Ukrainische Bank fordert Rückgabe von Millionen Dollar, Euro und Gold, die von Ungarn beschlagnahmt wurden

Die staatliche ukrainische Oschadbank hat rechtliche Schritte eingeleitet, nachdem die ungarischen Behörden am 5. März zwei ihrer Geldtransporter beschlagnahmt hatten. Das Zentrum für Terrorismusbekämpfung (TEK) nahm die Mitarbeiter der Bank fest und wies sie aus Ungarn aus, während die Nationale Steuer- und Zollverwaltung (NAV) die transportierten Gelder beschlagnahmte.

Vermögenswerte und Mitarbeiter im Streit

In einer Erklärung auf Facebook bezeichnete die Bank das Vorgehen der ungarischen Behörden als “illegale Beschlagnahmung” und wies darauf hin, dass die Fahrzeuge und ihr Inhalt, darunter rund 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro und neun Kilogramm Bankgold, in Gewahrsam bleiben. Die Oschadbank wird gegen die Ausweisung von sieben Mitarbeitern Berufung einlegen, da sie während ihrer Inhaftierung keinen konsularischen und rechtlichen Beistand erhalten haben. Außerdem wird ein Gerichtsverfahren eingeleitet, um das beschlagnahmte Eigentum zurückzufordern.

Internationales Transportabkommen hervorgehoben

Wie Telex berichtet, betonte die Oschadbank, dass die Bargeldtransfers zwischen ihr und der Raiffeisen Bank Austria im Rahmen eines internationalen Abkommens unter Einhaltung der europäischen Zollverfahren und internationalen Transportvorschriften durchgeführt wurden. Die Bank verfügt über eine gültige internationale Transportlizenz, und alle Überweisungen seit Ausbruch des Krieges wurden wöchentlich auf dem Landweg abgewickelt.

Branchenexperten verteidigen Praxis

Gerhard Bösch, ehemaliger österreichischer CEO der PrivatBank, wies die Geldwäschevorwürfe als “absurd” zurück und verwies auf die etablierte Rolle Ungarns als Transitland für Bargeldtransporte in die Ukraine, seit die ukrainischen Flughäfen geschlossen wurden. Die Raiffeisen Bank International lehnte es unter Berufung auf das Bankgeheimnis ab, die Lieferung zu bestätigen, sagte aber, dass ihre internen Kontrollen die gesetzlichen Anforderungen übertreffen.

Laufende strafrechtliche Ermittlungen

Der NAV ermittelt in dem Fall wegen des Verdachts auf Geldwäsche. Die Fahrzeuge wurden auf der Autobahn M0 zwischen den Anschlussstellen M4 und M5 in der Nähe des Rastplatzes Alacskai angehalten (in früheren Berichten hieß es, sie seien auf der M5 gestoppt worden), was eine seltene öffentliche Konfrontation zwischen den ungarischen Behörden und einer in der Region tätigen ausländischen Großbank darstellt.

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