Rätsel gelöst: Zu welcher Einheit gehörte das in der Donau gefundene deutsche Motorrad aus dem Zweiten Weltkrieg – Fotos

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Ein Militärmotorrad aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, das im schlammigen Flussbett der Donau in Budapest entdeckt wurde, konnte nun einer bestimmten deutschen Militäreinheit zugeordnet werden.
Das Motorrad kam Anfang dieses Monats aus dem stark zurückgehenden Fluss in der Nähe des Batthyány-Platzes zum Vorschein. Experten des Instituts und Museums für Militärgeschichte des ungarischen Verteidigungsministeriums haben festgestellt, dass es einst beim Panzerbau-Bataillon der deutschen Panzerdivision „Feldherrnhalle“ (FHH) im Einsatz war.
Die Identifizierung wurde laut Norbert Számvéber, dem Leiter des Archivs für Militärgeschichte und der Kartensammlung des Instituts, durch Markierungen ermöglicht, die auf die Staukiste des Motorrads aufgemalt waren.
Auf dem Motorrad verborgene Hinweise
Die Markierungen deuten darauf hin, dass das Motorrad ursprünglich zu der Einheit gehörte, als diese noch unter dem Namen „Pionier-Bataillon Feldherrnhalle“ bekannt war.
Die Einheit wurde im September 1944 umstrukturiert und Ende September oder spätestens Anfang Oktober in „Panzer-Pionier-Bataillon Feldherrnhalle“ umbenannt. Das Motorrad trägt jedoch weiterhin die frühere Abkürzung „Pi. Btl.“, was darauf hindeutet, dass es möglicherweise bereits im September, also noch vor der Umbenennung, in die Einheit aufgenommen wurde.
Militärhistoriker untersuchten zudem die taktische Kennzeichnung auf dem Motorrad. Da es keine Nummer aufweist und der linke Rand des Truppenabzeichens nicht verdickt ist (ein Merkmal, das auf eine der Kompanien hingewiesen hätte), gehen Experten davon aus, dass das Motorrad höchstwahrscheinlich beim Bataillonshauptquartier im Einsatz war.
Was war die Feldherrnhalle-Einheit?
Die Feldherrnhalle-Formationen blickten innerhalb der Streitkräfte des nationalsozialistischen Deutschlands auf eine lange und komplexe Geschichte zurück. Die Einheit, die schließlich Teil der Panzerdivision „Feldherrnhalle“ wurde, kämpfte während des Zweiten Weltkriegs sowohl an der Ostfront als auch in Ungarn.
Das Pionierbataillon war unter anderem für das Verlegen und Räumen von Minen, das Errichten und Überwinden von Hindernissen, den Brückenbau sowie die Sprengung militärischer Anlagen zuständig. Es konnte zudem als Angriffsformation im Festungs- und Stadtkampf eingesetzt werden.
Teile der Feldherrnhalle-Formation trafen 1944 in Ungarn ein, unter anderem während der deutschen Besetzung des Landes. Teile der Division waren später an den Kämpfen in und um Budapest beteiligt.
Das nun identifizierte Motorrad stellt somit eine weitere kleine, aber greifbare Verbindung zur Militärgeschichte Budapests in der Endphase des Zweiten Weltkriegs dar.
Seine Entdeckung wurde durch den ungewöhnlich niedrigen Wasserstand der Donau ermöglicht, der in jüngster Zeit eine Reihe von Gegenständen und Bauwerken freigelegt hat, die normalerweise unter dem Fluss verborgen sind.
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