Zweiparteien-US-Vorstoß für Sanktionen gegen Ungarn wegen Orbáns Ukraine-Hilfsblockade

Zwei hochrangige US-Senatoren – Jeanne Shaheen und Thom Tillis – bereiten einen parteiübergreifenden Gesetzentwurf vor, der zu Sanktionen gegen ungarische Beamte führen könnte, die mit der Blockade der Unterstützung für die Ukraine in Verbindung gebracht werden.
Nach Angaben der Financial Times würde die vorgeschlagene Gesetzgebung, die als “Block Putin”-Gesetz bezeichnet wird, Präsident Donald Trump dazu verpflichten, Visumverbote und finanzielle Beschränkungen gegen Personen zu verhängen, die an der Behinderung der Hilfe für Kiew oder der Aufrechterhaltung der Abhängigkeit Ungarns von russischem Öl und Gas beteiligt sind.
90-Milliarden-Euro-Darlehen inmitten politischer Spannungen ins Stocken geraten
Im Mittelpunkt des Streits steht ein EU-Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro zur Unterstützung der Ukraine, das Ungarn im Europäischen Rat blockiert hat. Orbán hat sein Veto mit Streitigkeiten über Energielieferungen in Verbindung gebracht und behauptet, Kiew habe die Öllieferungen über die Druschba-Pipeline unterbrochen.
Unterdessen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskyy argumentiert, dass die durch russische Angriffe verursachten Schäden für die Unterbrechungen verantwortlich sind.
Die Position Ungarns wird Berichten zufolge vom slowakischen Premierminister Robert Fico unterstützt, was die Bemühungen der EU, die Finanzierung der Ukraine zu sichern, weiter erschwert.

Sanktionen im Zusammenhang mit der russischen Energieabhängigkeit
Im Rahmen der vorgeschlagenen US-Gesetzgebung könnten sich die Sanktionen gegen ungarische Beamte richten, die am Kauf russischer Energie oder an der Blockierung internationaler Hilfe für die Ukraine durch die EU, die NATO oder die Vereinigten Staaten beteiligt sind.
Die Gesetzgeber argumentieren, dass die fortgesetzten Zahlungen an Moskau effektiv zur Finanzierung der russischen Kriegsanstrengungen beitragen. Seit dem Ausbruch der russischen Invasion in der Ukraine haben die meisten europäischen Länder ihre Abhängigkeit von russischer Energie verringert, aber Ungarn und die Slowakei haben sich in die entgegengesetzte Richtung bewegt.
Tillis betonte, dass “die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten vereint bleiben müssen”, wenn es darum geht, Einnahmequellen abzuschneiden, die den russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützen.
Ein Weg zur Vermeidung von Sanktionen
Der Gesetzentwurf sieht auch Bedingungen vor, unter denen Ungarn Sanktionen vermeiden könnte. Dazu gehört die Vorlage eines glaubwürdigen und öffentlichen Plans zur Verringerung der Abhängigkeit von russischer Energie und der Verzicht auf die Blockierung von Hilfsinitiativen für die Ukraine für mindestens 180 Tage.
Außerdem müssten die US-Behörden alle Ausnahmen, die Ungarn gewährt werden, in offiziellen Berichten begründen.
Politische Einsätze vor den Wahlen
Der Zeitpunkt des Vorschlags ist wichtig, da Orbán vor einer schwierigen Wiederwahlkampagne steht. Umfragen deuten darauf hin, dass seine langjährige Dominanz gefährdet sein könnte, auch wenn regierungsfreundliche Umfragen auf ein knapperes Rennen hindeuten.
Die ungarische Regierung hat ihren Widerstand gegen die Unterstützung der Ukraine zu einem zentralen Wahlkampfthema gemacht, während sie gleichzeitig enge Beziehungen zu Moskau unterhält. Außenminister Szijjártó Péter hat sich seit Beginn des Krieges häufig mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow getroffen.
Gleichzeitig wird berichtet, dass US-Vizepräsident JD Vance Ungarn noch vor den Wahlen besuchen könnte, was ein Zeichen für eine anhaltende politische Annäherung zwischen Washington und Budapest trotz wachsender Spannungen im Kongress ist.

Wachsende transatlantische Kluft
Die vorgeschlagenen Sanktionen zeigen, dass sich die Kluft zwischen Ungarn und seinen westlichen Verbündeten wegen des Krieges in der Ukraine vergrößert. Während die Trump-Administration Europa dafür kritisiert hat, dass es weiterhin russische Energie kauft, richten die US-Gesetzgeber ihre Aufmerksamkeit nun speziell auf die Rolle Ungarns.
Shaheen warnte, dass die Verbündeten an einheitliche Standards gehalten werden müssen und erklärte, dass “niemand, insbesondere Viktor Orbán, einen Freifahrtschein erhalten sollte”.
