Ungarns öffentlich-rechtlicher Rundfunk spart in den ersten zwei Wochen fast 7 Milliarden HUF

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Ungarns öffentlich-rechtlicher Rundfunk gibt an, dass seine Interimsführung in den ersten zwei Wochen ihrer Amtszeit fast 7 Milliarden HUF (rund 17 Millionen Euro) eingespart hat, während sie gleichzeitig eine umfassende finanzielle und organisatorische Überprüfung eingeleitet und eine grundlegende Umgestaltung des Programms vorbereitet hat.
In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung teilte der Fonds für Medien-Service-Unterstützung und Vermögensverwaltung (MTVA) mit, dass die am 7. Juli ihr Amt antratende Interimsleitung im Rahmen einer umfassenden Prüfung damit begonnen habe, Zehntausende Seiten an Verträgen und internen Dokumenten zu sichten.
Der Erklärung zufolge gehören zu den Prioritäten der Führung die Beendigung politischer Propaganda, der Wiederaufbau unabhängiger und objektiver Nachrichtendienste, die Überprüfung der Finanzen der Organisation sowie die Vorbereitung auf strukturelle Veränderungen, die gemäß dem kürzlich geänderten ungarischen Mediengesetz erforderlich sind.
Verträge werden geprüft
MTVA teilte mit, man habe mit der Überprüfung hochvolumiger Produktions- und IT-Verträge begonnen, darunter auch Vereinbarungen mit Unternehmen, die politische Verbindungen aufweisen. Der Sender erklärte, bei einigen Verträgen sei der Verdacht aufgekommen, dass sie nicht ihrem tatsächlichen wirtschaftlichen Zweck entsprächen. Er fügte hinzu, dass rechtliche Schritte eingeleitet würden, sollten detaillierte Untersuchungen ein Fehlverhalten bestätigen.
Die Organisation gab zudem bekannt, dass sie Programmproduktionsverträge im Wert von fast 3 Milliarden HUF für den Rest des Jahres gekündigt habe, wobei sie die betroffenen Produktionen als verschwenderisch oder fachlich ungerechtfertigt bezeichnete. Nach Angaben der MTVA basierten die Entscheidungen auf Zuschauerzahlen, dem Preis-Leistungs-Verhältnis, der Leistung externer Produktionsfirmen sowie der Frage, ob die Sendungen intern effizienter produziert werden könnten.

Fußballrechte zu geringeren Kosten verlängert
Die Interimsleitung teilte zudem mit, dass sie den Vertrag mit dem Ungarischen Fußballverband (MLSZ) über die Übertragung von Fußballspielen der höchsten Spielklasse (NB I) um ein Jahr verlängert habe.
Laut MTVA wurde die Verlängerung zu Kosten vereinbart, die um 4 Milliarden HUF unter denen des vorherigen Vertrags liegen, wobei langfristige strategische Entscheidungen der künftigen ständigen Führung des Senders überlassen bleiben. Der Sender fügte hinzu, dass eine Überprüfung seiner langfristigen Übertragungsrechte für den Radsport noch andauere.
Weitere Archivinhalte und wiederkehrende Sendungen
MTVA teilte mit, dass nun täglich fast 30 Stunden ungarische Filme und Archivsendungen über seine Fernseh- und Radiosender ausgestrahlt werden.
Der Fernsehsender M1 sendet derzeit nach einem vorübergehenden Programmplan, der neben Nachrichtensendungen auch klassische ungarische Produktionen umfasst. Der Radiosender Kossuth hat unterdessen mehrere traditionelle Sendungen wieder aufgenommen, darunter das tägliche Glockengeläut zur Mittagszeit, und sein Kulturprogramm erweitert.
Der Sender kündigte zudem an, im Herbstprogramm fast 100 Sendungen wieder ins Programm aufzunehmen. Dazu gehören Kultur-, Bildungs-, Religions- und Minderheitenprogramme sowie die Rückkehr von Publikumslieblingen wie „Magyarország, szeretlek!“ („Ungarn, ich liebe dich!“), „Család-barát“ („Familienfreundlich“) und „Családi kör“ („Familienkreis“).
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Die Zuschauerzahlen steigen
Auch die MTVA vermeldete in den vergangenen zwei Wochen höhere Zuschauerzahlen. Nach Angaben des Senders stieg der kombinierte tägliche Zuschaueranteil seiner Fernsehsender im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 49 %, während die Zuschauerzahlen zur Hauptsendezeit um 61 % zunahmen.
Die Organisation erklärte, der Anstieg sei nicht ausschließlich auf die Berichterstattung von M4 Sport über die FIFA-Weltmeisterschaft zurückzuführen, und wies darauf hin, dass auch Duna, Duna World/M4 Sport+ und M5 höhere Zuschaueranteile verzeichneten. Sie fügte hinzu, dass M1 in diesem Zeitraum durchschnittlich mehr als eine Million Zuschauer pro Tag erreichte.
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Umstrukturierung der öffentlich-rechtlichen Medien im Gange
Die Umstrukturierung folgt auf die am 23. Juni verabschiedeten Änderungen des ungarischen Mediengesetzes, die die Eingliederung von MTVA in Duna Media Service vorsehen.
Durch die Fusion entsteht eine neue Organisation, die Magyar Rádió és Televízió Nonprofit Ltd. (Ungarischer Rundfunk und Fernsehen). Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen werden Mitarbeiter aus der Programmproduktion und aus unterstützenden Funktionen automatisch in die neue Organisation übernommen, während diese nach der Fusion 90 Tage Zeit hat, ihr Markenbild und ihre Betriebsabläufe zu vereinheitlichen.
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