Orbán und Fico drängen die EU, die Sanktionen aufzuheben und die russischen Öllieferungen sofort wieder aufzunehmen

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Der ungarische Premierminister Viktor Orbán und der slowakische Premierminister Robert Fico haben sich erneut zusammengetan, um die Europäische Union aufzufordern, ihre Beschränkungen für russische Energieimporte aufzugeben, da Europa auf eine schwere Energiekrise zusteuere.

Nach einem Telefongespräch zwischen den beiden Staats- und Regierungschefs sagte Fico , Brüssel müsse “zum gesunden Menschenverstand zurückkehren”, indem es den Dialog mit Moskau wieder aufnehme und den Mitgliedsstaaten erlaube, Öl und Gas aus allen verfügbaren Quellen zu beziehen, einschließlich Russland. Er forderte außerdem sofortige Maßnahmen, um die Ölpipeline Druschba (Freundschaft), eine wichtige Versorgungsroute für Mitteleuropa, wiederherzustellen.

Der jüngste Appell kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiepreise in ganz Europa aufgrund der neuen geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt in die Höhe geschnellt sind.

Fico: Nationale Regierungen können das Problem nicht allein lösen

In einer stark formulierten Erklärung in den sozialen Medien sagte Fico, dass die sich verschlimmernde Energienotlage “nicht nur auf nationaler Ebene angegangen werden kann”, und wiederholte damit Orbáns langjährige Kritik an der EU-Sanktionspolitik.

Dem slowakischen Premierminister zufolge arbeiten beide Regierungen daran, ihre Volkswirtschaften und Bürger vor dem zu schützen, was er als “ideologische Blindheit und Inkompetenz” der Europäischen Kommission bezeichnete. Gleichzeitig machte er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenski für die anhaltende Unterbrechung der russischen Rohöllieferungen durch die Ukraine verantwortlich.

Fico ging noch weiter und forderte die EU auf, die – wie er es nannte – “absurden” Sanktionen gegen russische Öl- und Gasimporte aufzuheben und eine eigene Initiative zu starten, um den Krieg in der Ukraine schneller zu beenden.

Druschba-Pipeline erneut im Zentrum des Streits

Im Mittelpunkt des jüngsten Streits steht die Druschba-Pipeline, eine der wichtigsten europäischen Öladern, die Raffinerien in Ungarn und der Slowakei versorgt.

In den letzten Monaten kam es immer wieder zu Unterbrechungen der Pipeline. Budapest und Bratislava beschuldigen Kiew zunehmend, den stabilen Transit nicht zu gewährleisten. Die Ukraine hat diese Behauptungen jedoch bestritten und auf kriegsbedingte Schäden und Sicherheitsrisiken hingewiesen, die die Infrastruktur betreffen.

Für Ungarn ist das Thema besonders heikel. Trotz der allgemeinen Bestrebungen der EU, die Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen zu verringern, ist das Land immer noch in hohem Maße auf Pipeline-Rohöl angewiesen, insbesondere für die Raffinerie in Százhalombatta.

Falls Sie es verpasst haben: Premierminister Orbán fordert sofortiges Ende der russischen Energiesanktionen

Ungarn und die Slowakei bleiben EU-Ausreißer

Die gemeinsame Position von Orbán und Fico macht deutlich, dass Ungarn und die Slowakei in Energiefragen weiterhin zu den russlandfreundlichsten Regierungen der EU gehören.

Während die meisten Mitgliedstaaten die russischen Importe seit dem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 drastisch reduziert haben, haben Budapest und Bratislava stets argumentiert, dass die Binnenländer Mitteleuropas mehr Flexibilität und Zeit brauchen.

Ihre erneuten Lobbying-Bemühungen dürften die Spannungen in Brüssel verschärfen, insbesondere da die Diskussionen über künftige Sanktionspakete und Europas langfristige Pläne zur Diversifizierung der Energieversorgung weitergehen.

Wussten Sie schon?

Der Vorstoß von Budapest und Bratislava, die russischen Öl- und Gasimporte wiederherzustellen, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Moskaus Krieg gegen die Ukraine weiterhin einen tödlichen Tribut unter der Zivilbevölkerung fordert. Am Samstagmorgen schlug eine russische Drohne auf einem belebten Markt in der südukrainischen Stadt Nikopol ein. Dabei wurden fünf Menschen getötet und mindestens 19 weitere verletzt, so die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft, die den Angriff als “ein weiteres Kriegsverbrechen der Russischen Föderation” bezeichnete.

Nikopol, das am Fluss Dnipro gegenüber dem russisch besetzten Gebiet liegt, wurde im Laufe des Krieges wiederholt angegriffen, aber der jüngste Angriff hat erneut die menschlichen Kosten hinter Europas geopolitischer Energiedebatte deutlich gemacht. Von den ukrainischen Behörden veröffentlichte Bilder zeigten zertrümmerte Kioske, verbogenes Metall und über das Marktgebiet verstreute Trümmer, während bei weiteren russischen Drohnenangriffen in der Nacht Berichten zufolge fast 300 Drohnen in mehreren ukrainischen Regionen eingesetzt wurden.

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