Orbán schlägt in Tusványos andere Töne an: Fidesz definiert seine Rolle neu, während die „Widerstandspolitik“ in Gang kommt

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Viktor Orbán nutzte seine Rede an der Bálványos-Sommeruniversität in Baile Tusnad, um zu argumentieren, dass sich die Fidesz von der traditionellen Oppositionspolitik abwenden und das übernehmen müsse, was er als „Widerstandspolitik“ bezeichnete.

Er erklärte, die unmittelbare Aufgabe der Partei bestehe nun nicht mehr in erster Linie darin, nach der Niederlage Selbstkritik zu üben, sondern das zu verteidigen, was er als Ungarns Freiheit bezeichnete. Orbán sagte, er glaube nicht, dass die Wähler, die im Frühjahr für einen Wandel gestimmt hätten, dies in böser Absicht getan hätten. Seiner Darstellung zufolge hätten viele einfach weniger Fehler der Regierung und eine stärkere Wirtschaftsleistung erwartet.

Freiheit, nicht Parteipolitik

Laut Orbán ist Freiheit in Ungarn „kein Parteithema“, und Fidesz solle als breiter Dachverband für alle fungieren, die sie schätzen. Er erklärte, die Partei solle sich nicht wie eine normale Parteiorganisation verhalten, sondern eher wie ein „Dienstleistungszentrum“ und eine „Inkubator“ für freiheitsorientierte Gruppen und Organisationen.

Er erklärte ferner, die Bewegung solle zu ihren 2,5 Millionen Wählern stehen, betonte jedoch, dass dies allein nicht für eine Mehrheit ausreichen werde. Er argumentierte, die fehlende Unterstützung werde von „politischen Wellen, die von der Realität ausgelöst werden“ sowie von einer, wie er es nannte, breiteren Koalition für die Freiheit kommen.

Unterdessen zitierte Ministerpräsident Péter Magyar die jüngste Umfrage des Závecz-Forschungsinstituts, wonach die regierende Tisza-Partei beliebter denn je sei, und dass die Beliebtheit von Fidesz in den jüngsten Umfragen bei etwa 19 % liege, während die Partei bei den Parlamentswahlen im April die bereits erwähnten 2,5 Millionen Stimmen erhalten habe, was einem Anteil von mehr als 38 Prozent entsprach.

Wirtschaftspolitische Botschaft und Wahlkampfstrategie

Orbán verband die politische Botschaft mit wirtschaftlichen Aspekten und deutete an, dass es der derzeitigen Regierungsseite an soliden wirtschaftlichen Grundlagen mangele und sie letztendlich an Unterstützung verlieren werde. Er erklärte, das Verhältnis vom April, als 53 Prozent für Tisza und 47 Prozent dagegen gestimmt hätten, werde sich früher umkehren, als viele erwarten.

Zudem stellte er die kommende Phase als eine Zeit dar, in der Fidesz aus seinen Fehlern lernen und gleichzeitig „stolz“ zu seinen Errungenschaften stehen sollte. Diese Kombination aus Selbstreflexion und Trotz ist zentral für die neue Botschaft, die er in Tusványos skizzierte.

Warum dies von Bedeutung ist

Die Rede ist von Bedeutung, da sie zeigt, wie sich die Fidesz nach dem Machtverlust neu positioniert, ohne dabei die Sprache einer normalen parlamentarischen Opposition zu übernehmen. Stattdessen versucht Orbán, den politischen Rückschlag in eine umfassendere Mobilisierungserzählung zu verwandeln, die sich um nationalen Widerstand, Freiheit und Kontinuität dreht.

Dieser Ansatz könnte die Art und Weise prägen, wie Fidesz in den kommenden Monaten mit seinen Anhängern kommuniziert, insbesondere wenn die Partei ihre Basis erhalten und gleichzeitig neue Wählergruppen ansprechen möchte.

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