.

Traditionelle Aromen präsentieren sich in unerwarteten Formen, von „Körömpörkölt“ bis hin zu „BBQ-Lecsó“, ergänzt durch Käsesorten vom Balaton, Würste und andere regionale Produkte.
In der Nähe verbindet das „Casa Christa Agriturismo“ in Balatonszőlős Übernachtungsmöglichkeiten mit einem Restaurant im Trattoria-Stil. Küchenchef Keve Tóth leitet die Küche seit 2025 und wird dabei vom mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Küchenchef Ádám Barna als Mentor unterstützt.


Und in Csopak bietet die „Petrányi Borterasz“ das vielleicht klassischste Balaton-Erlebnis auf dieser Liste: saisonale Küche, Weine aus eigenem Anbau und einen 180-Grad-Panoramablick über den Plattensee.
Von Pécs bis Szeged: Südungarn experimentiert mit neuen Konzepten
Auch die Städte im Süden Ungarns zeigen, wie vielfältig die Gastronomieszene auf dem Land mittlerweile geworden ist.
In Pécs lässt sich das „morzsa“ nur schwer einer einzigen Kategorie zuordnen. Es vereint eine von skandinavischen Einflüssen geprägte New-Wave-Bäckerei, Kaffeespezialitäten, Frühstück, ein progressives Bistro und eine Weinbar.
Küchenchef Attila Kurucz, der 2018 vom „Dining Guide“ zum „Innovativen Koch des Jahres“ gekürt wurde, arbeitet mit einer kompakten Speisekarte aus unkonventionellen Bistro-Gerichten und einem ständig wechselnden saisonalen Angebot.


In Szeged leitet die ehemalige Journalistin und heutige Köchin Krisztina Katkó das „Alkimista Kulináris Műhely“, das sich nicht einfach als Restaurant, sondern als „Ort zum Abendessen“ bezeichnet.
Es ist nur an drei Tagen in der Woche und ausschließlich nach vorheriger Reservierung geöffnet und serviert ein thematisches Degustationsmenü mit acht Gängen, das alle zwei bis drei Wochen wechselt. Die Gerichte greifen die Traditionen der Großen Ungarischen Tiefebene und der Donau-Tisza-Region auf und interpretieren sie aus zeitgenössischer Perspektive neu.
Falls Sie es verpasst haben: Ein Blick hinter die Kulissen der „Hungary’s Dining Guide Gala 2026“ – VIDEO
Kleinere Lokale, ernsthafte Gastronomie
Eines der interessantesten Merkmale der sich wandelnden Restaurantlandschaft Ungarns ist, dass sich einige der bemerkenswertesten Adressen weit abseits der großen Touristenzentren befinden.
In Hosszúhetény, am Fuße des Zengő-Berges, gestaltet das „Hosszú Tányér“ seine Degustationsmenüs auf der Grundlage lokaler Produkte, regionaler kulinarischer Traditionen und der Jahreszeiten.

In Dánszentmiklós befindet sich das „Botanica“ in einem kleinen Luxushotel, dessen Ambiente von der Provence und der Toskana inspiriert ist. Küchenchef Tamás Munk serviert ein achtgängiges Degustationsmenü, das moderne ländliche Küche mit Techniken der Haute Cuisine verbindet.


Unterdessen bleibt das „Platán Bisztró“ in Tata auch nach der Einstellung des ständigen Fine-Dining-Betriebs des „Platán Gourmet“ im Sommer 2026 weiterhin das eher ungezwungene Mitglied der „Platán“-Gastronomiewelt.
Die Küche verbindet ungarische und internationale Zutaten mit einer raffinierten Präsentation und einem umfangreichen saisonalen Dessertangebot.
Auch Ostungarn hat einen bedeutenden Akteur
In Debrecen zählt das IKON nach wie vor zu den etabliertesten modernen Restaurants Ostungarns.
Küchenchef Ádám Thür, der mehr als ein Jahrzehnt lang Erfahrungen im Vereinigten Königreich gesammelt hat, legt den Schwerpunkt auf regionale und ungarische Zutaten, Saisonalität sowie moderne Neuinterpretationen vertrauter Geschmacksrichtungen.

Das Restaurant unterhält sogar einen eigenen Garten, in dem Kräuter, Gemüse und Obst für die Küche angebaut werden, was gleichzeitig die Nachhaltigkeitsziele des Hauses unterstützt.
Ungarns kulinarische Landkarte wird immer größer
Für Reisende ist die vielleicht interessanteste Erkenntnis aus dem Ranking 2026 geografischer Natur.
Gehobene Gastronomie und ambitionierte moderne Küche in Ungarn konzentrieren sich nicht mehr ausschließlich auf Budapest. Weinregionen, der Plattensee, Kleinstädte und regionale Zentren entwickeln ihre ganz eigenen kulinarischen Identitäten.
Dies eröffnet eine neue Art, das Land zu erkunden: Tokaj durch seine Weine und Wälder, Villány durch seine schwäbisch-ungarischen Traditionen, den Plattensee durch lokale Zutaten und das Kochen über offenem Feuer oder das Őrség durch seine Landschaft und die „Farm-to-Table“-Philosophie.
Für internationale Besucher, die bereit sind, über Budapest hinauszureisen, wird die ungarische Landschaft zunehmend zu einem Teil des Reiseziels – und nicht mehr nur zur Etappe auf dem Weg zwischen den einzelnen Zielen.

