18+: Ehemaliger ungarischer Insasse erzählt von jahrelangem sexuellen Missbrauch in staatlicher Justizvollzugsanstalt und verweist auf mächtigen Politiker

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Der heute 20-jährige Sándor Bangó hat sein Schweigen über den Missbrauch gebrochen, den er als Teenager in der Budapester Justizvollzugsanstalt Szőlő-Straße erdulden musste. Er beschrieb in anschaulichen Details, wie der ehemalige Direktor Péter Pál Juhász seine Position ausgenutzt haben soll, um ihn zu wiederholten sexuellen Handlungen zu zwingen. Sándor, ein ehemaliger Insasse des Kinderbetreuungssystems, sagt, dass er im Alter von sechs Jahren und später in Kinderheimen sexuell missbraucht wurde. Er sagt, dass er sich aufgrund dieser Erfahrungen wehrlos fühlte, als Juhász begann, ihn in der Anstalt auszubeuten.
Sándor erklärte gegenüber Kontroll, dass ihm Medikamente verschrieben wurden, die ihn während dieser Begegnungen “benommen” machten, obwohl er betont, dass er sich immer noch bewusst war, was geschah. Er sagt, dass der Missbrauch in Juhász’ Büro, in einem separaten Raum mit einem Doppelbett und im Auto des Direktors stattfand und dass Juhász ihm wiederholt eine frühere Entlassung als Gegenleistung für sein Entgegenkommen versprach.
Die als “Onkel Zsolti” bekannte Figur
In demselben Kontroll-Interview sagt Sándor, dass noch ein weiterer Mann beteiligt war, dessen Identität das Medienunternehmen zwar kennt, aber aus Gründen des Datenschutzes nicht öffentlich preisgeben kann. Er beschreibt, dass er von Juhász in einen abgedunkelten Raum gebracht wurde, wo er Sex mit einem älteren Mann hatte, den er nicht sehen konnte; das Gesicht des Mannes sah er erst danach, als dieser sich anzog und das Licht anschaltete. Sándor fügt hinzu, dass er den Mann damals nicht erkannte. Er erklärte, dass er mit 14 Jahren die Politik nicht verfolgte und noch nie von der Person gehört hatte, die heute in der ungarischen Öffentlichkeit den Spitznamen “Onkel Zsolti” trägt.
Das Programm Kontrolle hat seitdem erklärt, dass jeder, der von ähnlichen Vorfällen weiß, dem Beispiel von Sándor folgen und sie der Staatsanwaltschaft melden sollte.
Ein größerer institutioneller Skandal
Der Fall Szőlő-Straße wurde im Herbst 2025 zu einem der schwerwiegendsten Kinderschutz- und politischen Skandale Ungarns, nachdem Beweise aufgetaucht waren, dass Kinder in der Einrichtung über Jahre hinweg systematisch körperlich und sexuell missbraucht wurden. Juhász, der inmitten bekannter Gerüchte über unangemessene Beziehungen zu minderjährigen Mädchen Direktor wurde, wurde im Mai 2025 unter dem Verdacht des Menschenhandels und der Zwangsprostitution verhaftet, was eine Welle von Zeugenaussagen ehemaliger Insassen auslöste.
Später weiteten die Ermittler den Fall auf seine frühere Tätigkeit als Leiter der Budapester Justizvollzugsanstalt aus, und mehrere andere Manager aus der Szőlő-Straße wurden ebenfalls in Gewahrsam genommen. Unter dem Druck der Regierung wurde die Anstalt zunächst der Aufsicht des Gefängnisdienstes unterstellt und später geschlossen und die Jugendlichen in eine neue Abteilung im Gefängniskomplex Tököl verlegt.
Das Dementi der KDNP und die politischen Folgen
Die Erwähnung von “Onkel Zsolti” hat eine scharfe politische Reaktion der Christlich-Demokratischen Volkspartei (KDNP) hervorgerufen. Deren Sprecher, Lőrinc Nacsa, hat Sándors Bericht als “völlige Erfindung” abgetan und angekündigt, dass die Partei rechtliche Schritte einleiten wird (obwohl niemand, weder Sándor noch der Reporter, irgendetwas erwähnt hat, das mit der KDNP zu tun hat).

Der KDNP-Vorsitzende Zsolt Semjén hat zuvor Kritiker beschuldigt, einen “orchestrierten Rufmord” gegen ihn zu verüben, als er im Parlament gefragt wurde, wer “Onkel Zsolti” sein könnte, und verglich die Angriffe mit einer Verleumdung im Stil einer “Blutrache”.
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