Ungarn eröffnet dritte Schwerlaststrecke nach Serbien – Grenzübergang wird umfassend modernisiert

Ungarn bereitet einen bedeutenden neuen Güterverkehrskorridor in Richtung Serbien vor; der Grenzübergang Hercegszántó–Bački Breg soll umfassend saniert werden, wodurch Schwerlastkraftwagen rund um die Uhr die Grenze passieren könnten.

Die ungarische Regierung hat den vollständigen Umbau des Grenzübergangs Hercegszántó–Bački Breg genehmigt, der darauf abzielt, die chronischen Staus in Röszke zu entschärfen und eine neue Verbindung zwischen Serbien, Südungarn und der Autobahn M6 zu schaffen, wie Verkehrs- und Investitionsminister Dávid Vitézy am Sonntag bekannt gab.

Nach Angaben des Ministers wird das Ministerium für Verkehr und Investitionen voraussichtlich in den kommenden Wochen das öffentliche Vergabeverfahren für die Bauarbeiten einleiten.

Das Projekt würde die Bedeutung von Hercegszántó im grenzüberschreitenden Verkehr erheblich stärken. Derzeit können internationale Schwerlastfahrzeuge die ungarisch-serbische Grenze nur bei Röszke und Tompa überqueren, wobei es in Röszke regelmäßig zu mehrere Kilometer langen Staus kommt. Vitézy erklärte, dass in Spitzenzeiten täglich bis zu 30.000–40.000 Fahrzeuge Röszke passieren.

Schwerlastfahrzeuge erhalten eine neue Route zwischen Ungarn und Serbien

Sobald der Umbau abgeschlossen ist, wird Hercegszántó auch für den Schwerlastverkehr geeignet sein. Geplant sind separate Fahrspuren für Lkw und Busse, eine größere Kapazität für Pkw, ein Abstellplatz für etwa 40–42 Lkw sowie Einrichtungen für Fußgänger und Radfahrer. Der schwere Güterverkehr soll rund um die Uhr abgewickelt werden können.

Für Reisende gibt es einen wichtigen Unterschied: Hercegszántó–Bački Breg ist kein vollständig neuer Grenzübergang. Die ungarische Steuer- und Zollbehörde führt ihn derzeit als rund um die Uhr geöffneten Grenzübergang für den internationalen Personenverkehr und für Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen auf.

Der Umbau wird daher in erster Linie den bestehenden Grenzübergang in eine wichtige Schwerlastverkehrsroute umwandeln.

Vitézy erklärte, das Projekt sei bereits vor Jahren von der vorherigen Regierung genehmigt worden, doch die Bauarbeiten seien nicht vorangekommen, da keine Finanzmittel bereitgestellt worden seien. Die Pläne und die erforderlichen Genehmigungen lägen laut dem Minister bereits vor.

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Neuer Korridor könnte Röszke und die M5 entlasten

Laut Vitézy könnte der ausgebaute Grenzübergang letztendlich einen neuen Verkehrskorridor schaffen, der die Vojvodina über die neue Mohács-Brücke mit Südungarn und der Autobahn M6 verbindet. Langfristig könnte die Strecke einen Teil des Verkehrsaufkommens von Röszke sowie von der stark befahrenen Autobahn M5 und dem südlichen Abschnitt der Budapester Ringautobahn M0 abziehen.

Auch auf der serbischen Seite der Grenze schreiten die Entwicklungen voran. Serbien arbeitet an der Schnellstraße „Smile of Vojvodina“, deren erster, 22,8 Kilometer langer Abschnitt zwischen Bački Breg und Sombor geplant ist. Der Abschnitt soll voraussichtlich in etwa zwei Jahren fertiggestellt sein, während das gesamte Schnellstraßenprojekt erheblich länger dauern wird.

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Horgos/Röszke. Foto: MTI

Die Kombination aus der serbischen Schnellstraße, dem modernisierten Grenzübergang und den verbesserten Anbindungen an die M6 könnte letztendlich eine alternative Nord-Süd-Route für den Güterverkehr zwischen dem Balkan und Ungarn bieten.

Regierung schraubt einen Teil des Verbindungsstraßenprojekts zurück

Der Ausbau des Grenzübergangs ist zudem Teil einer umfassenderen Debatte über den Straßenausbau im Raum Mohács.

Vitézy erklärte, dass selbst mit der neuen serbischen Anbindung die Verkehrsprognosen den Bau des gesamten Korridors als 2×2-spurige Straße nicht rechtfertigen. Er wies darauf hin, dass Serbien kein Mitglied der Europäischen Union sei und wahrscheinlich auch nach einem eventuellen EU-Beitritt noch einige Zeit außerhalb des Schengen-Raums bleiben werde, was bedeute, dass die Grenzkontrollen selbst die Verkehrskapazität weiterhin einschränken würden.

Die Regierung plant daher, Teile der Strecke zwischen der Hauptstraße 51 und Mohács als 2×1-spurige Straße neu zu gestalten, wobei die eingesparten Mittel in andere Verkehrsinvestitionen, Straßensanierungen und den Grenzübergang selbst umgeleitet werden sollen.

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