Schockierendes Lohngefälle in Ungarn weitet sich aus: Wie viel die ärmsten Arbeiter des Landes verdienen

Die jüngsten Daten für das dritte Quartal 2025 zeigen, dass es in Ungarn ein großes Lohngefälle gibt, wobei die Arbeitnehmer in Budapest weiterhin weit vor ihren regionalen Kollegen liegen. Nach den von Pénzcentrum analysierten Zahlen erreichte das durchschnittliche monatliche Nettogehalt in der Hauptstadt 573.000 HUF und lag damit fast 100.000 HUF über dem nationalen Durchschnitt von 476.000 HUF. (Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels kostet 1 Euro 373 Forint).
Die Hauptstadt zieht nach vorne
Der überdurchschnittliche Verdienst von Budapest zeigt den “Hauptstadt-Effekt”, bei dem die hohen Löhne in der Hauptstadt den nationalen Durchschnitt aufblähen. Außerhalb der Hauptstadt ist das Bild deutlich ungünstiger, wie Pénzcentrum in seinem Bericht zeigt. Győr-Moson-Sopron, das Komitat mit den zweithöchsten Löhnen, liegt mit einem Durchschnitt von 496.201 HUF immer noch 77.000 HUF hinter Budapest und ist damit die einzige andere Region, die über dem nationalen Durchschnitt liegt. Andere westliche und zentrale Komitate, wie Komárom-Esztergom und Fejér, weisen solide Industrielöhne auf, aber die Mehrheit der ungarischen Komitate liegt weit zurück.
Am unteren Ende weist Szabolcs-Szatmár-Bereg mit nur 357.587 HUF den niedrigsten Nettodurchschnitt des Landes auf, gefolgt von Békés (363.876 HUF) und Nógrád (371.740 HUF). Damit klafft zwischen den Regionen mit den höchsten und den niedrigsten Gehältern eine Lücke von rund 215.000 HUF pro Monat (mehr als 60%).
Sektorale Führer
Die bestbezahlten Sektoren konzentrieren sich auf die Industrie und energieintensive Bereiche. Der Energiesektor, einschließlich Elektrizität, Gas, Dampf und Klimaanlagen, dominiert in mehreren Komitaten. Das Komitat Tolna führt die nationale Lohntabelle mit einem außerordentlichen Nettodurchschnitt von 1,16 Millionen Forint an, was vor allem auf die hochqualifizierten Arbeitsplätze im Kernkraftwerk Paks zurückzuführen ist. Auch das Komitat Pest und Budapest liegen mit Durchschnittslöhnen von rund 900.000 HUF unter den ersten drei.

Weitere Sektoren mit hohen Gehältern sind der Bergbau und die Gewinnung von Steinen und Erden, insbesondere in Komitaten wie Fejér, Baranya und Hajdú-Bihar, wo spezialisierte Ingenieur- und Managementpositionen 700.000-880.000 HUF einbringen. Die verarbeitende Industrie treibt die Spitzenlöhne in den westlichen Komitaten wie Győr-Moson-Sopron, Veszprém und Vas mit einem Nettodurchschnitt von 630.000-780.000 HUF an.
Geringstverdiener unterstreichen regionale Ungleichheit
Am anderen Ende der Skala finden sich die am schlechtesten bezahlten Arbeitsplätze überwiegend in der öffentlichen Verwaltung, im Bildungswesen und im Gastgewerbe. In Szabolcs-Szatmár-Bereg verdienen Beamte gerade einmal 181.625 HUF pro Monat, was die tief verwurzelte Lohnungleichheit in den östlichen und südlichen Bezirken verdeutlicht. Selbst der am schlechtesten bezahlte Sektor in Budapest (Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei) liegt mit durchschnittlich 294.588 HUF immer noch weit über den ärmsten Komitaten.
Hinter dem landesweiten Lohnanstieg von 9,2 % im vergangenen Jahr verbergen sich erhebliche regionale Unterschiede, wobei Komitate wie Baranya, Szabolcs-Szatmár-Bereg, Tolna und Hajdú-Bihar einen Anstieg von über 10 % verzeichnen, während Győr-Moson-Sopron und Nógrád unter 8 % bleiben.
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Eine geteilte Belegschaft
Insgesamt zeigen die Daten, dass Ungarns Lohnlandschaft weiterhin stark polarisiert ist. Während hochqualifizierte Tätigkeiten in der Industrie und im Energiesektor im Westen und in der Hauptstadt florieren, haben die schlechter bezahlten, oft körperlichen Tätigkeiten im Osten weiterhin zu kämpfen. Das Ergebnis ist ein hartnäckiges, strukturelles Lohngefälle, das kaum Anzeichen dafür aufweist, dass es sich in naher Zukunft schließt.

