Gigantisches Unternehmen baut Zugfabrik in Ungarn

Der ungarische Eisenbahnsektor wird einen wichtigen Impuls erhalten, da der Schweizer Eisenbahnriese Stadler die Errichtung eines neuen Werks für die Herstellung und Wartung von Zügen in Ungarn vorbereitet, das mit der Modernisierung des rollenden Materials der Ungarischen Staatsbahn (MÁV) verbunden ist.

Ein neues Kapitel in Ungarns Wirtschaft?

Die Entwicklung folgt auf die Entscheidung der ungarischen Regierung, 93 gebrauchte GTW-Elektrotriebzüge von Stadler zu kaufen, ein Geschäft, das Mitte Januar offiziell von Bau- und Verkehrsminister János Lázár angekündigt wurde. Die Vereinbarung, die Ende letzten Jahres geschlossen wurde, geht weit über eine einfache Zugbeschaffung hinaus und führt eine neue industrielle Dimension in die ungarische Eisenbahninfrastruktur ein, schreibt VG.hu.

Nach Angaben der internationalen Fachzeitschrift Railway Gazette hat der Kauf einen Wert von 230 Millionen Euro (rund 97-100 Milliarden Forint) und beinhaltet eine 15-jährige Wartungsverpflichtung von Stadler. Die 93 Züge werden etwa 14.000 Sitzplätze bieten und die derzeitige Fahrgastkapazität der MÁV um etwa 10 Prozent erhöhen.

Die GTW-Einheiten, die ursprünglich zwischen 2001 und 2005 für Thurbo, eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Bundesbahnen, gebaut wurden, werden von Stadler zurückgekauft und im Auftrag der MÁV-Gruppe, die letztendlich Eigentümerin der Flotte wird, modernisiert. Die Züge sind zwischen 15 und 20 Jahre alt, befinden sich aber in einem guten technischen Zustand.

Die Regierung wird gebrauchte und neue Züge in ihre Flotte aufnehmen

Ungarn wird zwei verschiedene GTW-Varianten erhalten: GTW 2/6-Einheiten, bestehend aus zwei Personenwagen und einem zentralen Leistungsmodul, und GTW 2/8-Einheiten mit drei Personenwagen und einer Antriebseinheit. Im Rahmen des Modernisierungsprogramms werden die Züge umfangreich modernisiert, um den ungarischen Betriebsstandards zu entsprechen.

Zu den Modernisierungen gehören neue Fahrgastinformationssysteme, Videoüberwachung an Bord, an die ungarischen Bahnsteighöhen angepasste Treppen, moderne Bordcomputer und fortschrittliche Zugsicherungssysteme wie Mirel und ETCS Baseline 4. Auch die Antriebssysteme werden modifiziert, während die Züge eine neue Außenlackierung und Innenausstattung erhalten, die dem Markenzeichen der MÁV entspricht.

Es wird erwartet, dass jede Einheit einen 12-wöchigen Modernisierungsprozess durchläuft, wobei der Beginn der Arbeiten für Ende 2026 angesetzt ist. Während die ersten Prototypen in der Schweiz modernisiert werden, hat Stadler bestätigt, dass eine neue Anlage in Ungarn gebaut wird, um die verbleibenden Modernisierungsarbeiten und die langfristige Wartung durchzuführen. Das gesamte Programm wird in mehreren Phasen durchgeführt, wobei die letzten Züge bis 2034 in Betrieb genommen werden sollen.

Sie kaufen auch in China ein

Die modernisierten GTW-Züge werden in erster Linie die Regional- und Vorortlinien um Debrecen, Nyíregyháza und Miskolc bedienen und das Bahnangebot in Ostungarn erheblich verbessern. Parallel zu diesem Projekt plant die Regierung auch den Kauf von 100 brandneuen Triebzügen aus China, was das Ausmaß der ungarischen Ambitionen zur Erneuerung des Schienenverkehrs und die wachsende strategische Bedeutung des Eisenbahnverkehrs im ganzen Land unterstreicht.

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