Péter Magyar versprach die Einführung eines gerechteren und proportionaleren Wahlsystems, hat jedoch bislang noch keine Einzelheiten genannt

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Péter Magyar hat im Parlament ein gerechteres und proportionaleres Wahlsystem versprochen und damit auf eine Frage von László Toroczkai, dem Vorsitzenden der rechtsradikalen Partei Mi Hazánk (Unsere Heimat), geantwortet. Die Tisza-Partei vertritt die Auffassung, dass die nächsten Parlamentswahlen bereits nach demokratischeren Regeln durchgeführt werden sollten, obwohl noch unklar ist, welche konkreten Änderungen die Regierung anstrebt.

Péter Magyar spricht über ein ungerechtes und unverhältnismäßiges System

Experten zufolge besteht einer der Hauptmängel des unter den Regierungen von Viktor Orbán entwickelten Systems darin, dass es die Ergebnisse zugunsten des amtierenden Gewinners verzerrt. Dies ist zum einen auf die Ein-Runden-Struktur und zum anderen auf den Mechanismus der „Gewinnerkompensation“ zurückzuführen. Infolgedessen ist es möglich, dass eine Regierung mit weniger als 50 Prozent der Stimmen auf der Parteiliste eine verfassungsrechtliche Zweidrittelmehrheit sichert. Fidesz–KDNP hat davon mehrfach profitiert; zuletzt gewann die Tisza-Partei am 12. April 141 der 199 Parlamentssitze mit 53 Prozent der Listenstimmen. Zwar gewährleistet eine solche Unverhältnismäßigkeit die Regierungsfähigkeit, doch argumentieren viele, dass das System sowohl fairer als auch repräsentativer gestaltet werden sollte.

Das Thema kehrte auf die politische Tagesordnung zurück, nachdem Herr Toroczkai die Ungleichgewichte des Systems im Parlament kritisiert hatte. Der Vorsitzende von Mi Hazánk argumentierte, dass die aktuellen Regeln die tatsächliche gesellschaftliche Unterstützung der Parteien nicht genau widerspiegeln. Er hob die Gewinnerkompensation als besonders problematisch hervor und behauptete, sie ermögliche es einer Partei, eine verfassungsrechtliche Mehrheit ohne absolute Stimmenmehrheit zu erlangen.

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Péter Magyars erste Rede als gewählter Ministerpräsident. Foto: MTI

In seiner Antwort wies Herr Magyar darauf hin, dass die Tisza-Partei nach dem britischen oder französischen Wahlsystem zwischen 90 und 95 Prozent der Sitze im ungarischen Parlament stellen würde. Gleichzeitig räumte er ein, dass es in Europa proportionalere Systeme gebe, und führte Deutschland als Beispiel an. Er wies zudem darauf hin, dass eine größere Proportionalität oft auf Kosten politischer Instabilität und langwieriger Koalitionsverhandlungen erkauft werde. Während Elemente des derzeitigen ungarischen Systems der Regierungsstabilität dienten, so argumentierte er, gebe es keine Rechtfertigung dafür, den Vorteil des Gewinners weiter zu verstärken oder die Wahlkreisgrenzen ständig neu zu ziehen.

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Der Ministerpräsident versprach schließlich, dass die nächsten Wahlen nach einem „demokratischeren, gerechteren und proportionaleren“ System stattfinden würden. Der Reformprozess, so sagte er, werde nicht nur die Parlamentsparteien, sondern auch außerparlamentarische Akteure und die Wähler einbeziehen.

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Foto: Facebook/Péter Magyar

Was sind die Hauptkritikpunkte am derzeitigen System?

Das 2011 eingeführte Wahlsystem basiert auf einem gemischten Modell: Von den 199 Parlamentsabgeordneten werden 106 in Einpersonenwahlkreisen und 93 über nationale Parteilisten gewählt. Zu den von Experten und Oppositionsparteien am häufigsten angeführten Bedenken zählen die Überkompensation der Sieger, die starke Gewichtung einzelner Wahlkreise und die Neufestlegung von Wahlkreisgrenzen in einer Weise, die Fidesz–KDNP begünstigt hat (Gerrymandering). Kritiker argumentieren, dass diese Faktoren der stärksten Partei eine parlamentarische Mehrheit verschaffen können, die über ihren Stimmenanteil hinausgeht, wie dies bereits mehrfach geschehen ist.

Die Tisza-Partei hat sich in ihrem Programm bereits zur Reform des Wahlrechts und zur Stärkung demokratischer Institutionen verpflichtet. Derzeit bleibt jedoch unklar, welches konkrete Modell die Regierung einführen will oder ob die grundlegende Struktur des derzeitigen gemischten Systems beibehalten wird.

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