Neue Steuern und Erhöhungen ab 2026: Finanzielle Belastungen ändern sich in Hunderten von ungarischen Ortschaften – ist Ihre auch dabei?

Obwohl die meisten der mehr als 3.000 ungarischen Gemeinden im Jahr 2026 keine neuen Steuern eingeführt haben, gab es dennoch landesweit erhebliche Änderungen. Nach Angaben des ungarischen Finanzministeriums haben 128 Ortschaften zum 1. Januar 2026 eine neue Art von Kommunalsteuer eingeführt, während weitere 475 Gemeinden bestehende Abgaben erhöht oder geändert haben. Die Änderungen betreffen vor allem die Tourismussteuer, die Gebäudesteuer und die Grundsteuer, aber mehrere Siedlungen haben auch sogenannte Gemeindesteuern eingeführt, die auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnitten sind.

Ungewöhnliche, auf lokale Gegebenheiten zugeschnittene Gemeindesteuern

Gemeindesteuern spiegeln in der Regel lokale Herausforderungen wider. Im 18. Bezirk von Budapest wurde beispielsweise eine so genannte “Siedlungssteuer” eingeführt: Wenn mehr als 15 Personen ihre Adresse auf ein und demselben Grundstück anmelden, muss eine Gebühr von 150.000 HUF pro Person entrichtet werden. Ziel ist es, Massenanmeldungen von Adressen einzudämmen, berichtet Pénzcentrum.(EUR 1 = HUF 385)

In der Gemeinde Kárász werden nun auch Gebäude mit einer Höhe von mehr als 20 Metern, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden und nicht als Gebäude gelten, mit einer jährlichen Abgabe von 1 Million HUF besteuert. In Mindszentgodisa müssen die Eigentümer eine jährliche Gebühr von 120.000 HUF pro Haushaltskläranlage entrichten, mit Ausnahme von modernen Wurzelraumkläranlagen.

Die Stadt Pilis hat eine neue Steuer auf Kleingartengrundstücke eingeführt, die bisher von der Kommunalsteuer befreit waren. In Döbörhegy werden vernachlässigte und schlecht gepflegte Gebäude und Grundstücke entweder auf der Grundlage von Quadratmetern oder durch eine Pauschalgebühr besteuert. Obwohl diese Steuern landesweit nur relativ wenige Menschen betreffen, veranschaulichen sie die zunehmend kreativen Ansätze, die die Gemeinden bei der lokalen Besteuerung verfolgen.

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Tourismussteuer erreicht an mehreren Orten Rekordniveau

Die Änderung, die Einwohner und Reisende gleichermaßen betreffen dürfte, bleibt die Tourismussteuer (IFA). Im Jahr 2026 wurde der Steuersatz in 150 Ortschaften geändert, wobei 30 Gemeinden die Steuer zum ersten Mal einführten. Da der Höchstsatz an die Inflation gekoppelt ist, haben sich viele Gemeinden für Erhöhungen entschieden.

Derzeit gilt der höchste Satz von 830 HUF pro Übernachtung in sieben Gemeinden, darunter Hévíz, Tihany, Sárvár, Tata und Zalakaros. Ausnahmen gelten weiterhin für bestimmte Personengruppen, z.B. für Personen unter 18 Jahren, lokale Angestellte und Personen, die bestimmte öffentliche Aufgaben erfüllen. Die Tourismussteuer kann nicht mit einer SZÉP-Karte bezahlt werden. Eine vollständige Liste der betroffenen Siedlungen finden Sie in dem Artikel von Pénzcentrum.

Tourismussteuererklärungen werden vereinfacht

Ende 2025 hat die Regierung beschlossen, die Steuererklärungen für den Tourismus zu vereinfachen. Im Rahmen des neuen Systems wird das Nationale Tourismusdatenzentrum (NTAK) die Entwürfe der Steuererklärungen vorbereiten, was den Verwaltungsaufwand für die Beherbergungsbetriebe erheblich reduziert. Die notwendigen IT-Entwicklungen werden voraussichtlich bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Immobilienbezogene Steuern im Aufwind: Gebäude- und Grundsteuern

Ab 2026 werden die Gebäudesteuersätze in 123 Siedlungen erhöht, während sich die Grundsteuersätze in 110 Orten ändern. In 12 Gemeinden wurde die Gebäudesteuer zum ersten Mal eingeführt, während die Grundsteuer in 23 Orten neu hinzukam. Diese Steuern werden in der Regel pro Quadratmeter berechnet und unterscheiden sich oft je nachdem, ob es sich um ein Wohngrundstück, ein Nichtwohngrundstück oder ein unbebautes Grundstück handelt.

Experten raten den Einwohnern, sich über die genauen Regeln in ihrer Gemeinde zu informieren, da Befreiungen und Ermäßigungen von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein können.

Weitere Steueränderungen auf dem Weg

Mehrere Gemeinden haben auch die kommunale Steuer für Privatpersonen sowie die lokale Gewerbesteuer (HIPA) geändert. Die Einführung neuer Steuern ist zwar nicht landesweit einheitlich, aber es ist klar, dass die lokalen öffentlichen Abgaben ab 2026 in vielen Gebieten steigen werden.

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