Serbiens Präsident erwartet eine Einigung zwischen Ungarn und Russland über die Ölgesellschaft

Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hat sich optimistisch geäußert, dass es bald zu einer Einigung zwischen Ungarn und Russland über die serbische Ölgesellschaft NIS kommen wird, so dass das Unternehmen seine Tätigkeit fortsetzen kann. In einer Rede im Belgrader Staatsfernsehen sagte Vučić, er erwarte eine rasche Einigung zwischen den russischen Aktionären und dem potenziellen Käufer – wahrscheinlich der ungarischen Mol-Gruppe.
U.S. Sanktionen und Sonderlizenz
Das Unternehmen war im Oktober von Sanktionen des US-Finanzministeriums (Office of Foreign Assets Control – OFAC) betroffen, die Teil umfassenderer Strafmaßnahmen gegen den russischen Energiesektor waren. Am 31. Dezember erteilte die OFAC jedoch eine Sonderlizenz, die es NIS erlaubt, seine Geschäftstätigkeit bis zum 23. Januar 2026 fortzusetzen, wie die ungarische Nachrichtenagentur (MTI) berichtet.

Betrieb wird Anfang Januar wieder aufgenommen
Unter dieser Lizenz kann der Betrieb der Ölraffinerie wieder aufgenommen werden, Rohölimporte sind erlaubt und bestimmte Finanztransaktionen können durchgeführt werden. Die USA haben NIS außerdem ermächtigt, bis zum 24. März 2026 über den Verkauf von Raffinerieanlagen in russischem Besitz zu verhandeln.
Vučić fügte hinzu, dass die Wiederaufnahme des Betriebs in der Pančevo-Raffinerie für den 5. Januar, den ersten Arbeitstag nach der Abschaltung, erwartet wird, wobei der Prozess voraussichtlich mindestens zwei Wochen dauern wird. Serbien wird auch Zugang zu 85.000 Tonnen Rohöl erhalten, die bisher im kroatischen Hafen Omišalj gelagert wurden, da die Lieferungen über die Adria-Pipeline durch Kroatien wieder aufgenommen werden können.

Die Rolle von Mol und die Eigentumsanteile
Vučić wollte zwar nicht bestätigen, dass Mol die russischen Anteile an NIS endgültig kaufen wird, stellte aber fest, dass “es keinen Zweifel daran gibt, dass Mol mit NIS und dem serbischen Staat an dem Schreiben an das OFAC zusammengearbeitet hat, das es dem Unternehmen ermöglicht hat, die Betriebslizenz zu erhalten und weitere Rohöllieferungen zu sichern.”
Der russische Energieriese Gazprom hält einen Anteil von 11,3% an NIS, während seine Tochtergesellschaft Gazprom Neft 44,9% besitzt. Die serbische Regierung hält 29,87% an dem Unternehmen, der Rest wird von Minderheitsaktionären gehalten.
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