Polizei leitet Ermittlungen gegen Ungarns umstrittenes Aufenthaltsanleihe-Programm ein

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Die ungarische Polizei hat Ermittlungen gegen das ehemalige Programm zur Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen gegen Investition eingeleitet, nachdem Transparency International Ungarn Strafanzeige wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch erstattet hatte, der dem Staat erheblichen finanziellen Schaden zugefügt haben soll.

Laut 444.hu ermittelt das Budapester Polizeipräsidium (BRFK) in diesem Fall aufgrund einer Ende Juli eingereichten Anzeige von Miklós Ligeti, dem damaligen Rechtsdirektor von Transparency International Ungarn, der Anfang dieser Woche in das Verfassungsgericht gewählt wurde.

Die Anzeige wurde zunächst bei der Generalstaatsanwaltschaft eingereicht, bevor sie an die Zentrale Ermittlungsstaatsanwaltschaft und anschließend an die BRFK weitergeleitet wurde. Im August teilten die Behörden mit, dass sie ergänzende Ermittlungen zu der Anzeige angeordnet hätten. Die Polizei hat nun bestätigt, dass strafrechtliche Ermittlungen laufen, hat jedoch weder den offiziellen Beginn der Ermittlungen bekannt gegeben noch weitere Einzelheiten genannt.

Wie funktionierte das System der Wohnsitzbürgschaften?

Das Programm zur Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung durch Kapitalbeteiligung wurde 2012 auf Vorschlag von Antal Rogán, dem damaligen Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses des Parlaments, eingeführt. Im Rahmen dieses Programms konnten Nicht-EU-Bürger eine ungarische Aufenthaltsgenehmigung erhalten, nachdem sie im Rahmen des Programms 250.000 EUR oder 300.000 EUR investiert hatten.

Acht Vermittlungsunternehmen wurden zur Abwicklung der Anleihen zugelassen. Nach Berechnungen von Transparency International könnten diese Unternehmen Gewinne in Höhe von rund 60 Milliarden HUF (damals etwa 165 Millionen Euro) aus öffentlichen Mitteln erzielt haben.

Das Programm endete im Juni 2017. Bis dahin waren 6.621 Aufenthaltsanleihen verkauft worden, während insgesamt 19.855 ausländische Staatsangehörige, einschließlich Familienangehöriger, eine ungarische Aufenthaltsgenehmigung erhalten hatten. Diese Genehmigungen ermöglichten ihnen die freie Reise innerhalb des Schengen-Raums.

Die Investoren waren verpflichtet, ihre Investition fünf Jahre lang zu halten; danach wurde der größte Teil des Geldes zurückgezahlt, während der Aufenthaltsstatus lebenslang gültig blieb.

Transparenz weckt Bedenken hinsichtlich staatlicher Verluste

Transparency International behauptet nun, dass das Programm dem Staatshaushalt einen Schaden von mindestens 21 Milliarden HUF zugefügt habe, und argumentiert, dass die Behörden es versäumt hätten, ordnungsgemäß zu prüfen, wem die zwischengeschalteten Unternehmen letztendlich gehörten.

Die Organisation macht zudem geltend, dass der Staat die Anleihetransaktionen selbst hätte abwickeln können, beispielsweise über die staatliche Schuldenverwaltungsagentur, anstatt sich auf Unternehmen mit unklaren Eigentumsverhältnissen zu verlassen.

Transparency hatte bereits 2018 eine Beschwerde wegen mutmaßlicher Missbräuche im Zusammenhang mit der Zulassung der Zwischenfirmen eingereicht, doch die Untersuchung wurde von der Zentralen Generalstaatsanwaltschaft für Ermittlungen abgelehnt. Die jüngste Beschwerde konzentriert sich stattdessen auf den mutmaßlichen finanziellen Schaden für den Staat.

Die Organisation argumentiert, dass der Fall nicht verjährt sei, unter anderem weil der Staat noch im Jahr 2022 Anleihen zurückkaufte.

Die staatliche Schuldenverwaltungsagentur hatte jedoch zuvor argumentiert, dass der Staat durch dieses Programm zwischen 2013 und 2017 im Vergleich zur Emission von ungarischen Staatsanleihen der Kategorie „Premium Euro“ mehr als 9,6 Millionen Euro eingespart habe.

Die derzeitige Untersuchung soll klären, ob die von Transparency International vorgebrachten Vorwürfe einen Straftatbestand darstellen.

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