Sensationelle Entdeckung: Überreste einer mittelalterlichen Kirche bei Esztergom, Ungarn, gefunden – Fotos

Archäologen haben die lange gesuchten Überreste einer mittelalterlichen Kirche in der Nähe von Esztergom, auf dem Gedás-Hügel am Stadtrand von Nagysáp, identifiziert. Die Entdeckung wurde im Rahmen eines groß angelegten wissenschaftlichen Forschungsprojekts zur Kartierung der mittelalterlichen Befestigungsanlagen im Komitat Komárom-Esztergom gemacht.

Probeausgrabung auf dem Gedás-Hügel

Die Ausgrabung wurde im November 2025 vom Balassa Bálint Museum des Ungarischen Nationalmuseums in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Archäologischen Institut und dem Institut für Archäologie an der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften der Katholischen Universität Pázmány Péter durchgeführt. Laut einem Facebook-Post des Balassa Bálint Museums deuten frühere archäologische topographische Daten (MRT) darauf hin, dass sich auf dem Gedás-Hügel einst eine Erdfestung befand, die später durch eine Kirche ersetzt wurde, die möglicherweise bis in die zweite Hälfte des 19. bestand.

Aufgrund eines sichtbaren Umgebungsgrabens und historischer Quellen, die sich auf die kleinadligen Grundbesitzer des mittelalterlichen Dorfes Sáp beziehen, hatten die Forscher schon lange die Existenz einer ehemaligen befestigten Anlage in der Gegend vermutet.

Sensational discovery: Remains of a medieval church found near Esztergom, Hungary
Foto: Facebook/MNM Balassa Bálint Múzeuma

Geophysikalische Untersuchungen liefern die ersten Beweise

Geophysikalische Untersuchungen, die an der Stätte durchgeführt wurden, zeigten mehrere unterirdische Anomalien. Um diese Befunde zu verifizieren, führten die Archäologen eine Probegrabung durch, bei der sie einen Teil des Fundaments einer mittelalterlichen Kirche freilegten, die in der frühen Neuzeit wieder aufgebaut worden war. Der kombinierte Einsatz von nicht-invasiven Techniken und traditionellen Ausgrabungsmethoden bestätigte schließlich, dass auf dem Hügel einst eine Kirche stand.

Spuren der Kirche von St. Martin

Die Ergebnisse der Ausgrabungen deuten darauf hin, dass die Kirche auf dem Gedás-Hügel dem Heiligen Martin geweiht war. Das Gebäude war von einem schmalen Graben umgeben, der aufgrund seiner Größe nicht zu Verteidigungszwecken gedient haben kann. Obwohl sich die Untersuchungen zunächst auf die Möglichkeit einer mittelalterlichen Burg konzentrierten, wurden keine Artefakte oder archäologischen Merkmale gefunden, die diese Theorie stützen.

Sensational discovery: Remains of a medieval church found near Esztergom, Hungary
Foto: Facebook/MNM Balassa Bálint Múzeuma

Bestattungen und ein mögliches Gebeinhaus

Die Kirche wurde auch in der frühen Neuzeit weiter genutzt, wie spätere Umbauten und in der Nähe entdeckte Bestattungen belegen. Ein besonders bemerkenswerter Fund war das Fundament eines quadratischen Gebäudes nördlich der Kirche. Aus seiner Füllung wurde eine große Menge an fragmentierten menschlichen Knochen geborgen, was darauf hindeutet, dass das Gebäude als Ossuarium oder Knochenkammer gedient haben könnte.

Kirche wahrscheinlich durch Feuer zerstört

Die Ausgrabung ergab auch Hinweise darauf, dass die Kirche wahrscheinlich durch ein Feuer zerstört wurde. Nach diesem Ereignis wurde das Gebäude demontiert und die Archäologen glauben, dass die Baumaterialien höchstwahrscheinlich wiederverwendet wurden. Diese Materialien könnten zum Bau von Kirchen in den heutigen nahe gelegenen Siedlungen beigetragen haben.

Breite professionelle Zusammenarbeit

Mehrere Archäologen waren an der Forschung beteiligt, darunter Mónika Merczi, Márton Torda, Csilla Hegyesi, Keve Jámbor und Tamás Sámson. Die Ausgrabung diente auch Ausbildungszwecken, da die Archäologiestudenten der Katholischen Universität Pázmány Péter, Levente Koncsos und Bálint Révész, aktiv an der Feldarbeit teilnahmen.

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