Pro-palästinensische und pro-israelische Demonstrationen fanden gleichzeitig im Zentrum von Budapest statt

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Am Freitagnachmittag fanden im Zentrum von Budapest gleichzeitig zwei gegensätzliche Demonstrationen statt: Eine pro-palästinensische Solidaritätskundgebung in der Nähe der Großen Markthalle und eine pro-israelische Demonstration vor der Synagoge in der Dohány-Straße.

Beide Veranstaltungen begannen um 14 Uhr und spiegelten die stark gespaltenen Meinungen zum Krieg im Gazastreifen und zum israelisch-palästinensischen Konflikt im Allgemeinen wider.

Pro-palästinensische Demonstranten fordern Freiheit und Frieden

Die pro-palästinensische Demonstration fand auf dem Vámház-Boulevard statt und wurde von der Gemeinschaft der in Ungarn lebenden Palästinenser organisiert.

Laut Euronews bekundeten die Teilnehmer ihre Solidarität mit den von Israel inhaftierten Palästinensern, insbesondere mit Dr. Husam Abu Safiya, einem Kinderarzt und Geburtshelfer, der nach Angaben der Organisatoren seit 2024 ohne Anklage oder Gerichtsverfahren festgehalten wird.

Die Demonstranten forderten Freiheit für Palästina und einen echten Frieden im Nahen Osten. Ebenfalls anwesend war eine kleine Gruppe von Gegendemonstranten, die israelische Flaggen trugen.

Ein Teilnehmer warf Israel vor, sich als Opfer darzustellen, während Palästinenser inhaftiert seien, und forderte die internationale Isolation des Landes. Ein anderer stellte die Frage, warum Ungarn weiterhin Beziehungen zu Israel unterhalte.

Pro-Palestinian demonstration in Budapest
Foto: MTI

Pro-Israel-Kundgebung in der Nähe einer Synagoge in Budapest

Gleichzeitig fand vor der Synagoge in der Dohány-Straße eine separate Demonstration statt, bei der die Teilnehmer erklärten, sie würden sich für die Rechte und die Sicherheit der jüdischen Gemeinde in Ungarn einsetzen und ihre Solidarität mit Israel bekunden.

Ein Teilnehmer erklärte, die Demonstration solle deutlich machen, dass Ungarn keine Kundgebungen zur Unterstützung der Hamas zulassen dürfe. Der Teilnehmer argumentierte, bei der pro-palästinensischen Demonstration gehe es nicht lediglich um die Unterstützung palästinensischer Zivilisten, sondern sie komme auch einer Unterstützung einer Person gleich, die als Terrorist bezeichnet werde.

Die beiden Demonstrationen fanden im selben zentralen Stadtteil von Budapest statt, wobei gegnerische Gruppen stark divergierende Sichtweisen auf den Konflikt und den Status palästinensischer Häftlinge zum Ausdruck brachten.

Pro-Israel demonstration in Budapest
Foto: MTI

Israel weist die Darstellung von Abu Safiya als politischem Gefangenen zurück

Die israelische Botschafterin in Ungarn, Maya Kadosh, ging Anfang dieser Woche in einer Videobotschaft auf diese Thematik ein. Sie erklärte, die Organisatoren der pro-palästinensischen Demonstration „unterstützten den Terrorismus“, und argumentierte, die ungarische Öffentlichkeit habe ein Recht darauf, die Fakten zu kennen, bevor Abu Safiya als symbolträchtiger Held dargestellt werde.

Laut Kadosh und Quellen aus dem Umfeld der israelischen Regierung ist Abu Safiya ein Oberst der Hamas, der von Israel auf der Grundlage von Geheimdienstinformationen festgenommen wurde und rechtmäßig in Haft gehalten wird.

Der Status und die Behandlung von Abu Safiya sind stark umstritten, was seinen Fall zu einem Brennpunkt der gegensätzlichen Demonstrationen in Budapest macht. Die Proteste markieren zudem eine Abkehr von der Politik der vorherigen ungarischen Regierung, unter der pro-palästinensische oder pro-Hamas-Demonstrationen in Ungarn nicht gestattet waren.

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