Samsung expandiert weiter in Ungarn nach den jüngsten skandalösen Vorfällen

Der südkoreanische Batteriehersteller Samsung SDI bereitet sich darauf vor, seinen Betrieb in Göd zu erweitern, indem er etwa 30 Hektar Land zwischen seiner bestehenden Fabrik und nahe gelegenen Wohngebieten erwirbt.
Samsung erwirbt weiteres Land neben seinem Werk in Göd
Der geplante Kauf im Wert von rund 4,2 Milliarden HUF (ca. 11 Millionen Euro) würde den Weg für einen Solarpark, Parkplätze und eine begrenzte Anzahl von Baumpflanzungen ebnen.
Die Entwicklung ist Teil der umfassenderen Strategie des Unternehmens, seine industrielle Präsenz in der Stadt zu vergrößern, in der das Batteriewerk bereits seit 2018 in Betrieb ist. Die Investition steht auch im Einklang mit den Bemühungen des Unternehmens, Lösungen für erneuerbare Energien in seine Industriestandorte zu integrieren.
Falls Sie es verpasst haben: Investigativjournalisten behaupten, dass Samsung die Arbeiter seines Werks in Göd jahrelang mit Hilfe von Orbáns Kabinett vergiftet hat.
Der Landerwerbsprozess ist sehr umstritten
Die fraglichen Grundstücke wurden im November letzten Jahres von der örtlichen Gemeinde offiziell ausgeschrieben. Frühere Ratsbeschlüsse hatten jedoch bereits angedeutet, dass die Grundstücke letztlich an Samsung SDI verkauft werden würden, was Fragen zur Transparenz des Prozesses aufwirft.
Nach den vorliegenden Unterlagen umfasst der Vorvertrag 59 Grundstücke, von denen die meisten noch nicht im Besitz der Gemeinde sind. Die Behörden müssen bis zum 10. Mai die Eigentumsverhältnisse sicherstellen und bis Mitte Juli die Umzonung und Umstrukturierung der Grundstücke abschließen, bevor ein endgültiger Kaufvertrag unterzeichnet werden kann.
Den örtlichen Grundbesitzern wurden 1.046 HUF (ca. 2,72 EUR, Stand: 2. April) pro Quadratmeter angeboten, einige haben jedoch eine höhere Entschädigung gefordert. Sollte keine Einigung erzielt werden, besteht die Möglichkeit einer Enteignung, wobei die Streitigkeiten möglicherweise vor Gericht fortgesetzt werden. Dieser Prozess hat die Spannungen zwischen den Anwohnern und den lokalen Behörden weiter angeheizt.
Augenzeugen behaupten, dass hochrangige ungarische Regierungsvertreter die irregulären Chefs der Samsung-Batteriefabrik geschützt haben.

Versprechungen über grüne Investitionen wecken Zweifel
Die von Samsung geplante Entwicklung umfasst einen Solarpark und einen so genannten “Schutzwald”. Die Details bleiben jedoch vage. Der Vorvertrag gibt weder den genauen Standort noch die Größe dieser Elemente an. Es wird lediglich darauf hingewiesen, dass die detaillierten Pläne später vorgelegt werden sollen.
Die staatlichen Vorschriften schreiben mindestens einen 50 Meter breiten Grünstreifen entlang der westlichen Grenze des Geländes vor, um die Auswirkungen auf die Umwelt, insbesondere Lärm und Luftverschmutzung, zu mindern. Kritiker sind jedoch der Meinung, dass dies hinter den früheren Versprechungen einer umfangreichen Pufferzone zurückbleibt, und stellen in Frage, wie effektiv solche Maßnahmen in der Praxis sein werden.
Feuerwehrautos eilen zur Samsung-Batteriefabrik in Göd, Ungarn, die Behörden schweigen zwei ganze Tage lang.
Anhaltende Besorgnis über Lärm und Umweltauswirkungen
Die Anwohner beschweren sich seit langem über den Lärm der Batteriefabrik und reichen jedes Jahr Hunderte von Beschwerden ein. Trotz wiederholter Zusicherungen wurden keine sinnvollen Maßnahmen ergriffen, und der versprochene Waldpuffer ist noch immer nicht realisiert worden.
Die neuen Expansionspläne haben daher die Bedenken der Anwohner verstärkt, zumal das Projekt in einer ausgewiesenen Gefahrenzone liegen könnte. Nach ungarischem Recht sind in solchen Fällen ein spezielles Arbeitsschutzverfahren und eine öffentliche Anhörung vorgeschrieben. Diese Anforderungen werden jedoch in dem Vorvertrag nicht erwähnt, was zusätzliche rechtliche und transparente Bedenken aufwirft.
Mann erleidet Stromschlag durch 6.900 Volt in Samsungs ungarischer Fabrik: Beschuldigter südkoreanischer Arbeiter verschwindet.
Finanzielle Gewinne und politischer Kontext
Das Geschäft könnte der Gemeinde einen beträchtlichen Gewinn bescheren. Schätzungen gehen von einem Gewinn von bis zu 2-3 Milliarden Forint (5,2-7,8 Millionen Euro) nach Kosten aus. Mit der rechtlichen Abwicklung der Transaktionen wurde eine Anwaltskanzlei betraut, die seit langem mit früheren Regierungsmitgliedern in Verbindung steht.
Während das Projekt voranschreitet, bleiben Fragen über Umweltschutz, Transparenz und das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Lebensqualität der Anwohner offen. Es wird erwartet, dass lokale Interessengruppen in den kommenden Monaten auf eine klarere Kommunikation und eine strengere Aufsicht drängen werden.

