Ministerpräsident Péter Magyar: Die Regierung setzt den Willen der Wähler um

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Ministerpräsident Péter Magyar erklärte, Ungarn sei in eine neue verfassungsrechtliche Ära eingetreten, nachdem das Parlament am Montag die 17. Änderung des Grundgesetzes mit einer Zweidrittelmehrheit verabschiedet hatte; er bezeichnete die Abstimmung als Erfüllung des im April von den Wählern erteilten Mandats.
Péter Magyar hielt nach der Abstimmung eine Pressekonferenz ab
Bei einer Pressekonferenz im Parlament nach der abschließenden Abstimmung erklärte Péter Magyar, die Änderung markiere den Beginn des rechtlichen Abbaus dessen, was er als das „Orbán-System“ bezeichnete. Er kündigte an, dass Anfang September ein umfassenderer Verfassungsprozess beginnen werde, der mehrere Monate dauern und Bürger aus ganz Ungarn zur Teilnahme einladen werde.
Nach Angaben des Ministerpräsidenten führt die Verfassungsänderung mehrere wesentliche institutionelle Veränderungen ein. Sie beendet die Amtszeit des derzeitigen Staatspräsidenten, schränkt die Konzentration politischer Macht ein, stärkt die Unabhängigkeit des Verfassungsgerichts und schafft die verfassungsrechtliche Grundlage für das Nationale Amt für die Rückgewinnung und den Schutz von Vermögenswerten, das die Rückgewinnung öffentlicher Vermögenswerte überwachen wird.
Magyar erklärte, die Regierung setze die im Wahlkampf gemachten Versprechen um, und betonte, sie habe von den Wählern ein „klares und unmissverständliches Mandat“ erhalten. Er fügte hinzu, zu den weiteren Prioritäten gehörten die Öffnung historischer Geheimdienstakten, die Freigabe zusätzlicher EU-Mittel sowie die Gewährleistung einer effizienteren Nutzung öffentlicher Ressourcen.
Sie werden versuchen, den besten Kandidaten zu finden
Der Ministerpräsident ging auch auf die Zukunft von Präsident Tamás Sulyok ein und argumentierte, dass dem Staatsoberhaupt nun zwei verfassungsrechtliche Optionen zur Verfügung stünden: entweder freiwillig zurückzutreten oder die Verfassungsänderung innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von fünf Tagen zu unterzeichnen. Jede andere Vorgehensweise, so Magyar, würde gegen das Grundgesetz verstoßen und könnte zu einem Amtsenthebungsverfahren führen, wobei der Parlamentspräsident die Rolle des Interimspräsidenten übernehmen würde.
Im Hinblick auf die Wahl eines neuen Staatsoberhauptes erklärte Péter Magyar, die Regierung suche nach einem Konsenskandidaten für das Amt des Präsidenten der Republik, der die nationale Einheit verkörpere und für alle akzeptabel sei. Zwar werde die regierende Tisza-Partei einen eigenen Kandidaten nominieren, doch würden auch Gespräche mit anderen Fraktionen geführt.
Er erklärte, der ideale Präsident solle sich den demokratischen Werten verpflichtet fühlen, bereit sein, schutzbedürftige Gruppen zu verteidigen, und bereit sein, moralische Standpunkte einzunehmen – selbst gegenüber den eigenen politischen Verbündeten. Magyar bekräftigte zudem seine persönliche Unterstützung für die Einführung direkter Präsidentschaftswahlen als Teil einer umfassenderen Verfassungsreform.
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Péter Magyar ist der Ansicht, dass die Fidesz derzeit enorme interne Turbulenzen durchlebt
Der Ministerpräsident erklärte, die bevorstehende Verfassungsüberarbeitung werde etwa ein Jahr dauern und eine öffentliche Debatte über bisher tabuisierte Themen anregen. Er argumentierte, dass die Bürger – und nicht nur Verfassungsexperten oder Politiker – an der Gestaltung des künftigen verfassungsrechtlichen Rahmens Ungarns mitwirken sollten.
In seinem Kommentar zu den jüngsten politischen Entwicklungen behauptete Magyar, die ehemalige Regierungspartei Fidesz zeige Anzeichen eines inneren Zerfalls, und verwies dabei auf den Rücktritt von Gergely Gulyás als Fraktionsvorsitzender. Zudem wies er Bedenken hinsichtlich der verspäteten Stellungnahme der Venedig-Kommission zu den Verfassungsänderungen zurück und erklärte, das Gremium habe Verständnis für die Herausforderungen bei der Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit nach – wie er es bezeichnete – Jahren des demokratischen Rückschritts.
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