Rumäniens rechtsextreme AUR unterstützt Orbán als “richtige Wahl”

Die rumänische Rechtsaußenpartei AUR hat den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán vor den nächsten Parlamentswahlen in Ungarn offen unterstützt und ihn trotz einiger Vorbehalte als “richtige Wahl” bezeichnet.
Gheorghe Piperea, ein prominenter Abgeordneter der AUR im Europäischen Parlament, sagte gegenüber TransTelex, es gebe “keine ernsthaften Einwände” gegen Orbán, obwohl er davor warnte, dass politische Führer zu lange an der Macht bleiben sollten. Dennoch betonte er, dass Orbán “eindeutig die bessere Wahl” sei als der Oppositionspolitiker Péter Magyar.
Piperea betonte, dass sowohl die ungarische Regierungspartei Fidesz als auch die AUR als “konservative Souveränisten” eine gemeinsame ideologische Basis haben, insbesondere in Bezug auf Migration, Familienpolitik und ihre kritische Haltung gegenüber der Europäischen Union.
Gemeinsame Positionen zu wichtigen Themen
Der rumänische Politiker skizzierte eine breite Übereinstimmung zwischen den beiden Parteien in wichtigen politischen Fragen. Dazu gehören die Ablehnung der illegalen Migration, die Unterstützung der traditionellen Familienpolitik und die Skepsis gegenüber den EU-Institutionen.
Er schloss sich auch der Position der ungarischen Regierung zum Krieg in der Ukraine an und äußerte seine Sympathie für Orbán in Bezug auf die Energiestreitigkeiten mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskyj. Piperea kritisierte das Vorgehen Kiews, das den Öltransit durch die Druschba-Pipeline beeinträchtigt, und sprach sich für ein strengeres Vorgehen gegen angeblich irreguläre Finanztransfers aus.

Von politischen Signalen zu verpassten Einladungen
Trotz dieser ideologischen Nähe scheinen die Beziehungen zwischen Fidesz und AUR immer komplizierter zu werden.
Ein Schlüsselmoment der Annäherung kam im Mai 2025, als Orbán während des rumänischen Präsidentschaftswahlkampfes Unterstützung für den AUR-Führer George Simion signalisierte. In einer Rede in Tihany erklärte Orbán sein Einverständnis mit Simions Vision eines “Europas der Nationen” und eines “christlichen Europas”.
Die jüngsten Entwicklungen deuten jedoch auf eine Abkühlung der Beziehungen hin. AUR-Politiker waren bei den großen rechtsgerichteten Veranstaltungen in Budapest, darunter CPAC Hungary und die Kundgebung Patriots for Europe, nicht anwesend. Diese Veranstaltungen brachten ein breites Spektrum an rechtsextremen und konservativen Persönlichkeiten aus ganz Europa und darüber hinaus zusammen, doch rumänische Vertreter waren ausgeschlossen.
Falls Sie es verpasst haben:
Ein ‘strategischer Fehler’?
Piperea bezeichnete die fehlende Einladung als “strategischen Fehler” Orbáns und argumentierte, dass die AUR als natürlicher Partner behandelt werden sollte, anstatt sie auszugrenzen.
“Unter normalen Umständen sollten wir als Partner betrachtet werden und nicht auf Distanz gehalten werden”, sagte er und fügte hinzu, dass sich viele von Orbáns Politiken bereits in AURs eigenem politischen Programm wiederfinden.
Er wies auch auf einen seiner Meinung nach bestehenden Widerspruch hin: Während Orbán die Europäische Kommission und ihre Präsidentin Ursula von der Leyen häufig dafür kritisiert, Ungarn politisch isolieren zu wollen, scheint er gegenüber der AUR eine ähnliche Haltung einzunehmen.
Langfristige Zusammenarbeit als unvermeidlich angesehen
Trotz der derzeitigen Spannungen glaubt Piperea, dass eine Zusammenarbeit zwischen ungarischen und rumänischen “souveränen” Kräften letztlich unvermeidlich ist. Wenn die AUR in Rumänien an die Macht kommt, wird Orbán kaum eine andere Wahl haben, als enger mit ihr zusammenzuarbeiten, so sein Argument.
Er spielte auch die traditionellen ungarisch-rumänischen Konflikte herunter und deutete an, dass die wahre politische Kluft nicht zwischen den Nationen, sondern zwischen konservativen und progressiven Ideologien liegt.
Piperea zufolge würden beide Länder mehr von einer Stärkung der wirtschaftlichen und sozialen Zusammenarbeit profitieren, anstatt historische Streitigkeiten zu schüren. Er verwies auf die zunehmenden grenzüberschreitenden Verbindungen, einschließlich der steigenden Zahl von Mischehen in Siebenbürgen, als Beweis für die Vertiefung der gesellschaftlichen Beziehungen.

