Mann nach gewaltsamem Eingreifen der ungarischen Polizei bei einer Identitätskontrolle im Koma

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Eine ungarische polizeiliche Untersuchung wurde eingeleitet, nachdem ein Vater von zwei Kindern nach einem Polizeieinsatz in Százhalombatta, einer Stadt etwa 30 Kilometer südwestlich von Budapest, ins Koma gefallen war. Die Familie des Mannes behauptet, die Beamten hätten wiederholt einen Elektroschocker gegen ihn eingesetzt und ihn angegriffen, nachdem sie ihn zu Boden gebracht hatten.

Die Regionalstaatsanwaltschaft Budapest hat am 13. Juli ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Misshandlung im Rahmen der Amtsausübung eingeleitet. Die Ermittlungen selbst belegen noch nicht, dass ein Beamter eine Straftat begangen hat, und die genauen Umstände des Vorfalls werden weiterhin untersucht.

Familie wirft unverhältnismäßige Polizeigewalt vor

Der Vorfall ereignete sich am 8. Juli bei Tageslicht, als vier Polizeibeamte Berichten zufolge versuchten, die Identität von B. Tamás festzustellen. Nach einem Bericht der ungarischen Boulevardzeitung „Blikk“ hatte die Polizei den Verdacht, dass der Mann Drogen konsumiert hatte.

Der verfügbare Polizeibericht, wie er von der Zeitung wiedergegeben wird, besagt, dass Tamás sich der Maßnahme widersetzte und zu fliehen versuchte. Sein Bruder Norbert bestreitet die Behauptung, er habe Drogen eingenommen, und glaubt, dass sein Verhalten stattdessen mit einer psychischen Erkrankung zusammenhängen könnte.

Norbert erklärte, sein Bruder sei in der Lage, ein normales Leben zu führen und zu arbeiten, könne jedoch versuchen zu fliehen, wenn er Angst habe oder sich bedroht fühle. Er argumentierte, dass selbst wenn die Polizei rechtmäßige Gründe gehabt habe, Tamás anzuhalten, das Vorgehen der Beamten weder verhältnismäßig noch professionell gewesen sei.

Die Familie behauptet, die Beamten hätten mehrmals einen Taser oder ein ähnliches Elektroschockgerät eingesetzt, bevor sie den Mann zu Boden drückten. Von „Blikk“ zitierte Zeugen gaben an, er sei anschließend getreten und geschlagen worden, wodurch er Verletzungen an Nase und Schädel davongetragen habe.

Diese Vorwürfe wurden im Rahmen der Ermittlungen bislang nicht bestätigt, und es wurde noch kein offizieller, detaillierter Bericht über den Hergang der Ereignisse veröffentlicht.

Ein Beamter soll Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt haben

Tamás soll während des Polizeieinsatzes das Bewusstsein verloren haben und anschließend aufgehört haben zu atmen. Einer der beteiligten Beamten führte daraufhin eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durch.

Er wurde ins Krankenhaus gebracht und liegt weiterhin im Koma mit einem Hirnödem, also einer Schwellung des Gehirns. Seine Familie teilte mit, dass die Ärzte ihm nur geringe Heilungschancen eingeräumt hätten, und warnte, dass er selbst bei einer Wiedererlangung des Bewusstseins unter Umständen bleibende Schäden davontragen könnte.

Norbert beschrieb seinen Bruder als fleißiges Mitglied einer Familie, die einen Gemüseladen, ein kleines Restaurant und Obstplantagen betreibt. Kurz vor dem Vorfall hatte er Tamás 800.000 HUF – umgerechnet etwa 2.220 EUR zum Wechselkurs der Ungarischen Nationalbank vom 14. Juli – gegeben, um ihm beim Kauf eines neuen Lieferfahrzeugs zu helfen.

Die Familie ist besonders besorgt um Tamás’ zwei kleine Kinder, von denen eines schwer krank ist. Verwandte und Anwohner in Százhalombatta, Érd und Ercsi hoffen auf seine Genesung.

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Die Ermittlungen der ungarischen Polizei werden von der Staatsanwaltschaft geführt

Für internationale Leser: Vorwürfe wegen strafbaren Verhaltens ungarischer Polizeibeamter werden nicht von der örtlichen Polizeidienststelle der Beamten selbst, sondern von einer spezialisierten Abteilung der Staatsanwaltschaft untersucht.

Die Regionalstaatsanwaltschaft Budapest bestätigte, dass sie die Ermittlungen aufgrund einer von der Familie eingereichten Beschwerde angeordnet habe. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass keine weiteren Einzelheiten bekannt gegeben werden könnten, da dies die Wirksamkeit des Strafverfahrens beeinträchtigen könnte, wie 24.hu berichtete.

Laut „Blikk“ wurde erwartet, dass die betroffenen Beamten gemäß den geltenden Vorschriften während der Ermittlungen vom Dienst suspendiert werden. In dem Bericht der Zeitung wurden die Beamten nicht namentlich genannt, und die Behörden haben nicht öffentlich bekannt gegeben, dass einer von ihnen als Verdächtiger vernommen wurde.

Im Rahmen der Ermittlungen muss geklärt werden, warum der Polizeieinsatz begann, auf welchen Widerstand die Beamten stießen, wie oft ein Elektroschocker eingesetzt wurde und wodurch Tamás’ lebensbedrohliche Verletzungen verursacht wurden.

Solange diese Fragen nicht geklärt sind, müssen die Vorwürfe der Familie und die von der Polizei dargelegte Version als widersprüchliche Darstellungen und nicht als gesicherte Erkenntnisse betrachtet werden. Der Fall dürfte dennoch große öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen, da eine routinemäßige polizeiliche Maßnahme dazu führte, dass ein Vater von zwei Kindern wiederbelebt werden musste und sich weiterhin in einem lebensbedrohlichen Zustand befindet.

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