Ungarische Polizei beschlagnahmt Tausende von Dokumenten im Rahmen von Ermittlungen zu Geschäften der staatlichen Eximbank

Sprache ändern:
Die Polizei hat im Rahmen einer strafrechtlichen Ermittlung, die nach einer Prüfung der staatlichen Eximbank eingeleitet wurde, Tausende Seiten an Dokumenten aus dem ungarischen Ministerium für Wirtschaft und Energie beschlagnahmt. Die Ermittlungen betreffen den Verdacht auf Amtsmissbrauch und die missbräuchliche Verwendung von Geldern.
Tausende Seiten aus dem Ministerium beschlagnahmt
Die ungarische Polizei hat im Rahmen einer Untersuchung wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten bei der Ungarischen Export-Import-Bank (Eximbank) Tausende Seiten an Dokumenten aus dem Ministerium für Wirtschaft und Energie beschlagnahmt.
Das Nationale Ermittlungsbüro (NNI) der Schnellreaktionspolizei leitete ein Strafverfahren ein, nachdem das Ministerium auf der Grundlage von Informationen, die bei einer Überprüfung der Geschäftstätigkeit der Eximbank zutage getreten waren, Anzeige erstattet hatte.
Die Polizei teilte am Dienstag mit, dass die Ermittler die Dokumente am 31. August aus dem Ministerium beschlagnahmt hätten. Das Material war im Rahmen einer internen Überprüfung des Ministeriums zusammengetragen worden und könnte weitere Beweise für die mutmaßlichen Straftaten liefern, die Gegenstand der Ermittlungen sind.
In dem Fall geht es um den Verdacht auf Amtsmissbrauch und die unsachgemäße Verwaltung von Geldern.

Falls Sie es verpasst haben: Die ungarische Regierung fordert Ermittlungen gegen die Eximbank wegen Geschäften im Wert von 2,74 Milliarden Euro
Vier umstrittene Geschäfte stehen im Fokus der Ermittlungen
Ministerpräsident Péter Magyar gab im Juli bekannt, dass das Ministerium für Wirtschaft und Energie Strafanzeigen bezüglich vier Geschäfte aus der Amtszeit der Vorgängerregierung eingereicht habe.
Einer davon betrifft einen Finanzierungsvertrag in Höhe von 59 Milliarden HUF (etwa 161 Millionen Euro) im Zusammenhang mit dem Sofitel-Hotel und einem Unternehmen, das den Geschäftsinteressen von István Tiborcz, dem Schwiegersohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, nahesteht.
Laut Magyar traf die Eximbank die entsprechende Entscheidung innerhalb von nur zwei Tagen und habe dabei angeblich nicht einmal ihre eigenen internen Vorschriften eingehalten. Das Ministerium reichte eine Anzeige wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch und anderer potenzieller Straftaten ein.
Ein zweiter Fall betrifft 126 Milliarden HUF (rund 344 Millionen Euro) und ein afrikanisches Projekt, das mit dem ungarischen Bauunternehmen Duna Aszfalt in Verbindung steht. Das Projekt umfasste Pläne zum Bau einer Schnellstraße zwischen Sambia und der Demokratischen Republik Kongo. Magyar erklärte zudem, das Unternehmen habe im Zusammenhang mit dem Projekt Finanzmittel von der staatlichen Ungarischen Entwicklungsbank erhalten.
Der dritte Fall betrifft das ägyptische Projekt der Dunakeszi-Fahrzeugreparaturgesellschaft, für das der ägyptischen Staatsbahn Berichten zufolge ein Darlehen in Höhe von 176 Milliarden HUF (etwa 480 Millionen Euro) vom ungarischen Staat gewährt wurde.
Im Mittelpunkt der vierten Untersuchung steht ein Nordmazedonien gewährter Allzweckkredit in Höhe von 1 Milliarde Euro.
Bleiben Sie mit unserem „Hungary Weekly Briefing“ auf dem Laufenden: Abonnieren Sie es auf Substack!
Untersuchung nach Überprüfung durch die Eximbank eingeleitet
Die Anzeigen wurden im Juli erstattet, nachdem das Ministerium die Aktivitäten der Eximbank überprüft und Informationen identifiziert hatte, die es als potenziell relevant für ein Strafverfahren erachtete. Die Ermittler der Polizei prüfen nun das in diesem Fall gesammelte Beweismaterial, darunter auch die Tausenden von Seiten, die aus dem Ministerium beschlagnahmt wurden.
Die Ermittlungen dauern an, und die Beschlagnahme der Dokumente bedeutet an sich noch nicht, dass eine Straftat begangen wurde. Weitere Entscheidungen hängen von den Ergebnissen der Ermittlungen ab.

