Ministerpräsident Magyar verspricht eine erhebliche Erhöhung des Kindergeldes und eine neue Verfassung: Hier sind die Fristen

Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hat für das nächste Jahr eine erhebliche Erhöhung des Kindergeldes zugesagt und gleichzeitig eine neue Verfassung sowie ein neues Wahlgesetz bis 2030 in Aussicht gestellt.
„Eine umfassende Erhöhung“ der Familienbeihilfen
Péter Magyar hat für das Jahr 2027 eine erhebliche Erhöhung der ungarischen Familienbeihilfe versprochen, ohne jedoch eine konkrete Zahl zu nennen oder genau anzugeben, ab wann die höheren Zahlungen erfolgen sollen. In der Sendung „Felkelő“ des Radiosenders Kossuth erklärte Magyar am Montag, die Erhöhung werde trotz der schwierigen Haushaltslage, die von der Vorgängerregierung übernommen wurde, umgesetzt.
„Ich kann Ihnen garantieren, dass es eine umfangreiche Erhöhung des Kindergeldes geben wird“, sagte der Ministerpräsident und fügte hinzu, dass diese Maßnahme Teil des Haushaltsplans für das Jahr 2027 sein werde.
Magyar erklärte, seine Regierung habe bei Amtsantritt ein Haushaltsdefizit von 8,3 Prozent vorgefunden, es sei ihr jedoch gelungen, das Defizit innerhalb von drei Monaten um 1.000 Milliarden HUF (2,5 Milliarden Euro) zu verringern.
Er betonte, dass die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts im Staatshaushalt und der Abbau des Defizits weiterhin die wichtigste Aufgabe der Regierung seien. Entscheidungen über Maßnahmen wie Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst, Senkungen der Einkommensteuer und die Erhöhung des Kindergeldes würden daher gemeinsam im Rahmen der Aufstellung des Haushaltsplans 2027 getroffen.
Das Kindergeld in Ungarn wurde seit 2008 nicht mehr erhöht.

Mitarbeiter im Kinderschutz sollen eine Gehaltserhöhung von 20–25 % erhalten
Der Ministerpräsident erörterte zudem die Lage im ungarischen Kinderschutzsystem nach der Veröffentlichung eines aktuellen Berichts, der seiner Aussage nach zeige, dass der Sektor „am Rande des Zusammenbruchs“ stehe. Die Beschäftigten im Kinderschutz und in den Sozialdiensten sollen eine Gehaltserhöhung von 20–25 Prozent erhalten, wobei die erste Hälfte der Erhöhung bereits mit den November-Gehältern und der Rest im Januar ausgezahlt wird.
Magyar räumte ein, dass diese Maßnahme nicht alle Probleme des Sektors lösen werde, und erklärte, die Gehälter seien in Bereichen wie Kinderschutz, Gesundheitswesen und Strafverfolgung nach wie vor „demütigend niedrig“. Er erklärte, die Regierung werde Bildung, Gesundheitswesen und Kinderschutz zu ihren wichtigsten Prioritäten zählen.
Die Regierung bereitet zudem Änderungen an Ungarns Kinderschutzgesetzgebung vor. Magyar erklärte, der Gesetzentwurf werde am Montag dem Parlament vorgelegt und könne Ungarn dabei helfen, eine EU-Geldstrafe im Zusammenhang mit dem von der Vorgängerregierung verabschiedeten Kinderschutzgesetz zu vermeiden.
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Neue Verfassung und neues Wahlgesetz bis 2030 versprochen
Magyar bestätigte zudem, dass seine Regierung beabsichtigt, noch vor 2030 eine neue Verfassung und ein neues Wahlgesetz zu verabschieden. Auf die Frage, ob beides noch während der laufenden Legislaturperiode verabschiedet werde, antwortete Magyar mit „Ja“, fügte jedoch hinzu, dass er nicht garantieren könne, wann diese tatsächlich in Kraft treten würden.
Er erklärte, der von der Regierung bevorzugte Ansatz sei es, zunächst die neue Verfassung zu verabschieden und diese anschließend durch ein Referendum bestätigen zu lassen. Magyar betonte, dass die politische Gemeinschaft von Tisza sehr vielfältig sei, fügte jedoch hinzu, dass sich ihre Mitglieder darin einig seien, kein politisches System aufbauen zu wollen, das dem vorherigen ähnele.
Er erklärte ferner, dass bis Ende September ein Gremium zur Überwachung des Verfassungsprozesses eingerichtet werden könnte.
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Magyar weist Bedenken zurück, dass die Tisza zu einem „weiteren NER“ werden könnte
In dem Interview wurde auch auf die Kritik eingegangen, dass die Tisza-Partei letztendlich das mit der vorherigen Regierung verbundene politische System reproduzieren könnte.
Magyar wies diese Möglichkeit zurück und erklärte, die Partei wolle weder das Verfassungsgericht noch die öffentlichen Medien „besetzen“. Er forderte zudem Parität bei der Auswahl der Mitglieder des Verfassungsgerichts und erklärte, Fidesz solle an diesem Prozess beteiligt werden.
Auf die Frage nach dem jüngsten Bericht von 444.hu über interne Spannungen innerhalb von Tisza, darunter Meinungsverschiedenheiten rund um den Parteipolitiker Márk Radnai, erklärte Magyar, er habe „volles Vertrauen“ in Radnai. Er argumentierte, Meinungsverschiedenheiten seien in einer schnell wachsenden politischen Gemeinschaft, die Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen zusammenbringe, ganz natürlich.
„Wir haben diese Konflikte besprochen“, sagte Magyar und betonte, dass Tisza nicht nach dem Prinzip funktioniere, dass ein einziger Führer alles entscheide und jeden entlasse, der anderer Meinung sei.
Ein gemäßigterer Ton im Parlament?
Der Ministerpräsident wurde zudem zu den hitzigen Wortgefechten im Parlament befragt. Magyar erklärte, er habe Verständnis für die Kritik an seinem Tonfall und räumte ein, dass es schwierig sein könne, nicht scharf zu reagieren, wenn man Angriffen von Personen ausgesetzt sei, die selbst beleidigende Äußerungen gegenüber anderen verwendet hätten.
Er erklärte jedoch, er werde versuchen, seine Vorgehensweise gemäßigter zu gestalten. „Die Verantwortung einer Person in der Regierung ist immer größer“, sagte er.

