Ungarns größter, über 100 Jahre alter Raddampfer, die „Szőke Tisza“, gerät in Brand – Fotos

Sprache ändern:

Die Feuerwehr hat am Mittwochnachmittag in Szeged einen Brand am Wrack der „Szőke Tisza“, des größten jemals in Ungarn gebauten Raddampfers, unter Kontrolle gebracht, teilte die Katastrophenschutzbehörde des Komitats Csongrád-Csanád mit.

„Szőke Tisza“ in Flammen

Krisztina Molnár erklärte, dass in der Nähe der Kőrös-Straße im Bereich der Tápéi-Bucht in Szeged Unterholz in Brand geraten sei. Die Flammen griffen anschließend auf die dort abgelegten Überreste des Dampfschiffs „Szőke Tisza“ über.

Szőke Tisza in fire near Szeged
Facebook/BM OKF

Sechzehn Feuerwehrleute aus Szeged und Hódmezővásárhely wurden zum Einsatzort entsandt, wo sie mit mehreren Wasserstrahlen und Handwerkzeugen die brennende Vegetation sowie das Unterdeck des Schiffes bekämpften. Der Brand betraf eine Fläche von rund 500 Quadratmetern sowie einen Teil des Schiffes, erklärte sie. Die Feuerwehrleute kühlen den Rumpf weiterhin ab und überwachen das Wrack.

Am Mittwoch Nachmittag besprühten Feuerwehrleute aus vier Einheiten das Wrack vor Ort weiterhin mit einem Wasserstrahl von einer Drehleiter aus, während die Vegetation in einem größeren Umkreis um das Wrack herum vollständig abgebrannt war, wie ein Reporter der MTI beobachtete.

Szőke Tisza in fire near Szeged
Facebook/BM OKF

Das Schiff war fast ein Jahrhundert lang im Einsatz

Die „Szőke Tisza“ wurde 1917 auf der Ganz-Werft in Újpest gebaut. Der über 77 Meter lange Raddampfer mit zwei Schornsteinen trug ursprünglich den Namen „IV. Károly“. Nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie wurde es in „Sas“ umbenannt und erhielt 1930 den Namen „Szent Imre“. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es nach Österreich gebracht und kehrte erst 1947 nach Ungarn zurück.

Falls Sie es verpasst haben: Ein Budapester Donauschiff mit 85 Passagieren an Bord wäre im Stadtzentrum beinahe gesunken – Video

Im Jahr 1950 wurde es in „Felszabadulás“ umbenannt, anschließend renoviert und in den Jahren 1957–58 zu einem Ausflugsschiff umgebaut. Es wurde 1976 aus dem Dienst genommen und anschließend in Budapest als schwimmendes Objekt genutzt. Zwei Jahre später wurde es nach Szeged verlegt, wo es zunächst als Restaurant und später in den 1980er Jahren als Disco-Schiff betrieben wurde. Das stark verfallene Schiff wurde im Jahr 2000 in die Tápéi-Bucht geschleppt, wo es 2012 sank.

Die Überreste des größten Flussradersdampfers des Landes gingen im Dezember 2017 in den Besitz der Stiftung „Hajózásért“ über. Die Stiftung wurde eigens zur Rettung der „Szőke Tisza“ von Mihály Varga, dem Gründer der KÉSZ-Gruppe, und Csaba Portás, einem Schifffahrtsspezialisten, der sich seit Jahren für dieses Anliegen einsetzte, ins Leben gerufen. Das Wrack wurde im Jahr 2020 geborgen.

Zahlreiche Hotelboote sind aufgrund des niedrigen Wasserstands auf der Donau gestrandet

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *