PM Orbán sprach sanft zu den Wählern der Opposition, während Péter Magyar die jüngsten Regierungsskandale ansprach

Premierminister Viktor Orbán setzte seine landesweite Tournee in der Stadt Miskolc fort und signalisierte damit den Beginn der “offenen Phase” des Wahlkampfes.
Mit Blick auf die jüngste politische Mobilisierung behauptete er, dass die öffentliche Unterstützung für seine Partei im ganzen Land stark bleibe, obwohl sich ein engeres Rennen abzeichnete. Orbán betonte die symbolische und wirtschaftliche Bedeutung von Miskolc. Die Stadt spiele sowohl für die Geschichte als auch für den zukünftigen Wohlstand Ungarns eine wichtige Rolle.
Vier große Risiken hervorgehoben
In seiner Rede umriss der Premierminister, was er als die vier größten Bedrohungen für Ungarn in den nächsten vier Jahren ansieht. Dazu gehören der anhaltende russisch-ukrainische Krieg, mögliche Unterbrechungen der Energieversorgung, eskalierende Spannungen mit dem Iran und die Möglichkeit einer neuen Migrationswelle, berichtet 24.hu.
Er argumentierte, dass die globalen Konflikte wahrscheinlich die Energiepreise in die Höhe treiben und weitreichende wirtschaftliche Folgen für Europa haben könnten. Orbán warnte auch davor, dass die Instabilität im Nahen Osten einen erneuten Migrationsdruck auf den Kontinent auslösen könnte.
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Appell an Oppositionswähler
Ein bemerkenswerter Teil der Rede richtete sich an die Anhänger des Oppositionspolitikers Péter Magyar. Orbán betonte, dass politische Differenzen nicht bedeuten, dass die Wähler der anderen Seite den Verstand verloren haben. Gleichzeitig forderte er diese Menschen auf, bei ihrer Stimmabgabe die nationale Sicherheit in den Vordergrund zu stellen und für den Fidesz zu stimmen.
Er bezeichnete die bevorstehende Wahl als einen entscheidenden Moment. Ungarn müsse sich entscheiden, ob es die aktuelle Politik beibehalten oder wirtschaftliche und politische Instabilität riskieren wolle.
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Péter Magyar verwendet Antikriegsrhetorik, von der die Regierung so sehr profitiert hat
Péter Magyar setzte seine landesweite Wahlkampftour mit einem Zwischenstopp in Zirc fort, wo er einen starken Akzent auf den Frieden und die Nichtbeteiligung an internationalen Konflikten legte. In einer Rede vor seinen Anhängern rief er die Ungarn auf, sich hinter der Botschaft zu vereinen: “Wir wollen keinen Krieg.”
Unter Bezugnahme auf die jüngsten politischen Debatten kritisierte Magyar die Äußerungen von Gergely Gulyás über eine mögliche Beteiligung Ungarns an einem möglichen Konflikt mit dem Iran, schreibt 444. Er argumentierte, dass solche Äußerungen dem Willen der ungarischen Öffentlichkeit zuwiderlaufen und betonte, dass die Menschen quer durch das politische Spektrum den Frieden wollen.
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Scharfe Kritik an Gesundheitswesen und Regierungsführung
In seiner Rede nahm Magyar auch die Politik der Regierung ins Visier, insbesondere im Bereich des Gesundheitswesens. Er beschuldigte Beamte, darunter Péter Takács, ein System im Niedergang zu beaufsichtigen, äußerte Bedenken über den Zustand der Krankenhäuser und behauptete, dass die Schließung ländlicher Einrichtungen geplant sei.
Der Oppositionspolitiker kritisierte außerdem die öffentlichen Ausgaben und verwies auf Berichte über extravagante Renovierungskosten im Zusammenhang mit der Ungarischen Nationalbank. Er hob hervor, was er als exzessive Käufe bezeichnete, und führte sie als Beispiel für falsche Prioritäten an.
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Starke Haltung vor der Wahl
Magyars Rede wurde immer eindringlicher, als er auf die bevorstehenden Wahlen einging und sie als Chance für einen politischen Wandel darstellte. Er forderte die Wähler auf, die derzeitige Führung unter Viktor Orbán abzulehnen und versprach Rechenschaftspflicht und Reformen.
Wenige Wochen vor dem Urnengang scheint sich Magyars Wahlkampf zu intensivieren, indem er Antikriegsbotschaften mit scharfer Kritik an der Leistung der Regierung verbindet.

