Keine Gastarbeiter, keine Milch? Ausländische Arbeitskräfte halten Ungarns Milchwirtschaft am Leben, sagt Branchenführer

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Die Arbeitsmarktsituation in der Tierhaltung, insbesondere in der Milchproduktion, bleibt angespannt, und ohne ausländische Arbeitskräfte gibt es schlichtweg nicht genügend Arbeitskräfte, betonte der ungarische Rat für Milchprodukte (Tej Terméktanács) am Freitag in einer Erklärung.

Die Organisation erklärte, dass eine Reihe von Unternehmen kürzlich ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck gebracht habe, Arbeitskräfte zu verlieren, die nur schwer zu ersetzen seien.

Der Erklärung zufolge sind Tierpflege und Melken anspruchsvolle Tätigkeiten, und seit Jahren ist es nahezu unmöglich, entsprechend qualifizierte ungarische Arbeitskräfte zu gewinnen und zu halten. Folglich nehmen ausländische Arbeitskräfte den Ungarn keine Arbeitsplätze weg, sondern füllen vielmehr kritische Arbeitskräftelücken.

Der Rat fügte hinzu, dass das Interesse an landwirtschaftlichen Tätigkeiten europaweit gering sei, während die alternde Erwerbsbevölkerung die Personalbeschaffung zunehmend dringlich mache. Technologische Entwicklungen hätten zwar dazu beigetragen, den Arbeitskräftemangel bis zu einem gewissen Grad zu mildern, könnten jedoch den Bedarf an Arbeitskräften nicht vollständig ersetzen.

Der Rat für Milchprodukte argumentierte zudem, dass die Beschäftigung von Gastarbeitern durch positive Erfahrungen in der Branche gerechtfertigt sei, und wies darauf hin, dass diese sich sowohl an das ungarische Umfeld als auch an die Herausforderungen am Arbeitsplatz gut angepasst hätten.

Hungary's dairy farm industry dominated by Phillipine, Indian, and Sikh guest workers
Foto: depositphotos.com

Aufgrund von Rückmeldungen aus der Wirtschaft ist zu erwarten, dass es zu Betriebsstörungen käme, wenn Gastarbeiter bei Ablauf ihrer Aufenthaltsgenehmigung das Land verlassen müssten; die Produktivitätskennzahlen würden sich verschlechtern, und landwirtschaftliche Betriebe könnten gezwungen sein, ihren Viehbestand zu reduzieren oder sogar den Betrieb einzustellen. Dies würde zu einem Rückgang der Produktion führen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit ungarischer Unternehmen schwächen.

Die Organisation erklärte ferner, dass Gastarbeitern die Ausreise nicht gestattet werden sollte, da Nachbarländer keine ähnlich restriktiven Vorschriften für deren Beschäftigung erlassen. Jede Verschärfung der Vorschriften in Ungarn würde das Land daher in einen noch größeren Wettbewerbsnachteil bringen.

Der Rat für Milchprodukte wies zudem darauf hin, dass er der Regierung in den letzten Wochen detaillierte Informationen über den Arbeitskräftemangel in der Branche sowie über die Maßnahmen vorgelegt habe, die seiner Ansicht nach erforderlich sind, um diesem entgegenzuwirken.

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