Schockierende Zahlen: Der unversteuerte Reichtum der Ultra-Reichen enthüllt

Die Reichsten der Welt haben jahrzehntelang ein unsichtbares Finanzsystem betrieben, das Billionen von Dollar aus den öffentlichen Kassen abgezweigt hat. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht enthüllt schockierende Zahlen: Das unversteuerte Vermögen der reichsten 0,1 % übersteigt das, was die ärmere Hälfte der Welt zusammen besitzt.
Mehr Geld im Ausland versteckt
Genau zehn Jahre nach dem Skandal um die Panama Papers hat Oxfam einen Bericht veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass die reichsten 0,1 % der Welt insgesamt 2,84 Billionen USD auf unversteuerten Offshore-Konten verstecken. Diese Summe übersteigt das kombinierte Vermögen der ärmsten 4,1 Milliarden Menschen auf dem Planeten – der gesamten unteren Hälfte der Menschheit.
Insgesamt beläuft sich das im Ausland versteckte Privatvermögen auf 3,55 Billionen USD, was in etwa der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung des Vereinigten Königreichs und mehr als dem Doppelten des gemeinsamen BIP der 44 am wenigsten entwickelten Länder der Welt entspricht.
Christian Hallum, der Steuerexperte von Oxfam, sagte, dass das Geschäftsmodell der Steuerparadiese nach wie vor sehr stabil ist:
“Die Superreichen beschäftigen Teams von Vermögensverwaltern und Buchhaltern, die ständig neue Wege finden, um Steuern zu vermeiden. Das ist nicht nur buchhalterische Cleverness, sondern eine Frage von Macht und Straffreiheit.”
Die obersten 0,01%
Die Verteilung ist extrem ungleich: Etwa 80% des gesamten unversteuerten Offshore-Vermögens wird von den reichsten 0,1% gehalten. Innerhalb dieser Gruppe kontrollieren allein die obersten 0,01% über 1,77 Billionen USD – alles versteckt vor den Steuerbehörden.
Hallum betonte:
“Wenn die Ultra-Reichen 80% des gesamten Offshore-Vermögens kontrollieren, wird die Offshore-Industrie weiter florieren, wenn die extreme Ungleichheit nicht angegangen wird. Vermögenssteuern allein werden das Problem nicht lösen, aber sie sind ein wesentlicher Teil der Lösung.”
Warum können sie es nicht stoppen?
Um die weltweite Transparenz zu verbessern, wurde das System des automatischen Informationsaustauschs (AEOI) geschaffen, dem 126 Länder beigetreten sind, darunter Singapur und die Britischen Jungferninseln. Dennoch gibt es noch Lücken: Für viele Entwicklungsländer ist der Aufbau der komplexen Infrastruktur, die für die Teilnahme erforderlich ist, kostspielig und kompliziert.
Ghana beispielsweise unterzeichnete den Gemeinsamen Meldestandard im Jahr 2014, begann aber erst 2022 mit dem Empfang von Daten, nachdem es fast 1 Million USD für die Einrichtung des erforderlichen Systems ausgegeben hatte. Für viele Entwicklungsländer ist selbst dies nicht machbar, so dass ein Großteil des Offshore-Vermögens unsichtbar bleibt.
Mögliche Lösungen: Vermögenssteuer und globales Register
Oxfam unterbreitet zwei wichtige Vorschläge:
- Die Einführung einer progressiven Vermögenssteuer für die Ultrareichen in den G7-Ländern.
- Ein globales Vermögensregister, um die tatsächlichen Besitzverhältnisse zu erfassen und Offshore-Strukturen, in denen sich Unternehmen und Trusts verstecken, aufzulösen.
Hallum argumentiert, dass eine Kombination dieser Maßnahmen der Schlüssel zu einem Strukturwandel ist, der sicherstellt, dass die Ultrareichen einen fairen Beitrag zu den Gesellschaften leisten, in denen sie tätig sind.
Europäischer Schnappschuss: Griechenland an der Spitze
Nach Angaben der EU-Steuerbeobachtungsstelle steht Griechenland in der EU an der Spitze, was den Offshore-Vermögensbestand im Verhältnis zum BIP anbelangt. Die Offshore-Bestände machen fast 80 % des BIP aus und die Steuerausfälle von Unternehmen belaufen sich auf 47 % – die höchste Quote in Europa.
Deutschland folgt mit 29%, Estland mit 24% und Frankreich und das Vereinigte Königreich mit jeweils 16%. Der größte Teil des griechischen Offshore-Vermögens wird in der Schweiz gehalten, aber auch Luxemburg, Zypern und die Kanalinseln gehören zu den beliebtesten Zielen für verstecktes Vermögen.
Ohne strukturelle Reformen und echte globale Zusammenarbeit wird das Offshore-System weiterhin als Sicherheitsventil für die Reichsten der Welt dienen – auf Kosten aller anderen.
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